Hedgefonds: Investoren ziehen Geld bei Cerberus ab

Hedgefonds: Investoren ziehen Geld bei Cerberus ab

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ARCHIV - Logo des US-Autobauers Chrysler (Archivfoto vom 04.02.2009). Beim Verkauf der Chrysler-Mehrheit an den Finanzinvestor Cerberus vor zwei Jahren seien sie um enorme Vermögenswerte gebracht worden, werfen die Gläubiger dem Konzern vor.

Der Finanzinvestor Cerberus ist von einem massiven Abfluss von Kundengeldern aus seinen Hedge-Fonds betroffen. Die Anleger hätten zuletzt 5,5 Milliarden Dollar oder 71 Prozent der Hedge-Fonds-Mittel abgezogen. Cerberus trifft es nun besonders hart. Doch die gesamte Hedgefonds-Branche kämpft mit Milliardenabflüssen.

Der Grund seien zum einen die Unzufriedenheit mit hohen Anlageverlusten, zum anderen der eigene Geldbedarf der Kunden, berichtete die Zeitung „Wall Street Journal“ unter Berufung auf informierte Personen.

„Wir wurden von dieser Reaktion überrascht“, schrieben demnach Cerberus-Chef Stephen Feinberg und Mitbegründer William Richter in einem Brief an die Anleger.

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Cerberus zählte vor der Krise zu den erfolgreichsten Finanzinvestoren. Vor allem der Vorstoß in die Autoindustrie kam der Firma jedoch teuer zu stehen. Cerberus hatte rund 14 Milliarden Dollar in die Übernahme des Autobauers Chrysler und der Mehrheit an der früheren GM-Finanzierungssparte GMAC investiert.

Auf das Hedge-Fonds-Geschäft entfiel bisher etwa ein Drittel der Cerberus-Mittel

Im Zuge der Insolvenz von Chrysler und der massiven staatlichen Hilfen für GMAC verlor Cerberus die Kontrolle über beide Unternehmen und ging faktisch leer aus.

Nachdem sich Anfragen von Investoren häuften, die ihre Mittel aus den Hedge-Fonds abziehen wollten, setzte Cerberus im Sommer eine Umstrukturierung in Gang, bei der Anleger auch aussteigen können.

Auf das Hedge-Fonds-Geschäft entfiel bisher etwa ein Drittel der Cerberus-Mittel.

Cerberus trifft es nun zwar besonders hart, aber unüblich ist es derzeit nicht, dass Investoren ihre Gelder aus Hedgefonds abziehen.

Bereits seit dem vergangenen Jahr hat die Branche mit Milliardenabflüssen zu kämpfen. In vielen Fällen sind die Geldgeber durch Verträge nur für wenige Monate an die Fonds gebunden und können ihr Geld anschließend abziehen.

Dutzende Hedgefonds sind in den vergangenen Monaten vom Markt verschwunden

Erst vor wenigen Tagen teilte der US-Investor Atticus mit, dass man zwei seiner drei Hedgefonds schließen und den Anlegern drei Milliarden Dollar zurückzahlen werde – aus „persönlichen Gründen“, wie Atticus-Chef Timothy Barakett mitteilte.

Der Hauptfonds von Atticus hatte im vergangenen Jahr allerdings 25 Prozent verloren. In den meisten Fällen liegt der Grund für den Mittelabfluss denn auch in der derzeit oft unbefriedigende Rendite der Investments, sowie Liquiditätsengpässen der Geldgeber, zu denen etwa Pensionskassen und Stiftungen, aber auch reiche Privatpersonen zählen.

Dutzende Hedgefonds sind in den vergangenen Monaten vom Markt verschwunden. Bei den Verbliebenen müssen viele Abstriche bei Gebühren und Vergütung in Kauf nehmen.

Laut dem Informationsdienst Preqin ist die durchschnittliche Vergütung der Hedgefonds zuletzt deutlich gesunken. Beanspruchten die Fonds bisher durchschnittlich 20 Prozent der erzielten Gewinne und eine Managementgebühr von zwei Prozent, beträgt die Gebühr derzeit durchschnittlich nur noch rund 1,6 Prozent und die Gewinnbeteiligung rund 17 Prozent.

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