Heineken, am geplanten Deal zu 46 Prozent beteiligt, bekäme dann vor allem das operative Geschäft von Scottish & Newcastle (S&N) in Großbritannien in die Hand; zudem könnten die Niederländer durch den Zukauf ihre Position auch auf dem US-Markt ausbauen. Interessant sind außerdem Lizenzprodukte von S&N wie die internationalen Marken Fosters oder Kronenbourg. Noch sträuben sich die Schotten und bezeichnen das Angebot als zu niedrig. Dass Heineken allerdings Carlsberg zur Seite steht, erhöht wiederum die Chancen des Angriffs. Wäre Carlsberg alleine, dürften die Wettbewerbshüter die Marktposition der Dänen in Großbritannien als zu dominant einschätzen. Finanziell ist die Übernahme für Heineken kein Problem, mit einer Eigenkapitalquote von 42 Prozent ist ihre Bilanz gut gepolstert. Sollte der Angriff dennoch scheitern, dürfte die Enttäuschung nur vorübergehend sein. Denn auch so sind die Niederländer – Nummer vier im weltweiten Braugeschäft – mittlerweile gut aufgestellt. Heineken lässt seine mehr als 170 Biermarken in 65 Ländern brauen. Mit der zentralen Konzernmarke „Heineken“ haben die Niederländer vor allem im margenstarken Premiumgeschäft einen Joker. Allein im ersten Halbjahr stieg das Volumen hier um mehr als zehn Prozent. Wobei die Wachstumsraten in Mittel- und Osteuropa noch viel höher ausfallen und zum Teil über 20 Prozent liegen. Im Juni hatte Heineken von der deutschen Radeberger Gruppe die tschechische Brauerei Krusovice übernommen. Heineken kann in diesem Jahr einen Rekordumsatz von mehr als 12,5 Milliarden Euro schaffen und den Nettogewinn um gut ein Fünftel erhöhen. Nicht eingerechnet ist dabei allerdings eine Kartellstrafe der EU-Kommission, die im ersten Halbjahr 2007 mit 219 Millionen Euro zu Buche schlug. Dafür allerdings ist heute schon absehbar, dass der Gewinnanstieg 2008 umso stärker ausfallen dürfte.
Heineken: Mit oder ohne Schotten gut
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