Hypo Real Estate: Flowers lehnt Übernahmeangebot ab

Hypo Real Estate: Flowers lehnt Übernahmeangebot ab

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Der US-Finanzinvestor und Großaktionär der Hypo Real Estate J. Christopher Flowers verlässt nach der Expertenanhörung der Bundestag.

Finanzinvestor J.C. Flowers will den 22-Prozent-Anteil an der Hypo Real Estate behalten und notfalls vor Gericht gegen die Enteignung durch den Bund kämpfen. Bundesfinanzminister Steinbrück bleibt gelassen.

Der Großaktionär der angeschlagenen Immobilienbank Hypo Real Estate, J.C. Flowers, wird das staatliche Übernahmeangebot nicht annehmen. Das teilte er heute morgen in München mit. Er sei davon überzeugt, dass die Aktien mehr wert sind als die 1,39 Euro, die der Bund den Aktionären bietet. Gegen eine mögliche Enteignung will er sich möglicherweise mit juristischen Schritten zur Wehr setzen.

Damit wird es für den Bund schwerer, das Ziel einer Komplettübernahme der HRE schnell zu erreichen. Flowers und ihm verbundene Investoren hielten zuletzt rund 22 Prozent der Aktien. Nur ein kleiner Teil von ihnen, die weniger als ein Prozent der Aktien hielten, würden das Angebot annehmen, hieß es. Die anderen hätten sich dagegen entschieden. „Als längerfristig orientierte Investoren wollen wir das Unternehmen auf dem Weg in die Zukunft begleiten“, teilte Flowers mit.

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Rechtsstreit droht

Gegen eine Enteignung der Aktionäre durch den Staat gebe es laut Flowers starke Bedenken von Rechtsgutachtern, die eine Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz bezweifeln. Bundesfinanz- und Bundesjustizministerium sind sich hingegen ihrer Sache sicher, im Prüfungs- und Gesetzgebungsverfahren hätten sich keinerlei Bedenken an der verfassungsrechtlichen Vereinbarkeit des sogenannten Enteignungsgesetzes gezeigt.

In der nächsten Woche wird es daher spannend: Wenn das Übernahmeangebot des Bundes nicht zu der angestrebten Aktienmehrheit von 90 Prozent führt, soll zunächst eine massive Kapitalerhöhung die gewünschte Mehrheit bringen. Durch die Ausgabe neuer Aktien, die direkt in die Hand des Bundes übergehen, könnte der Anteil der Altaktionäre so stark verwässert werden, dass der Bund auf seine 90 Prozent Aktienanteil kommt. Darüber soll die für den 2. Juni einberufene Hauptversammlung der Aktionäre entscheiden. Dort will Finanzminister Peer Steinbrück beschließen lassen, dass die Bank mit bis zu 5,6 Milliarden Euro an Staatsgeld geflutet wird. So will der Bund mindestens 90 Prozent der Bank übernehmen. Die anderen Aktionäre kann er dann über das Instrument eines sogenannten Squeeze-Out aus der HRE herausdrängen. Gelingt auch dieser Schritt nicht, bleibt als letzte Möglichkeit die Enteignung per Gesetz mit einer Abfindung der Altaktionäre.

Bund-Anteil steigt auf 16,2 Prozent

Der Bund hat inzwischen seinen Anteil an HRE auf jetzt 16,20 Prozent erhöht. Innerhalb der bis zum 4. Mai laufenden Übernahmeofferte hätten Aktionäre bis gestern Abend 7,55 Prozent der Aktien angeboten, teilte der staatliche Banken-Rettungsfonds (Soffin) heute in Frankfurt mit. Inklusive der 8,55 Prozent, die der Bund bereits vor dem Gebot hielt, steigt der Anteil des Staates damit auf rund 16,2 Prozent.

Nach der Absage von US-Investor J. C. Flowers wird die Enteignung der Aktionäre der Hypo Real Estate immer wahrscheinlicher. Steinbrück sagte heute in Berlin, wenn Flowers das Angebot nicht annehme, dann werde es eine Enteignung geben. Die Preisvorstellungen des US-Investors seien zu hoch. Steinbrück verwies darauf, dass die HRE-Aktionäre im Grunde schon enteignet seien. Denn das Institut existiere nur noch dank der Finanzhilfen von 102 Milliarden Euro. Die Aktionäre einschließlich Flowers seien vom Markt enteignet worden. Der US-Investor werde im Falle einer Enteignung lediglich den gesetzlichen Mindestpreis von 1,26 Euro pro Aktie erhalten.

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