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Hypothekenfinanzierer: Fannie Mae braucht immer weniger Staatshilfe

von Annika Reinert

Der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae hat den geringsten Quartalsverlust seit der Verstaatlichung vor zwei Jahren vorgelegt. Hält dieser Trend an, könnte die Rettung des Unternehmens billiger werden als erwartet.

ARCHIV - Ein Logo vor der Quelle: dpa
ARCHIV - Ein Logo vor der Zentrale des US-Hypothekenfinanzierers Fannie Mae in Washington, USA (Archivfoto vom 14.07.2008). Es ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich die Lage am US-Häusermarkt langsam entspannt: Der wichtige US- Baufinanzierer Fannie Mae hat im zweiten Quartal seinen Verlust deutlich eingegrenzt von 15,2 Milliarden Dollar (11,5 Milliarden Euro) vor einem Jahr auf nun unterm Strich 3,1 Milliarden Dollar. Auch gegenüber dem desaströsen Jahresanfang ist das eine deutliche Verbesserung. Foto: MATTHEW CAVANAUGH (c) dpa - Bildfunk Quelle: dpa

Die Hypothekenbank hat die Intensivstation vorerst entlassen, am Staatstropf hängt sie aber immer noch: 3,13 Milliarden Dollar hat Fannie Mae im vergangenen Quartal verloren, 1,5 Milliarden davon soll der amerikanische Staat tragen. Im ersten Quartal 2010 musste der Staat noch für 8,4 Milliarden Dollar einstehen.

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Trotz der vergleichsweise guten Zahlen sind die Bücher von Fannie Mae noch lange nicht gesäubert: Ende Juni standen 218,2 Milliarden Dollar an faulen Krediten unter dem Strich, zwei Milliarden mehr als im Vorquartal. Außerdem sind 129.000 Immobilien aus Zwangsversteigerungen derzeit im Besitz von Fannie Mae.

Seit nun fast anderthalb Jahren werden in den USA monatlich über 300.000 Zwangsversteigerungen angemeldet. Ökonomen schauen besorgt auf diese Zahlen: Bevor sich der Immobilienmarkt nicht berappelt, so manche von ihnen, könne sich die ganze Wirtschaft nicht erholen.

Von der Retterbank zum Milliardenschlucker

Im September 2008 wurde Fannie Mae zusammen mit dem kleineren Schwesterunternehmen Freddie Mac verstaatlicht. Fannie Mae wurde während der Wirtschaftskrise der Dreißigerjahre ins Leben gerufen, um Hypothekengeber mit Geld zu versorgen. Genau 70 Jahre später war das Unternehmen einer der Gründe für den Zusammenbruch der amerikanischen Wirtschaft. Bis dato hat Fannie Mae 86 Milliarden Dollar an Hilfszahlungen vom Staat angenommen.

Der Boom auf dem Immobilienmarkt hatte die Hypothekenfinanzierer gezwungen, immer riskantere Kredite zu übernehmen, um mit den Investmentbanken an der Wall Street konkurrieren zu können. Fannie und Freddie besitzen oder garantieren heute die Hälfte aller amerikanischen Hypotheken im Wert von circa fünf Billionen Dollar.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 09.08.2010, 13:23 UhrAnonymer Benutzer: Annika Reinert

    Lieber Kommentator,

    im Artikel spricht niemand von einer Verbesserung des immobilienmarktes, im Gegenteil: "Seit nun fast anderthalb Jahren werden in den USA monatlich über 300.000 Zwangsversteigerungen angemeldet." Möglicherweise haben Sie die zweite Seite des Artikels auch nicht gelesen, worin Sie mehr über die Konsequenzen des Hilfsprogramms der Regierung lesen können.

    Über Diskussionen zu aktuellen Themen in den Kommentar-Threads freuen wir uns immer. ich bitte Sie allerdings, diese sachlich und politisch korrekt zu halten.

    Annika Reinert, wiwo.de

  • 09.08.2010, 13:01 UhrAnonymer Benutzer: Da jubelt die Börse und

    die ihr von ihr gekaufte hörige Presse (Anzeigen, interviews, etc.) stimmt dem mit ein.
    Das dieser Verlust geringer geworden ist hängt nicht mit der Verbesserung der immobiliensituation in den USA zusammen. Sondern damit das der in die Geschichte als Großmaul eingehende Schuldenpräsident "black Obama" die beiden institute (FMac/Mae)angewiesen hat 6 Monate keine Zwangsvollstreckungen mehr einzuleiten und die Kreditraten mit Staatsgeldern zu strecken und abzusenken. Dadurch werden die Kredite nicht fällig gestellt und tauchen nicht in der blianz nicht auf. Hier handelt es sich um rund im letzten halbebn Jahr um rund 350.000 Hauskredite mit einem Volumen von rund 8-10 Mrd. $. Verlust die sich nicht in der blianz niederschlagen on wohl keinerlei raten mehr gezahlt werden.
    Wenn man dann noch die wissen müßte, dass die USA grundsätzlich ihre Statistiken und bilanzen fälschen und "schönrechnen" ist die Überschrift des Artikels als Darstellung einer "positiven Nachricht" nur als dilletantisch anzusehen. Dieser Artikel sagt alles aus über die Qualität ihre Redakteure/innen und das Niveu ihrers Magazins, wenn es das noch überhaupt noch eines hat!

  • 08.08.2010, 14:22 UhrAnonymer Benutzer: ingo hanselmann

    Wie toll. Die Verluste werden im kleiner. Das wird versucht uns als "gute Nachricht" zu verkaufen.

    ich geh demnächst auch zu meiner bank und nehm nochmal einen Kredit auf über 50 000 Euro (100 000 Euro hab ich schon aufgenommen) und sag dann: "Freuen Sie sich doch, ich verschulde mich ja zu immer kleiner beträgen, daß ist doch toll !"

    Die USA ist PLEiTE - aber keine will es wahrhaben....

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