Ikonen der US-Börse: Problembank mit Ingenieursabteilung

KommentarIkonen der US-Börse: Problembank mit Ingenieursabteilung

Mit General Electric und Warren Buffetts Berkshire Hathaway sind in der Finanzkrise jetzt auch zwei amerikanische Ikonen stark unter die Räder gekommen.

Jeffrey Immelts Glaubwürdigkeitsprobleme begannen bereits im April 2008. Sein Vorgänger als Chef von General Electric (GE), der legendäre Jack Welch, drohte im Börsenfernsehen, er werde Immelt erschießen, wenn der noch mal ein den Aktionären gegebenes Versprechen brechen werde. Immelt hatte drei Wochen zuvor die Gewinnerwartungen bestätigt, gab dann aber überraschend eine Gewinnwarnung heraus. Zwar entschuldigte sich Welch tags darauf für die grobe Attacke und bekräftigte sein Vertrauen in seinen Nachfolger. Doch von dem Anschlag auf seine Reputation hat sich Immelt nie erholt.

Jetzt wiederholte Immelt den Fauxpas sogar. Erst kürzlich hatte er bekräftigt, GE könne ohne Probleme seine Dividende zahlen, vergangene Woche kürzte er sie drastisch. Investoren fürchten deshalb, Immelt habe den Überblick über sein weitverzweigtes Konglomerat verloren. Der Aktienkurs stürzte unter sechs Dollar, so tief wie seit 18 Jahren nicht mehr. Vor allem der Bereich GE Capital, in dem die Finanzierungsgeschäfte liegen, macht große Sorgen. Ist es möglich, dass sich das Undenkbare wiederholt? Bei der AIG riss eine kleine Abteilung für Finanzprodukte den einst weltgrößten Versicherungskonzern in den Abgrund.

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Höhere Abschreibungen befürchtet

Analysten fürchten nun, GE Capital müsse ebenfalls viel höhere Abschreibungen auf sein 380 Milliarden Dollar schweres Kreditportfolio vornehmen als der Konzern bislang eingestehen will. Noch zögern die Ratingagenturen, GE das wertvolle AAA-Rating zu entziehen. Gerechtfertigt wäre das allemal, denn die Preise für GE-Anleihen signalisieren längst das erschütterte Vertrauen in die Führung. So schnell kann aus einem profitablen Technologiekonzern aus Sicht der Anleger eine undurchsichtige Problembank mit angeschlossener Ingenieursabteilung werden.

Auch Warren Buffett hat sich mit GE-Aktien die Finger verbrannt. Der allseits als bester Investor der Welt bewunderte 79-Jährige investierte im Oktober drei Milliarden Dollar in GE-Vorzüge. Außerdem sicherte er sich eine Kaufoption für weitere drei Milliarden zum Basispreis von 22,25 Dollar, der heute bei einem aktuellen GE-Kurs von rund sechs Dollar wie ein Mondpreis aussieht. Buffett trug zudem mit dem düsteren Ausblick, den er vergangene Woche in seinem viel beachteten Aktionärsbrief gab, zur schlechten Stimmung an den Börsen bei. Der Aktienkurs seines Unternehmens Berkshire Hathaway ist ebenfalls so niedrig wie seit mehr als zehn Jahren nicht mehr. Immerhin kann Buffett, anders als Immelt, seine Aktionäre nicht durch das Kürzen der Dividende enttäuschen – Berkshire hat noch nie eine Dividende gezahlt.

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