
Mietern droht nach Auffassung von unterschiedlichen Verbänden eine "Energiearmut" durch steigende Heizkosten. Mehrere Umweltverbände und der Deutsche Mieterbund (DMB) haben die Bundesregierung gemeinsam dazu aufgefordert, den „Stillstand bei der Gebäudesanierung zu überwinden“. Es müsse geklärt werden, wer die Kosten übernehme, sagte DMB-Sprecher Ulrich Ropertz am Montag in Berlin. Die Mieter alleine seien nicht in der Lage, diese zu tragen. „Hier hat die Bundesregierung eine Bringschuld“, sagte Ropertz.
Bild: dpaPlatz 10: Freiburg
Im baden-württembergischen Freiburg fehlen rund 3.000 Mietwohnungen. Das ist das Ergebnis zweier aktueller Studien, die das Pestel-Institut in Hannover und der Bochumer Wohnungsbau-Experte Prof. Dr. Volker Eichener im Auftrag der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“ erstellt haben. Die Experten warnen: Deutschlandweit müssen in den nächsten fünf Jahren mindestens 825.000 Mietwohnungen neu geschaffen werden.
Bild: dapdPlatz 9: Karlsruhe
Auch in Karlsruhe fehlen um die 3000 Mietwohnungen. Konkret sind es 3600 zu wenig, so die Experten. Sie fordern die Verdopplung des Mietwohnungsbaus - mindestens 130.000 Wohnungen müssen pro Jahr in den Ballungszentren geschaffen werden.
Bild: dpaPlatz 8: Bonn
In der ehemaligen Bundeshauptstadt Bonn sind sogar 5000 Wohnungen zu wenig. Die Studien der beiden Institute belegen, dass der schrittweise Rückzug des Bundes aus der Wohnungsbauförderung in den vergangenen 15 Jahren zu der aktuellen Wohnungsnot geführt hat.
Bild: dpaPlatz 7: Region Hannover
In und um die Stadt Hannover mangelt es an etwas mehr Wohnungen. 5200 Menschen suchen in der Hauptstadt des Landes Niedersachsen und den Gebieten darum herum nach bezahlbaren Mietwohnungen. Hätten die Bundesländer die soziale Wohnraumförderung im vergangenen Jahrzehnt nicht um nahezu 80 Prozent reduziert, wäre das Bild ein anderes, sagen die Wissenschaftler vom Pestel-Institut.
Bild: dpaPlatz 6: Düsseldorf
In der Landeshauptstadt von Nordrhein-Westfalen fehlen ganze 6.400 Mietwohnungen. Das ist ein Problem: Die Wissenschaftler halten die Wohnungsnot für eine Gefahr für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands, gerade in den Großstädten und Ballungszentren. „Wohnmöglichkeiten und Wohnpreise sind wichtige Standortfaktoren für eine sich immer internationaler orientierende Wirtschaft“, sagt Matthias Günther vom Pestel-Institut.
Bild: dpaPlatz 5: Köln
Bei den verhassten Nachbarn der Düsseldorfer fehlen sogar 7.000 Wohnungen. Konkret gibt es zu wenig erschwingliche Wohnungen. Für einen Großteil der Haushalte in Deutschland werde das Wohnen finanziell immer belastender. „Einkommen und Wohnkosten laufen immer weiter auseinander“, sagt Matthias Günther.
Bild: dpaPlatz 4: Stuttgart
Bei den Stuttgartern würden 8.000 bezahlbare Mietwohnungen sofort Interessenten finden. Ohne eine neue Wohnbaupolitik kommen aber auch im Ländle Mensch und Wohnung nicht so recht zusammen, so die Experten. Einerseits seien Mieten und Nebenkosten bundesweit deutlich gestiegen, andererseits habe die Zahl einkommensschwacher Haushalte zugenommen. „Ein Ende dieser Entwicklung ist gegenwärtig nicht erkennbar“, so Günther.
Bild: APPlatz 3: Hamburg
In der Hansestadt fehlen sogar fast doppelt so viele Wohnungen. 15.000 Mietwohnungen mehr wären in Hamburg nötig, finden die Experten. Damit sich daran etwas ändert, müssten sich die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau deutlich verbessern. Deshalb starteten die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), der Deutsche Mieterbund (DMB), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) die Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“.
Bild: dpa/dpawebPlatz 2: Frankfurt
Ein trauriger Platz zwei geht an die einwohnerstärkste Stadt Hessens. Rund 680.000 Menschen wohnen in der Bankenmetropole - denen 17.500 Mietwohnungen fehlen. „Der Bund sollte sich seiner Verantwortung für die nationale Wohnungsversorgung wieder bewusst werden. Er muss insbesondere steuerrechtliche Hemmnisse beseitigen und in der Wohnungsbauförderung die Initiative ergreifen, um die neue Wohnungsnot zu lindern“ sagt der Rektor der Bochumer Immobilien-Hochschule EBZ Business School, Volker Eichener.
Bild: APPlatz 1: München
Am Schlimmsten ist der Wohnungsmangel in München. In Bayerns Landeshauptstadt leben rund 1,3 Millionen Menschen, die 31.000 Mietwohnungen mehr gut vertragen könnten. Die Verbände hinter der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“ sind sich sicher, dass eine Erhöhung des jährlichen Abschreibungssatzes auf Mietwohnungen Abhilfe schaffen könnte. Sie schlagen vor, den Eigentümern von Miethäusern vier Prozent Abschreibung zu ermöglichen. Das würde das Vermieten attraktiver machen.
Platz 10: Freiburg
Im baden-württembergischen Freiburg fehlen rund 3.000 Mietwohnungen. Das ist das Ergebnis zweier aktueller Studien, die das Pestel-Institut in Hannover und der Bochumer Wohnungsbau-Experte Prof. Dr. Volker Eichener im Auftrag der Kampagne „Impulse für den Wohnungsbau“ erstellt haben. Die Experten warnen: Deutschlandweit müssen in den nächsten fünf Jahren mindestens 825.000 Mietwohnungen neu geschaffen werden.
Die Gefahr besteht darin, dass die Kosten für die Gebäudesanierungen auf die Mieter abgewälzt würden. Das verteuere auf Dauer die Mietkosten. „Den Mietern ist nicht geholfen, wenn sie die Heizkosten bezahlen können, aber dafür die Mieten nicht mehr“, sagte Ulrich Ropertz vom Mieterbund. Jährlich können elf Prozent der Kosten für eine bessere Dämmung auf Mieten umgelegt werden. Ropertz sagte, dies könnte im Schnitt 2,75 Euro mehr im Monat pro Quadratmeter bedeuten.
Missverhältnis bei der Förderung
Erst im Juni hatte der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) vor einer Zuspitzung auf dem Wohnungsmarkt gewarnt, da immer weniger Investoren preiswerten Wohnraum schaffen würden.
"Der Strategiekompass für die richtige CO2-Vermeidungsstrategie bei der Energiewende ist leider abhanden gekommen", sagte GdW-Präsident Axel Gedaschko damals. "Zwischen der Förderung der erneuerbaren Energien und der energetischen Sanierung ist ein deutliches Missverhältnis entstanden", so der GdW-Chef. Zudem lehne der Mieterbund die geplante Mietrechtsänderung ab, wonach energetische Modernisierungen für drei Monate nicht mehr zu einer Mietminderung führen sollen. Auch der Bundesrat hatte diese Pläne am Freitag in einer Stellungnahme abgelehnt. Der Bundestag entscheidet im Herbst.
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