ThemaImmobilien

alles zum Thema
_

Anleger erleichtert: Gagfah bläst Dresdner Wohnungsverkauf ab

Die Immobiliengesellschaft Gagfah wird die Tochter Woba Dresden doch nicht verkaufen. Die von Fortress Investment Group LLC kontrollierte Gagfah behält die 38.000 Wohnungen.

Platz 15: Düsseldorf

Wer sich in der Landeshauptstadt eine schicke Eigentumswohnung zulegen möchte, um es an den Wochenenden nicht weit für einen Spaziergang an der Rheinpromenade zu haben, der musste im Schnitt 2,821 Euro pro Quadratmeter investieren – fast 20 Cent mehr als im ersten Quartal des vergangenen Jahres. Damit ging es für das „Dorf“ mit der längsten Theke der Welt zwei Plätze rauf.

Quelle: Grundlage sind Berechnungen des Beratungsunternehmens empirica für das vierte Quartal 2012. Das Referenzobjekt ist ein Neubau mit 60 bis 80 Quadratmetern und gehobener Ausstattung.

Bild: dpa

Die monatelange Hängepartie ist vorbei: Der Immobilienkonzern Gagfah bläst den milliardenschweren Verkauf seiner 38.000 Dresdner Wohnungen ab. Denn es hat sich eine Bank gefunden, die zur Refinanzierung der auf dem Paket lastenden Schulden von gut einer Milliarde Euro bereit ist, wie Gagfah mitteilte. Die Verträge sollen in Kürze unter Dach und Fach gebracht werden. Den Namen des Geldhauses nannte das Unternehmen nicht. Einem Insider zufolge handelt es sich um die Bank of America. Damit ist einer der größten Immobiliendeals in Deutschland in diesem Jahr vom Tisch.

Anzeige

"Die Refinanzierung ist die bessere Alternative", erklärte Gagfah-Chef Stephen Charlton am Dienstag. So werde der größte Wert für die Aktionäre geschaffen. Anleger sahen das offenbar ähnlich: Die Gagfah-Aktie legte um fast zwei Prozent zu und entwickelte sich damit deutlich stärker als der Nebenwerteindex MDax. Mit 9,31 Euro notiert sie aber weiter deutlich unter dem Nettovermögenswert (NAV), den Gagfah per Ende September mit 13,15 Euro je Aktie angab. Diese Lücke zu schließen und damit zu den Konkurrenten aufzurücken, bleibt die größte Aufgabe für den Konzern 2013.

Stuttgart

Die Großstädte stehen auf dem Einkaufszettel der Wohnimmobilien-Investoren ganz oben. 20 Prozent der Banken, Versicherer, Fonds oder anderen professionellen Marktteilnehmern sehen Stuttgart „besonders im Investmentfokus“. 23 Prozent der Befragten nehmen die Landeshauptstadt aber nicht ins Visier.

Bild: DPA

Die Entscheidung gegen den Verkauf des Dresden-Pakets hatte sich seit längerem abgezeichnet, wie Reuters bereits im Januar berichtete. Die sogenannten Woba-Gesellschaften, die früher in kommunaler Hand waren und seit 2006 zum Konzern gehören, sind das Tafelsilber der Gagfah. Die gut vermieteten Plattenbauten machen etwa ein Viertel des gesamten Portfolios aus und stehen mit 1,8 Milliarden Euro in den Büchern. Mit dem Verkauf hätte der Konzern zwar endgültig einen Haken hinter die zurückliegenden Rechtsstreitigkeiten mit der Stadt setzen können. Doch wäre die Gagfah so stark geschrumpft, dass sie ihren Titel als größte börsennotierte Wohnungsgesellschaft in Deutschland verloren hätte.

Charlton hatte Berichte über einen Notverkauf zwar stets zurückgewiesen. Doch die Veräußerung der Dresdner Wohnungen wurde mit Hilfe der Investmentbank Leonardo konkret durchgespielt, weil der Woba-Kredit im Mai ausläuft und sich die Gespräche mit den Banken hinzogen. Käufer hätte es gegeben: Zu den Interessenten zählte etwa die expansionshungrige Berliner Konkurrentin Deutsche Wohnen, die nun leer ausgeht. Charlton sprach von "attraktiven" Offerten für das Paket. Aus Verhandlungskreisen verlautete, die Angebote hätten nahe am Buchwert gelegen.

Weitere Artikel

Dass eine einzige Bank eine Milliardensumme refinanziert, ist ungewöhnlich. Viele Institute meiden seit der Finanzkrise Klumpenrisiken und backen in der Immobilienfinanzierung nur noch kleinere Brötchen. Für die Gagfah, die mehrheitlich dem US-Finanzinvestor Fortress gehört, hat das Zittern aber auch nach der Woba noch kein Ende, denn auf Konzernebene ist das Unternehmen ebenfalls hoch verschuldet und muss einen Teil der Darlehen 2013 refinanzieren. Charlton hofft nun, mit neuem Schwung in die Verhandlungen zu gehen.

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Warnsignale für die Märkte
Warnsignale für die Märkte

Die Risiken an den Aktienbörsen nehmen zu. Immer mehr Blue Chips drehen ab. Kein gutes Zeichen für die nächsten Wochen....

Einstellungen
Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
FOLGEN SIE WIWO.DE

    Tweets der WiWo-Redaktion

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.