ThemaImmobilien

alles zum Thema
_

Baufinanzierung: Banken legen Hauskäufer an die Kette

von Andreas Toller

Die Banken wollen bei der Vergabe von Immobilienkrediten strenger werden. Für angehende Hausbesitzer besteht aber kein Grund zu Panik. Warum Hypothekendarlehen für Hauskäufer noch länger günstig bleiben.

Bundesweit tätige Immobilienfinanzierer

Bundesweite FilialbankenGesamtwertung¹Bera-
tung¹, ⁷
Kondi-
tionen¹, ⁸
Ser-
vice¹,⁵
Beispiel: Kosten eines Kredits über 10 Jahre (in Euro)⁹
NotePunkteNoteNoteNote90.000 Euro250.000 Euro 
BBBank¹⁰sehr gut88,811216.12253.738
HypoVereinsbanksehr gut85,521116.34952.420
Commerzbankgut84,712216.48954.980
Targobankgut81,431216.34952.420
Deutsche Bankbefriedigend71,923316.46856.029
Santanderbankbefriedigend69,733317.78952.393
Postbankausreichend55,936219.14156.677

¹ sehr gut: über 85 Prozent der Punkte in der jeweiligen Kategorie, gut: über 72 Prozent, befriedigend: über 61 Prozent, ausreichend: über 52 Prozent, mangelhaft: über  44 Prozent, ungenügend: weniger als 44 Prozent; Punkte (Gesamtwertung: maximal 100 Punkte, Beratung: 45 Punkte, Konditionen: 40 Punkte, Service: 15 Punkte), Bonuspunkte möglich; ⁵ bewertet wurden u. a. Erreichbarkeit und Service der Berater am Telefon und im Internet; ⁷ bewertet wurden u. a. Ermittlung von Vermögen und Schulden, Anzahl der durchgerechneten Finanzierungen und Kompetenz des Beraters; ⁸ bewertet wurden u. a. die Konditionen für zwei Kredite (über 90 000 und 250 000 Euro); ⁹ Zinsen und Gebühren (ohne Tilgung), fester Zins über 10 Jahre, Kredit über 90 000 Euro soll in 15 Jahren getilgt sein, Kredit über 250 000 Euro in 25 Jahren, jährliche Sondertilgung von fünf Prozent möglich, Erhebungszeitraum: Oktober/November; ¹⁰ Kunden müssen mit dem Girokonto zur BBBank wechseln

Quelle: Deutsches Kundeninstitut; Stand: 3.12.2012

Bild: dpa

Im Dezember 2012 war die Immobilienfinanzierung so günstig wie nie: Eine Hypothek von 150.000 Euro gibt es inzwischen für nur noch 571 Euro monatlich. Das hat der Finanzdienstleister Dr. Klein für einen Kredit mit zwei Prozent Tilgung, 80-prozentiger Beleihung und zehn Jahren Zinsbindung ausgerechnet. Seit das Unternehmen im Jahr 2009 damit begonnen hat, diese Daten zu erheben, ist das die niedrigste verzeichnete Monatsrate. Genau ein Jahr zuvor war die Monatsrate für diese Standardfinanzierung um mehr als 100 Euro teurer.

Anzeige

Mit den günstigen Finanzierungskonditionen für Hauskäufer und den steigenden Preisen auf dem Immobilienmarkt steigen parallel auch die Kreditsummen: Die durchschnittliche Höhe des Immobilienkredits stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 15.000 Euro auf 166.000 Euro. Mehr als zwei Drittel der Immobiliendarlehen sind mit einem festen Zinssatz ausgestattet. Die durchschnittliche Zinsbindungsfrist für diesen starren Zins liegt bei zwölf Jahren. Kredite mit einem variablen Zinssatz machen hingegen nicht mal 1,7 Prozent der Fälle aus. Kurz: die günstigen Immobilienkredite werden gern genutzt.


Droht das Ende der niedrigen Zinsen?
Als vergangene Woche die Ergebnisse der vierteljährlichen Umfrage der Deutschen Bundesbank unter den Geldinstituten erschienen, klang das in den Ohren einiger wie das Ende der billigen Immobilienkredite. Demnach haben die Banken im letzten Quartal des vergangenen Jahres die Richtlinien für Immobilienkredite leicht Verschärft. Schlimmer noch: Die befragten Banken planen eine deutliche Verschärfung ihrer Kreditvergaberegeln im ersten Quartal 2013. Den Daten zufolge plant mehr als ein Fünftel der von der Bundesbank befragten Kreditinstitute, die Kriterien für die Bewilligung einer Hypothek heraufzusetzen.

Je länger ein Markt boomt, umso mehr Leichtsinn gebiert er. Das wissen auch die Banken. Offenbar wollen sie die Risiken aus einer womöglich leichtfertigen Vergabe von Darlehen an Immobilienkäufer weiter begrenzen. Die Immobilienfinanzierung könnte für Verbraucher schwerer werden - vor allem für jene knapp ausreichender Zahlungskraft.

Ist die Zeit der billigen Immobilienkredite damit vorbei? „Bundesbank warnt: Bauzinsen steigen“ war nach Veröffentlichung der Bundebank-Zahlen zu lesen. Beginnt jetzt eine Torschlusspanik unter Hauskäufern, die sich die günstigen Konditionen noch schnell sichern wollen? Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals baufi24.de, glaubt das nicht. „Verbraucher müssen zwei Dinge unterscheiden: Die Verschärfung der Kreditvergabe einerseits und die Bauzinsen andererseits“, sagt Scharfenorth. „Die Kriterien an eine Kreditzusage haben keine unmittelbare Wirkung auf die Zinshöhe. Wir erwarten auf Sicht der nächsten sechs Monate keine signifikanten Zinserhöhungen, allenfalls mal einen leichten Anstieg.“

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Warnsignale für die Märkte
Warnsignale für die Märkte

Die Risiken an den Aktienbörsen nehmen zu. Immer mehr Blue Chips drehen ab. Kein gutes Zeichen für die nächsten Wochen....

Einstellungen
Dauerhaft aktivieren und Datenübermittlung zustimmen oder deaktivieren:
FOLGEN SIE WIWO.DE

    Tweets der WiWo-Redaktion

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.