Bausparverträge: Belohnung für Sparer mit Ausdauer

Bausparverträge: Belohnung für Sparer mit Ausdauer

, aktualisiert 27. November 2011, 12:19 Uhr
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von Thomas SchmittQuelle:Handelsblatt Online

In Krisenzeiten bringen Bausparverträge mehr Zinsen als Bundesanleihen oder viele Banksparpläne. Die Anbieter verschweigen das aber gerne, weil sie in erster Linie Darlehen vergeben wollen.

DüsseldorfBausparverträge sind unter reinen Renditeaspekten interessanter, als viele denken. Das belegt eine Auswertung der FMH Finanzberatung aus Frankfurt. So werfen die besten Verträge mit einer Laufzeit von sieben Jahren zwischen 2,5 und 3,2 Prozent pro Jahr ab.

Zum Vergleich: Bundesanleihen mit ähnlicher Laufzeit bringen derzeit weniger als zwei Prozent. Auch viele Sparpläne von Banken in der FMH-Datenbank werfen eine geringere Rendite ab. Unter den bundesweiten Angeboten mit festen Zinsen liegen Nordfinanz Bank, Volkswagen Bank und Sparda-Bank München zwischen 2,3 und 2,7 Prozent Rendite. Nur wer in Bayern wohnt, könnte bei der PSD Bank München drei Prozent erzielen und so mit dem besten Bausparangebot konkurrieren.

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Dennoch verschweigen die Bausparkassen ihre guten Renditen gerne, manche verweigern FMH sogar die Veröffentlichung von Vergleichen. Typisch für dieses Verhalten ist die Reaktion des Marktführers aus dem Lager der Volks- und Raiffeisenbanken: „Das Thema Rendite in der Sparphase steht bei Schwäbisch Hall nicht im Vordergrund“, erklärte Sprecher Fritz Schwab auf Anfrage. Reine Renditetarife ergänzten das Tarifangebot nur. Das Bausparen unterscheide sich klar von einem Banksparplan oder einem Festgeldkonto: „Es ist kein reines Anlageprodukt“, lautet das Credo des Marktführers, der damit die Haltung vieler Anbieter wiedergibt.

Bausparen sei vielmehr zielgerichtetes Sparen, um später ein zinsgünstiges Darlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke zu erhalten. Schwab ist sicher, dass die meisten Kunden gar nicht auf hohe Zinsen aus seien. Das belegten Studien: Für 85 Prozent der Schwäbisch-Hall-Kunden seien Finanzieren, Umschulden oder Modernisieren Hauptmotiv für den Abschluss.

Die Renditevariante bieten viele Kassen dennoch auf Nachfrage an. Auch wenn die Ergebnisse attraktiver als anderswo sind, entsprechen auch diese Verträge dem üblichen Bausparmuster. Für Kunden ist dabei die Rendite des Vertrags gar nicht zu erkennen. Denn üblicherweise nennen die Institute nur die Rahmendaten: Neben dem Zins sind Boni, Kosten und das Kleingedruckte zu beachten.

Wer einen Bausparvertrag nur unter dem Renditeaspekt abschließen möchte, muss daher aufpassen, dass er sich im Dickicht von Zins, Bonus, Abschlussgebühr und Nebenbedingungen nicht verzettelt. Ein Bausparvertrag gilt zwar auch in Krisenzeiten als sichere Anlage, doch die Rendite hängt stark von der gewählten Variante und dem eigenen Durchhaltevermögen ab.

So bietet manche Kasse nur einen niedrigen Guthabenzins, dafür aber einen hohen Bonus, wenn man kein Darlehen will. Beim FMH-Spitzenreiter Alte Leipziger Bausparkasse sind das 1,2 Prozent Basiszins und 2,6 Prozent als Bonus – macht also nominal 3,8 Prozent. Zu beachten ist dabei: Der Zins wird nach sieben Jahren rückwirkend nur auf 3,8 Prozent erhöht, wenn keine Vertragsänderungen durchgeführt wurden, erläutert Max Herbst von FMH. Und maximal gibt es die guten Zinsen für acht Jahre.

Andere zahlen von vornherein einen hohen Basiszins und schütten dafür weniger Bonus aus. So liegt der Guthabenzins bei der Debeka Bausparkasse bei drei Prozent. Wer auf das Darlehen verzichtet, wird dann nur mit 0,25 bis 0,6 Prozent belohnt. Trotz des allgemeinen Zinsrückgangs hält die Debeka daran fest: „Wir beabsichtigen derzeit nicht, ihn durch einen anderen Tarif abzulösen“, sagte ein Sprecher.

Zins und Bonus, beeinflussen die Rendite genauso wie die Abschlussgebühr. Diese beträgt ein Prozent und wird an der vereinbarten Höchstsparsumme bemessen, der Bausparsumme.

Max Herbst von der FMH Finanzberatung rät daher, die Bausparsumme nicht zu hoch anzusetzen, weil sonst die Abschlusskosten zu sehr die Rendite des Sparers schmälern. Besser sei es, sie bei Bedarf später zu erhöhen.


Quelle:  Handelsblatt Online
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