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Dank Niedrigzins: Vermieten und Vermögen aufbauen

von Kurt Reimer

Disziplin und billige Hypothekenzinsen helfen: Wer jetzt ein Mietshaus finanziert, kann sich über die Mieteinnahmen recht einfach ein Vermögen aufbauen. Ein Musterfall für die Anlageimmobilie.

Die zurzeit günstigen Baudarlehen verlocken zum Betongold als Kapitalanlage - Allerdings sollten Interessierte einige Punkte beachten Quelle: dpa
Die zurzeit günstigen Baudarlehen verlocken zum Betongold als Kapitalanlage - Allerdings sollten Interessierte einige Punkte beachten Quelle: dpa

Ist das verlockend: Nicht mal drei Prozent Zinsen für ein Baudarlehen, und das Bare auf dem Festgeldkonto soll auch noch weg. Die von der WiWo schreiben doch immer, dass bald die Inflation alles auffrisst. Also Betongold als Anlage, eine Eigentumswohnung oder gar ein kleines Mietshaus. Jetzt oder nie – aber wie?

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Wer so denkt, denkt im Prinzip richtig – darf aber aus lauter Vorfreude oder Torschlusspanik nichts falsch machen. Anlageimmobilien sind nichts für Leute, die den schnellen Gewinn suchen (Ausnahme: Bauträger), zumal jeder Verkaufsgewinn erst nach zehn Jahren steuerfrei ist. Das Ziel: Der Mieter finanziert nicht nur die Kreditzinsen, sondern auch die Rückzahlung des Darlehns. Dank des aktuellen Minizinses durchaus machbar.

Hohe Finanzierungsdauer macht sich bezahlt

Zwar sind die Immobilienpreise vielerorts deutlich gestiegen, aber dank der günstigen Zinsen sind etliche Objekte immer noch rentabel. Daraus folgt: mindestens auf 15 Jahre finanzieren, um das Sonderangebot zu konservieren. Dazu zwei Prozent Tilgung vereinbaren. Dann sind bei Ablauf der Zinsbindung schon rund 40 Prozent getilgt, sodass der – mit großer Wahrscheinlichkeit – höhere Zins der Anschlussfinanzierung nicht die gesamte Konstruktion zerschlägt.

So klappt die Vermietung - Ein Kalkulationsbeispiel (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)
So klappt die Vermietung - Ein Kalkulationsbeispiel (zum Vergrößern bitte Bild anklicken)

Einzelne Wohnungen oder kleine Mietshäuser kann man auch selbst verwalten – das spart noch Geld, kostet aber Zeit und Nerven. Denn der Mieter ruft an, wenn das Klo verstopft ist – erfahrungsgemäß immer am Wochenende. Andererseits: Wer mit seinen Bewohnerkunden großzügig und vernünftig umgeht, hat weniger Probleme als der nickelige Pfennigfuchser.

Krisensicheres Betongold

In dieser Überschussrechnung fehlt ein Punkt, mit dem sich jeder Anleger gern belügt: Die Nettorendite ist geringer, weil das Eigenkapital, als Festgeld angelegt, einen kleinen Gewinn abgeworfen hätte (der je nach Ausnutzung des Freibetrags sogar steuerfrei sein könnte). Aber es wäre eben kein krisensicheres Betongold. Achtung: Ein Objekt, das nur dank Steuerabschreibung einen Überschuss erzielt, ist gefährlich. Geht mal der eigene Job verloren, bricht mangels Steuerersparnis die Finanzierung zusammen.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 27.06.2012, 08:01 UhrKPSNeustadt

    Es steht jedem frei seine Anlageklasse zu bestimmen. Jedoch sollte der Anleger in Immobilien das Risiko Mensch berücksichtigen. Nach 15- jährigen Erfahrung im Immobilienbereich, können wir nur diese Anlageklasse, die Direktimmobilie, finanzstarken Kunden empfehlen und nicht Investoren aus steuerlichen Gründen. Hier gibt es eindeutig bessere Anlagemöglichkeiten. Der Mieterwechsel und das Mietausfallrisiko scheint bei so manchen, der den Steuergeiz auferlegen ist, völlig verdrengt zu werden. Ich bezahle gern Steuern, da diese aus Gewinn resultieren! Also Ihr Steuersparer, Ihr fahrt auf Straßen die ich mitbezahle!

  • 26.06.2012, 19:36 UhrAnonym

    Und im Kalkulationsbeispiel mit 50 Prozent Steuersatz gerechnet? Habe ich eine Steuerreform verpasst? Das sind ja tolle Tips für zukünftige Vermieter. Die Online-Artikel der Wirtschaftswoche haben teilweise ein so grauenhaftes inhaltliches Niveau, dass es einen schaudert...

  • 26.06.2012, 17:04 UhrMario

    Tilgungsfreie Darlehen lohnen sich also nicht bei einer Anlageimmobilie - wenn man dem Verfasser glauben darf. Aber wie sieht es denn bei der klassischen Finanzierung aus? Mit jedem getilgten EUR sinkt die Restschuld und folglich auch die Zinsbelastung. Da aber bei einem normalen Annuitätendarlehen die monatliche Rate gleich bleibt, steigt folglich auch die Tilgung. Im Laufe der Jahre wird nun der Anteil, den ich als Werbungskosten berücksichtigen darf, immer kleiner und das zu versteuernde Einkommen steigt. D.h. hier läuft man langfristig in eine Steuerfalle - was bedacht werden sollte. Daher ist ein tilgungsfreies Darlehen für eine Anlageimmobilie für mich eigentlich kompromisslos.

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