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Deutscher Mietmarkt: Kaltmiete frisst ein Fünftel des Einkommens

von Reiner Reichel Quelle: Handelsblatt Online

Rund ein Fünftel ihres Einkommens geben die Deutschen für die Kaltmiete ihrer Wohnung aus. Das ergibt die erste Wohnkostenkarte des Maklerverbands IVD für die Bundesrepublik. Besonders auffällig: die Hauptstadt.

Der Stadtteil Prenzlauer Berg in Berlin: Am Haushaltseinkommen gemessen ist die Hauptstadt die zweitteuerste deutsche Stadt für Mieter. Quelle: picture-alliance/ ZB
Der Stadtteil Prenzlauer Berg in Berlin: Am Haushaltseinkommen gemessen ist die Hauptstadt die zweitteuerste deutsche Stadt für Mieter. Quelle: picture-alliance/ ZB

DüsseldorfWo viel verdient wird, sind auch die Mieten hoch. Das zeigt die erstmals erstellte Wohnkostenkarte des Maklerverbandes IVD zu den zehn größten Städten in Deutschland. Die Analysten des IVD verglichen das durchschnittliche Nettohaushaltseinkommen im Monat mit der Durchschnittsmonatsmiete einer Stadt. "So manches Schreckensbild wird durch die Karte entzerrt", meint IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick beim Vergleich der Mietkosten in Berlin und München.

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Gemessen am Haushaltseinkommen ist Berlin die zweitteuerste Stadt für Mieter hinter München. Das liegt eindeutig am geringen Einkommensniveau der Hauptstadt. Es erreicht grob gerechnet nur zwei Drittel des Einkommens in der bayerischen Landeshauptstadt. Im Großen und Ganzen frisst die Kaltmiete in allen Städten zwischen 20 und 23 Prozent des Einkommens.

Für Menschen, die in eine dieser Städte ziehen oder innerhalb der Stadt umziehen möchten, kann es sehr viel teurer werden als es die IVD-Zahlen zeigen. Das ist aus einer Studie zu den Mieten, zu denen Wohnungen in deutschen Großstädten angeboten werden, ablesbar. Zwar sind die Zahlen des Beratungsunternehmens NAI Apollo nicht exakt mit denen des IVD vergleichbar, weil NAI keine Musterwohnung als Basis nimmt. Aber die von NAI ermittelten aktuellen Angebotsmieten liegen deutlich über den Vertragsmieten.

Berlin fällt besonders auf, weil die Angebotsmiete mit 7,75 Euro je Quadratmeter um 25 Prozent über den aktuellen Ist-Mieten des IVD liegen. Nicht nur das: Berlin weist auf Basis der NAI-Daten gegenüber dem Vorjahr eine Mietsteigerung von 8,4 Prozent aus. Die Dynamik des Berliner Mietmarktes spiegelt sich auch in der Nachfrage nach Wohnungsportfolios in der Hauptstadt wider. "Berlin steht in den vergangenen zwei Jahren im Mittelpunkt des Investmentgeschehens", heißt es in der NAI-Studie. Rund 23 Prozent der Portfoliotransaktionen mit mehr als 30 Wohnungen seien auf Berlin entfallen, was einem Volumen von zwei Milliarden Euro entspreche.

Die steigenden Mieten gehen einher mit einem Leerstandsabbau. Laut einer Studie der HSH Nordbank sank er gegenüber dem vergangenen Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 2,4 Prozent und soll im nächsten Jahr nochmals ein wenig zurückgehen. Denn der Wohnungsneubau kann mit den Zuzügen nicht Schritt halten. Die Analysten der HSH zählten im vergangenen Jahr nur einen Anstieg der fertiggestellten Wohnungen um 500 auf 4 700 Einheiten. Gleichzeitig nahm die Zahl der Haushalte um 20 500 zu.

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