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Energietechnik: Minikraftwerke für Eigenstrom

von Dieter Dürand

Mini-Kraftwerke, die Elektrizität und Wärme für Eigenheime produzieren, stehen vor dem Durchbruch.

Mini-Kraftwerke machen das Eigenheim zum Kraftprotz Quelle: Illustration: Roland Warzecha
Mini-Kraftwerke machen das Eigenheim zum Kraftprotz Quelle: Illustration: Roland Warzecha
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Seit sein Blockheizkraftwerk von der Größe einer Kühltruhe angeschlossen ist, steigt Jörg Sieland täglich in den Keller seines Einfamilienhauses. Der erdgasbetriebene Ecopower e3.0 des Gerarer Herstellers PowerPlus Technologies, einer Tochter des Heiztechnikspezialisten Vaillant, erzeugt drei Kilowatt (kW) elektrische und acht kW thermische Leistung. Genug, um Sielands 400-Quadratmeter-Neubau im sauerländischen Sundern mit Wärme und heißem Wasser zu versorgen.

Freude bereitet dem 37-jährigen Vater vor allem der Blick auf den Stromzähler: Statt für rund 20 Cent Haushaltsstrom zu beziehen, deckt er seinen Bedarf jetzt zu Erzeugungskosten von sechs Cent mit seinem Keller-Kraftwerk. Zusätzlich werden ihm 5,11 Cent pro erzeugte Kilowattstunde auf der Stromrechnung gutgeschrieben. Und produziert er zu viel Energie, kann er die überschüssige Menge für knapp vier Cent je Kilowattstunde in das öffentliche Stromnetz einspeisen. 17.000 Euro hat das Kleinkraftwerk gekostet, 3000 Euro hat der Staat zugeschossen. Und schon „nach sechs Jahren hat sich die Anlage amortisiert“, sagt Sieland.

Zahlreiche Mini-Kraftwerke kommen auf den Markt

Diese Rechnung stellen gerade viele Hausbesitzer auf. Denn in den nächsten Monaten kommen zahlreiche neue Mini-Kraftwerke für Ein- und Zweifamilienhäuser auf den Markt, die es bislang nur für größere Immobilien gab. Angetrieben werden die Anlagen von einem Verbrennungsmotor, der mit Erdgas, Rapsöl oder Holzpellets befeuert wird. Dieser Motor produziert Wärme und über einen angeschlossenen Generator Strom. Die doppelte Energieerzeugung ist höchst effizient. Sie senkt nicht nur den Rohstoffverbrauch sondern auch die CO2-Emissionen. Grund genug für die Bundesregierung, die Anschaffung einer solchen Anlage im Rahmen des Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetzes zu fördern. Das lohnt sich: PowerPlus-Chef Olaf Ortlieb erwartet bereits im nächsten Jahr „zweistellige Zuwächse“.

Zusammen mit dem Autohersteller Honda bringt Vaillant nun ein noch kompakteres Minikraftwerk auf den Markt, das mit 1,0 kW elektrischer und 2,8 kW thermischer Leistung auf den Bedarf kleinerer Einfamilienhäuser zugeschnitten ist. Der japanische Autobauer hat in seiner Heimat und den USA bereits mehr als 80.000 solcher Anlagen installiert.

Markt in Bewegung

Zu den Großeinsteigern im Geschäft mit Minikraftwerken gehört der Berliner Energieversorger Gasag. Das Unternehmen vertreibt ab März 2010 über seine Vertriebstochter Direkt-Service-Energie (DSE) bundesweit das Keller-Kraftwerk WhisperGen. Kosten: rund 17.000 Euro. DSE hofft, 8000 Anlagen pro Jahr verkaufen zu können. Auch die Vaillant-Konkurrenten Viessmann und Buderus haben inzwischen ähnliche Geräte angekündigt. Die 100.000 Minikraftwerke mit VW-Gasmotoren, die der Hamburger Öko-Energieversorger Lichtblick aufstellen will, sind dagegen nur für große Gebäude interessant. „Wir vermieten die nur an Kunden mit einem Mindest-Gasverbrauch von 45 000 Kilowattstunden im Jahr“, teilt das Unternehmen mit.

Der Markt der Minikraftwerke ist in Bewegung. Und das wird auch so bleiben. So lange jedenfalls, wie die Bundesregierung die Förderung unangetastet lässt.

10 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 25.02.2010, 13:23 UhrAnonymer Benutzer: FrankÖ

    > vandale: daß Strom- und Wärmebedarf (in unseren geografischen breiten) nicht deckungsgleich sind, ist eins der wenigen zutreffenden Gegenargumente. ich halte diese Mini-Kraftwerke zumindest derzeit noch für ökonomischer als Photovoltaik. Thermische Solarenergiegewinnung ist hoffentlich unumstritten.
    Die brennstoffkosten für Haushalte und Kleingewerbe liegen nur deshalb so hoch, weil sie von der Preispolitik der Konzerne zur Subvention der Großverbraucher mißbraucht werden! Die grenzdebile Formel "nimm 3, zahl 2" ist mit ein Grund der uferlosen Energieverschwendung !
    Atomstrom wurde seit jeher vom Steuerzahler subventioniert und der erforderliche Rohstoff Uran ist eher noch knapper als Erdöl/Gas und dessen Gewinnung alles andere als "sauber". Also bitte nicht, andere als Ökoreligionsfanatiker verhöhnen und selber nur Halbwahrheiten verbreiten !

  • 19.02.2010, 23:46 UhrAnonymer Benutzer: vandale

    Mini bHKW nüchtern betrachtet............

    Der Strombedarf eines Haushalts ist nicht deckungsgleich mit dem Wärmebedarf. beispielsweise wird auch im Sommer Strom benötigt, jedoch kaum Wärme. Deshalb kann ein derartiges Kraftwerk entweder Stromgeführt werden, der hohe Wirkungsgrad wird nicht genutzt, es produziert nützlichen Strom zu einem Vielfachen des Preises von Großkraftwerken, oder es wird Wärmegeführt. in diesem Fall gibt es analog von Sonne und Wind lediglich wertlosen Zufallsstrom ab der mittels vorhandener Subventionsgesetze auf Kosten der Allgemeinheit subventioniert wird.
    ...
    Des weiteren liegen die brennstoffkosten von Haushaltserdgas, Heizöl, oder Holzpellets bei einem Vielfachen der Kosten von Kraftwerkskohle, oder Kernbrennstoff...

    Ein weiteres ökoreligiöses Subventionsmonster läßt grüßen. Die vollständige Analyse findet man unter www.oekoreligion.npage.de , Seite Öko Energie, Artikel Mini bHKW Vandale

  • 09.02.2010, 22:57 UhrAnonymer Benutzer: Klaus

    Kirche im Dorf lassen...Russland war immer ein verlässlicher Gaslieferant..selbst zu Ostblockzeiten.
    Daran wird sich nicht viel ändern....

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