Energiewende: Sanierungen gefährden preiswerten Wohnungsbau

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Energiewende: Sanierungen gefährden preiswerten Wohnungsbau

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Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen erwartet, dass in diesem Jahr mehr als 200.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden. Problematisch sei aber, dass diese vor allem im hochpreisigen Segment entstünden, sagte der Verbandspräsident.

von Katja Joho

Für Mieter mit geringem Einkommen könnte das Gebäudesanierungs-Konzept bald zum Problem werden. Der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen warnt davor, dass preiswerter Wohnraum „wegsaniert“ werden könnte.

In Deutschland wird stärker in Wohnungsbau und -sanierungen investiert. Eigentlich ein Grund zur Freude. Aber von Axel Gedaschko, Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), kommt trotzdem eine konkrete Warnung, denn die guten Zahlen, wie zehn Prozent Investitionssteigerungen, können einen Aspekt nicht verstecken: Der Investitionswille von Unternehmen in preiswerten Wohnraum in Deutschland schrumpft. Der Wohnraum selbst damit auch.

"Der Strategiekompass für die richtige CO2-Vermeidungsstrategie bei der Energiewende ist leider abhanden gekommen", sagt Axel Gedaschko. "Zwischen der Förderung der erneuerbaren Energien und der energetischen Sanierung ist ein deutliches Missverhältnis entstanden", so der GdW-Chef. Der Verband vertritt rund 3000 Wohnungsunternehmen, die bundesweit sechs Millionen Wohnungen vermieten. Das ist rund ein Drittel des deutschen Mietwohnungsmarktes.

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Während die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien mit rund 465 Euro gefördert werde, um eine Tonne CO2 zu vermeiden, seien es bei der energetischen Gebäudesanierung noch nicht einmal 70 Euro. "Dies ist eine große Fehlallokation von Mitteln, die wir aber nur ein einziges Mal haben und somit auch nur einmal ausgeben können, um die Ziele der Energiewende zu erreichen", so Gedaschko. Hier müsse die Politik dringend nachjustieren.

Preiswerter Wohnraum darf nicht „wegsaniert“ werden

Die Botschaft des GdW-Präsidenten an die Bundesregierung: Bei der Energiewende dürfe man die sozialen Auswirkungen nicht aus den Augen verlieren. Gerade bei der Vermietung an untere Einkommensschichten sei es wichtig, dass der Staat seine eigenen Ziele konsequent ernst nimmt.

„Es wird viel zu wenig für die Gruppe gebaut, die wenig Einkommen hat“, so Gedaschko. Bei fehlendem staatlichen Mehrkostenausgleich müsse durch die Höhe der Förderung vermieden werden, dass preiswerter Wohnraum „wegsaniert“ würde.

Anhand der Angaben der eigenen Mitgliedsunternehmen rechnet der GdW damit, dass die Investitionen in der Branche 2012 um rund 9,7 Prozent ansteigen werden. Für die GdW-Unternehmen bedeutet das erstmals seit 2001 die 10-Milliarden-Marke wieder zu überschreiten.

Vor allem die Investitionen in den Neubau steigen derzeit mit rund 25 Prozent stark an. "Diese positiven Erwartungen hängen einerseits mit dem Wirtschaftswachstum der letzten Monate zusammen. Allerdings ist das Erreichen dieser hohen Marke auch abhängig davon, wie sich die Märkte in Deutschland künftig entwickeln", so Gedaschko.

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