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Europas Immobilienkrise: Der Einbruch steht kurz bevor

Quelle: Handelsblatt Online

Europa steuert auf eine Immobilienkrise zu: In Spanien stehen massenweise Wohnungen leer. In der Schweiz und in Frankreich steigen die Preise ins Unbezahlbare. Auch in Deutschland gibt es erste Anzeichen einer Blase.

Neue Appartements in Madrid. Häuser kann sich kaum noch jemand in Spanien leisten. Quelle: Reuters
Neue Appartements in Madrid. Häuser kann sich kaum noch jemand in Spanien leisten. Quelle: Reuters

Die Immobilienkrise in Spanien hat ihren Höhepunkt noch nicht erreicht, und die schwersten Folgen der Blase stehen noch bevor, glaubt der IWF. Nach seinen Schätzungen reicht der bisherige Preisabsturz noch lange nicht aus, um Angebot und Nachfrage wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

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Auch in Deutschland wächst die Angst vor einer Überhitzung des Wohnungsmarkts. Jeder dritte Bundesbürger hält es für möglich, dass es in den kommenden zwei Jahren zu einem Einbruch kommt, ergab eine Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest. Doch die Gefahr, hierzulande eine Blase wie auf der iberischen Halbinsel zu erleben, ist weit geringer.

Dass die Lage in Spanien deutlich dramatischer ist, liegt vor allem an der unterschiedlichen Art zu wohnen. Spanien ist ein Land der Eigentümer, Deutschland eines der Mieter. In Spanien wird Baugeld variabel verzinst, in Deutschland langfristig zu einem Festzins vergeben. Steigen die Zinsen, fressen sie deshalb in Spanien ein immer größeres Stück des Familieneinkommens. In Deutschland bleibt die monatliche Belastung über viele Jahre gleich. Dabei haben die Spanier in einem Punkt zurzeit noch Glück: Die Zinsen sind niedrig. Doch ein anderes Problem drückt sie: Arbeitslosigkeit. Während sie in Spanien in der Wirtschaftskrise auf mehr als 20 Prozent gestiegen ist, beträgt sie in Deutschland zurzeit 6,6 Prozent.

Ende eines Booms: Als im Jahr 2007 die Finanzkrise heraufzog, brach die Nachfrage nach Wohnungen in Spanien ab. Seitdem sind die Wohnungspreise um rund 30 Prozent gefallen. Dennoch liegen die Verkaufspreise nach Berechnungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) noch immer um rund 20 bis 25 Prozent über den Angebotspreisen. Aber nicht nur Eigentümer wehren sich gegen weitere Preiszugeständnisse. Auch die spanischen Banken haben kein Interesse daran. Denn sinkende Preise erhöhen ihren Abschreibungsbedarf. Deshalb warten noch immer fast eine Million Wohnungen auf einen Käufer. Die IWF-Experten gehen davon aus, dass es etwa vier Jahre dauern wird, bis das Überangebot abgebaut ist.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 17.07.2012, 10:57 Uhrrolf

    Das Problem ist doch, dass die Immobilienpreise sich nicht nach den Herstellkosten richten, sondern sich je nach Marktlage spekulativ entwickeln. Damit ist der Crash vorprogrammiert.
    Irgendwann wird auch der dümmste Käufer begreifen, dass er auch für Immobilien nur den materiellen Wert und nicht den spekulativen bezahlen sollte.

  • 14.07.2012, 09:05 UhrNichtWichtig1975

    Man muss in Spanien ebenfalls berücksichtigen, dass die Löhne dort viele zuhoch sind. Genauso wie in Griechenland. Das sollte man bei der Berechnung ebenfalls berücksichtigen, da die Löhne noch korrigiert werden müssen. Das wird mit dem Euro Austritt geschehen. Auf Euro bzw. DM Basis ist der Abwärtungsdruck dann noch einmal enorm. Als Anhaltspunkt kann man hierbei Häuser in der Türkei nehmen, die ähnlich gebaut werden. Erst wenn der Preis für ein durchschnittliches Einfamilienhaus auf ca. 50.000 Euro gesunken ist, wird der Preisverfall gestoppt sein. Die Negativhebel sind die viel zu hohen Löhne und ein viel zu niedriges Zinsniveau für dieses Land. Nach dem Austritt aus dem Euro wird eine entsprechende Abwertung stattfinden. Dann liefert die EZB kein billiges Geld mehr.

  • 13.07.2012, 15:30 UhrOekonomiker

    • Das Desaster ist vollendet, wenn den Banken nicht sofort ein Stopp gesetzt wird

    Lesen Sie -lesen sie - lesen sie - lesen sie

    Der Ökonomiker fasst in diesen Tagen alle wichtigen Ereignisse der letzten Jahre zusammen.

    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/03/standpunkt-191-update-enteignung.html

    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/stanpunkt-291-derivate-desaster.htmltp://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-300-sinn-lich-okonomenstreit.html

    • http://www.heise.de/tp/artikel/37/37234/1.html

    • http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-301-nachrichten-ticker-1007.html

    • Lesen Sie standpunkt 301 hier ein Auszug
    • Kommentar: Nein, es ist eine Bankenkrise mit inkludierter Vertrauenskrise von Bank zu Bank. Die geschilderten Lösungsansätze sind grundsätzlich richtig, aber nur nützlich, wenn vorher die Bankenbilanzen vom Giftmüll befreit, Schattenbanken und Zweckgesellschaften konsolidiert und nicht mehr lebensfähige Banken abgewickelt werden, ohne jede Rücksicht auf Rang und Namen.
    http://der-oekonomiker.blogspot.de/2012/07/standpunkt-304-hintergrundwissen.html

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