
Big Business: 2006 verbuchten die Banken 900 Milliarden Euro offene Immobilienkredite in ihren Büchern. Und damit die Billion naht, werden die Banken in ihren Kreditangeboten endlich flexibler. Das ist bitter nötig, denn die zunehmend erforderliche Jobmobilität, die Sorge vor Arbeitslosigkeit oder Scheidung erschweren vielen potenziellen Kunden die Entscheidung für die eigenen vier Wände und einen hohen Kredit. „Vor zehn Jahren boten 95 Prozent der Banken keine Sondertilgung. Jetzt bieten sie alle an und kassieren dafür entweder gar nichts oder nur 0,1 Prozent des Kreditbetrags“, sagt Max Herbst, Chef der FMH-Finanzberatung. Ein anderes großes Plus: Seit zwei Jahren offerieren vor allem Direktbanken eine variable Tilgung. Zwei bis drei Mal während der Zinsbindung kann die monatliche Rate zwischen einem und fünf Prozent variiert werden. Nachdem sich Banken und Kunden seit Jahren um die akzeptable Höhe des Strafzolls für entgangene Zinsen bei einem vorzeitig abgelösten Kredit streiten, entspannt sich auch hier die Lage. Nicht zuletzt, weil sich die Gerichte hinter die Bankkunden stellen.
Immer wieder Ärger mit Krediten und Darlehen
Herbst beobachtet: „Es wird modern, gar keine Vorfälligkeitsentschädigung mehr zu fordern und im Gegenzug etwa 0,45 Prozent auf den Kreditzins aufzuschlagen.“ Soweit das Positive. Aber noch immer gibt es viel Ärger ums Geld:
130 Prozent-Kredit. Das nennt man wohl haarscharf auf Kante genäht: Wer null Eigenkapital hat, dem offerieren einige Banken Darlehen, die auch die Kaufnebenkosten – rund zehn Prozent der Kaufsumme – und die Einbauküche einschließen. Dieser vermeintliche Rundum-sorglos-Service ist teuer. Christian Schmid-Burgk von der Verbraucherzentrale Hamburg warnt: „Kunden zahlen für einen 10-Jahres-Kredit 5,6 bis 5,8 Prozent effektiven Jahreszins. Bei Angeboten, die klassisch 80 Prozent finanzieren, sind es um 4,9 Prozent.“








