Finanzkrise: Der wahre Test für den US-Häusermarkt

Finanzkrise: Der wahre Test für den US-Häusermarkt

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Hausverkauf in Arlington im US-Staat Virginia: Die US-Immobilienpreise stehen unter Druck

von Andreas Henry

Ist der Absturz der Immobilienpreise in den USA beendet? Damit könnte eine der Hauptursachen für die Finanz- und Wirtschaftskrise ad acta gelegt werden. Doch Vorsicht, nicht zu schnell zu optimistisch werden, warnt nicht nur der Yale-Professor Robert Shiller, der mit seinen Vorhersagen zur Krise bisher ziemlich gut gelegen hat.

Plus 0,3 Prozent – das ist für die Optimisten mehr als ein kleiner Hoffnungsschimmer. Um diesen saisonal bereinigten Betrag stiegen in den USA laut dem viel beachteten S&P/Case-Shiller Index die Hauspreise in den USA im vergangenen Januar auf den 20 wichtigsten lokalen Immobilienmärkten im Vergleich zum Vormonat Dezember. Seit dem Herbst 2007 hatte dieser wichtige Indikator sich fast im freien Fall befunden. Sehr zum Erstaunen vieler Amerikaner, die an die Mär von immerfort steigenden Immobilienpreisen geglaubt hatten, gaben die Preise landesweit insgesamt um rund 30 Prozent nach. In besonders überhitzten Märkten wie in Florida, Nevada und Teilen Kaliforniens verloren viele Immobilien in wenig mehr als zwei Jahren sogar über die Hälfte ihres Wertes.

Shiller befürchtet Rückfall in die Rezession

Auch der nicht gerade als Berufsoptimist bekannte Yale-Professor Robert Shiller, einer der Namensgeber und Entwickler des Case-Shiller-Hauspreisindex, sieht in dem Minianstieg im Prinzip ein ermutigendes Signal. Zumal gleichzeitig das Wachstum in den USA zuletzt deutlich angezogen ist und die Zahl der Arbeitslosen zurück ging. „Dennoch mache ich mir Sorgen über einen Double Dip,“ einen Rückfall in die Rezession, sagte Shiller in der vergangenen Woche in mehreren Interviews. Ein weiteres  Konjunkturpaket könne notwendig werden um die Wirtschaft zu stützen, „aber ich fürchte, dafür gibt es derzeit keine politische Unterstützung.“

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Aus Shillers Sicht liegt die Wahrscheinlichkeit für einen Double Dip bei 50 Prozent. Der Grund dafür: Die jetzt erkennbare positive Zuckung nach oben sei möglicherweise nur vorübergehend und auf massive staatliche Stützen für den Immobilienmarkt zurück zu führen. 80 bis 90 Prozent des Marktes für Wohnimmobilien sei in irgendeiner Form staatlich beeinflusst, sagt Shiller, „und wir wissen, dass das nicht weitergehen kann“.

Staatliche Stützung läuft aus

Die Gefahr, dass die notwendige Anpassung der Hauspreise durch zahlreiche staatlich geförderte Programme nur verzögert worden ist, sehen auch andere Immobilienexperten. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die leichte Erholung nachhaltig ist, oder ob die Preise erneut ins Minus rutschen, wenn viele dieser Programme auslaufen. So wurde eine lukrative Steuervergünstigung von bis zu 8000 Dollar für Hauserstkäufer nochmals verlängert und läuft jetzt Ende Juni aus. In diesen Tagen stoppt die US-Notenbank zudem ihre Aufkäufe von so genannten Mortgage-Backed-Securities, das sind Wertpapiere, die sich aus Hypotheken zusammen setzen. Die Federal Reserve hatte damit maßgeblich dazu beigetragen, die Zinsen für Hypotheken niedrig zu halten. Eine andere Behörde, die Federal Housing Administration, hatte großzügig sogar Darlehen vergeben und garantiert, wenn die Käufer nur 3,5 Prozent der Kaufsumme anzahlen konnten. Die Versicherungssummen für solche Kredite steigen jetzt an und werden diese deshalb verteuern.

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