Fortbildung statt Übernahmekampf: Deutsche Wohnen-Vorstand schwänzt Roadshow und verärgert Investoren

exklusivFortbildung statt Übernahmekampf: Deutsche Wohnen-Vorstand schwänzt Roadshow und verärgert Investoren

von Harald Schumacher

Beim Fusions-Monopoly im Markt der deutschen Vermietungskonzerne hat der Deutsche-Wohnen-Finanzchef internationale Investoren und eigene Aktionäre massiv verärgert.

Sie nehmen Vorstandschef Michael Zahn übel, dass er bei seiner Roadshow in London, Paris, Frankfurt und den Niederlanden den Plan zur Übernahme des Konkurrenten LEG ohne Finanzvorstand Andreas Segal vorstellte. Segal ist bei Deutsche Wohnen für die Beziehungen zu den Anlegern zuständig. Der Manager befindet sich aber zwei Monate lang bei einer „sehr lange geplanten Executive-Weiterbildung“ an der Harvard-Universität in Boston, bestätigte die Deutsche Wohnen gegenüber der WirtschaftsWoche. Die Fortbildung begann Anfang September, kurz bevor Zahn den Plan zur Übernahme der LEG  öffentlich machte. Während der gesamten Roadshow-Phase fehlte Segal. Anfang November kehrt er angeblich aus den USA zurück.

Mit den 110.000 LEG-Wohnungen und den eigenen 142 000 Einheiten will Zahn dem Marktführer Vonovia (370 000 Wohnungen) Paroli bieten. Seit aber Vonovia-Chef Rolf Buch Mitte Oktober ein Übernahmeangebot für die Deutsche Wohnen macht, rücken institutionelle Anleger zunehmend von Zahns Übernahmeplan ab. Sollte der LEG-Deal scheitern, wäre das bereits Zahns zweiter Übernahme-Flop in diesem Jahr. Im Frühjahr hatte der Deutsche-Wohnen-Chef bereits  vergebens versucht, die österreichische Conwert-Gruppe zu übernehmen.

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