Frankfurt: Geld treibt Preise

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Skyline der Bankenmetropole Frankfurt am Main; Nach dem Beinahekollaps des Finanzsystems peilen erste Banken wieder Rekordgewinne an

von Heike Schwerdtfeger

Die Einwohnerzahl steigt und Neubaugebiete werden dankbar angenommen. Die schon traditionell beliebten Stadtteile sind weitgehend abgegrast. Immobilienkäufer müssen sich umorientieren.

Frankfurt wächst: Heute leben rund 690.000 Menschen in der Stadt, bis 2020 sollen es 725.000 sein - das wären jährlich 3333 Menschen mehr, die eine Bleibe suchen. Steigende Mieten und Immobilien-Kaufpreise sind die Folge. Im Kommunalwahlkampf im März warf die Opposition Oberbürgermeisterin Petra Roth vor, sich zu wenig um bezahlbaren Wohnraum zu kümmern. Roth ließ daraufhin bei der städtischen Wohnungsgesellschaft ABG Frankfurt Holding nachrechnen und die ermittelte eine Durchschnittsmiete von 6,83 Euro. Das wäre nur ein Euro mehr als vor zehn Jahren. Wer jetzt neu mieten will, der zahlt allerdings einen Durchschnittspreis für den Quadratmeter von rund elf Euro. Für ihre Neubauten verlangt auch die städtische Wohnungsgesellschaft zwischen elf und 13 Euro Nettokaltmiete. „Das liegt an den hohen Grundstückspreisen und Baukosten im Ballungsraum Rhein-Main", sagt ABG-Geschäftsführer Frank Junker.

Alternativstandorte gesucht

Obwohl die Preise hoch sind, füllen sich die in den vergangenen zehn Jahren entwickelten Mega-Neubaugebiete rund um die Stadt wie Riedberg im Norden, Rebstockgelände und Europaviertel im Westen, Friedberger Warte im Osten. Weitere Riesenflächen fehlen und die Grünen im Stadtparlament werden es nicht zulassen, dass Grüngürtel angeknabbert werden. Erst einmal werden Baulücken geschlossen.

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Denn teure und gefragte Viertel wie Nordend, Westend und Sachsenhausen sind weitgehend abgegrast. „Der Immobilienumsatz ist dort nicht mehr sehr hoch, denn jeder Eigentümer hat schon zig Anfragen von Interessenten bekommen", sagt Michael Debus, Leiter des Gutachterausschusses der Stadt Frankfurt. Auch der Platz für das Wohnen am Main ist nur beschränkt. Und alles, was rar ist, wird teurer. Deshalb steigen inzwischen auch die Preise in Ortsteilen wie dem nahe Höchst gelegenen Griesheim für Wohnungen und Häuser mit Blick aufs Wasser.

Von der Suche nach Alternativstandorten profitieren Viertel wie Bockenheim. Dort soll das ehemalige Universitätsgelände mit Wohnungen bebaut werden. „Das ist ein attraktiver Standort mit bestehender guter Infrastruktur", sagt Debus. Das wissen auch die Projektentwickler und Schnäppchenpreise wird es dort nicht geben.

Aber auch als Schmuddelviertel verpönte Standorte wie Gutleut und Gallus in Bahnhofsnähe stehen vor einem Imagewechsel. Dort lockt Investoren ein großer Altbaubestand, der vielfach noch unsaniert und bezahlbar ist. Das angrenzende Neubauareal Europaviertel strahlt nach Meinung von Debus schon positiv in die Viertel aus. Die dortigen Neubauwohnungen locken für Quadratmeterpreise um die 3100 Euro viele Käufer. Wohnqualität allerdings null - keine Einkaufsmöglichkeiten, Baustellenlärm und Dreck, weil noch über Jahre an einem Einkaufszentrum und weiteren Immobilien gebaut wird.

Traumstandorte sehen anders aus, sind aber wie das Holzhausenviertel im Nordend für die meisten unbezahlbar. Andere müssen laute Zufahrtstraßen oder Blick auf das Gleisbett des Hauptbahnhofes akzeptieren. Auf dem früheren Gelände des insolventen Baukonzerns Philipp Holzmann im bahnhofsnahen Gallusviertel sollen neben den Gleisen 600 Wohnungen entstehen. „Das Viertel ist auf dem besten Wege trendig zu werden", glaubt Mathias Düsterdick, Geschäftsführer des Düsseldorfer Projektentwicklers PDI, der das Areal bebaut. Zielgruppe für die Flächen: Menschen, die nach der Arbeitswoche schnell aus der Stadt verschwinden wollen.

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