Fusion von Deutsche Annington und Gagfah: Der neue Wohnungsriese braucht ein neues Image

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KommentarFusion von Deutsche Annington und Gagfah: Der neue Wohnungsriese braucht ein neues Image

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Altbauten im Berliner Kiez Friedrichshain

von Harald Schumacher

Die beiden Wohnungskonzerne   Deutsche Annington und Gagfah wollen fusionieren. Das eingesparte Geld muss vor allem in die Sanierung fließen - und damit in die Beziehungen zu den Mietern.

Es klang ein bisschen nach Nationalstolz, als Rolf Buch die frische Nachricht von der Fusion der beiden Branchengrößen der deutschen Wohnungswirtschaft verkündete: „Es gibt keinen Grund, warum man das Feld Franzosen oder ähnlichen überlassen sollte“, sagte der Vorstandschef der Deutschen Annington.

Buch hegt keine Ressentiments gegen die Nachbarn im Westen, sondern will einen Anspruch gegenüber den Investoren verdeutlichen: Wer in die europäische Wohnungswirtschaft investieren will, kommt an dem neuern Riesen mit 350.000 Wohneinheiten nicht vorbei. Die Deutsche Annington, ohnehin schon der Branchenriese hierzulande, bekommt nun europäisches Schwergewicht.

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Darüber streiten Mieter und Vermieter vor Gericht

  • Platz 8

    Modernisierung: 1,0 % der Konfliktfälle

    Quelle: Deutscher Mieterbund; Mai 2013

  • Platz 7

    Schönheitsreparaturen: 2,2 %

  • Platz 6

    Andere Gründe: 9,1 %

  • Platz 5

    Kündigung: 9,7 %

    (fristlos, ordentlich und wegen Eigenbedarf)

  • Platz 4

    Mieterhöhung: 12,9 %

  • Platz 3

    Mietkaution: 18,3 %

  • Platz 2

    Betriebskosten: 19,9 %

  • Platz 1

    Vertragsverletzungen: 26,9 %

    (zum Beispiel Mietmängel, Mietschulden, Beschädigung)

Damit wächst aber auch die Verantwortung. Der Ruf der Wohnungsriesen ist nicht gut. Gagfah, Deutsche Annington und ihre Wettbewerber stehen immer wieder im Mittelpunkt kritischer Berichte über unzumutbare Missstände in Wohnungen und Ignoranz gegenüber den Mietern.

Schimmel als Symptom

Schimmel, der sich vom maroden Flachdach Etage für Etage nach unten frisst, war allzu lange nicht nur Einzelfall, sondern Symptom struktureller Probleme bei den Wohnungsgiganten. Sie blieben untätig in Situationen, auf die jeder normale Hausbesitzer sofort reagieren würde, um die bauliche Substanz und den Wert seines Gebäudes zu erhalten.

Die Wohnungsriesen taten das allzu oft nicht. Wenn die limitierten Mittel für Instandhaltung ausgegeben waren, sanierten sie nicht mehr - damit die Bilanzzahlen gut aussahen.

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Heute distanzieren sich die Unternehmen von den alten Methoden und verweisen auf frühere Verursacher – Finanzinvestoren -, die nicht mehr an Bord sind. Aber der schlechte Ruf ist zäh.

Buch muss nun beweisen, dass die Unternehmenskultur des neuen Wohnungsriesen auf lange und gute Kundenbeziehungen aufgebaut, also wirklich nachhaltig ist. Geld dafür müsste da sein: Das Zusammengehen von Gagfah und Deutscher Annington soll ja dank größerer Auftragsvolumina bauliche und energetische Sanierungen billiger machen.

Das eingesparte Geld muss am Ende nicht nur den Investoren aus Dubai, die heute knapp zwölf Prozent an der Deutschen Annington halten, sondern vor allem den Mietern, also den Kunden zu gute kommen. Denn ein glaubwürdiger Imagewandel ist - neben dem Gelingen der Fusion - die größte Aufgabe für den früheren Bertelsmann-Manager Buch.

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