Gbureks Geld-Geklimper: Das absurde Mietendeckel-Menetekel

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kolumneGbureks Geld-Geklimper: Das absurde Mietendeckel-Menetekel

Kolumne von Manfred Gburek

Die im Werden begriffene Große Koalition hat sich etwas ausgedacht: Im Namen der sozialen Gerechtigkeit Vermieter schröpfen. Doch die wissen sich zu wehren. Im Zweifel kaufen sie Wohnungsaktien.

In der vergangenen Woche ließen zwei Zahlen aufhorchen, die so ganz und gar nicht zur Debatte der anstehenden Großen Koalition über die Mietbremse und andere vermeintlich soziale Wohltaten zu passen schienen. Erstens: 7500 Euro. So viel kostet der Quadratmeter einer Münchner Neubauwohnung im Durchschnitt; das haben die Recherchen von BulwienGesa und Wüstenrot ergeben. Zweitens: 25 Prozent. Das ist der Preisanstieg eben dieser Durchschnittswohnung allein in einem Jahr.

Ähnliche Zahlen zu Immobilienpreisen in anderen deutschen Metropolen machen seit Monaten die Runde. Sie haben offenbar auch die Koalitionäre in spe angeregt, ihren nebulösen Vorstellungen von sozialer Gerechtigkeit freien Lauf zu lassen. Diesen Eindruck muss man jedenfalls beim Lesen eines sehr lang geratenen Papiers der „Koalitionsgruppe 8“ (Verkehr, Bau und Infrastruktur) vom 5. November gewinnen. Darin ist vom „wohnungspolitischen Dreiklang“ die Rede: Stärkung der Investitionen, Wiederbelebung des Sozialen Wohnungsbaus sowie ausgewogene mietrechtliche und sozialpolitische Flankierung.

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Gbureks Geld-Geklimper Wohnen müsste in Deutschland teurer sein

Die SPD will das Mietrecht auf den Kopf stellen, beschränkt sich aber auf populistische Parolen. Vermieter sollten hellwach bleiben, Anleger nach dem nächsten Kurseinbruch ein Auge auf Immobilienaktien werfen.

huGO-BildID: 29299415 ARCHIV - Vor dem «Quartier 216» an der Lichtenberger Brücke in Berlin-Lichtenberg, hängt am 04.12.2012 ein Hinweisschild für Wohnungsvermietungen. Ein Investor wandelte das ehemalige EDV-Gebäude der Deutschen Reichsbahn in 430 Mini- Appartements um. Berlins Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) will wertvolle Grundstücke künftig mit Auflagen zum Wohnungsbau an private Investoren vergeben. Auf einem Teil der Fläche könne der Bau günstiger Wohnungen vereinbart werden, die durch teurere Wohnungen an anderer Stelle finanziert würden, sagte Müller im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Foto: Wolfgang Kumm/dpa (Zu dpa-Gespräch vom 02.01.2013) +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die Deppen bekommen eins auf den Deckel

Einige Beispiele: Damit Wohnungen in Städten wie München, aber auch Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Stuttgart und nicht zuletzt Berlin, in Universitätsstädten wie Heidelberg oder Münster - und wo das Leben sonst noch relativ teuer ist - bezahlbar bleiben, sollen die Bundesländer für fünf Jahre die Möglichkeit erhalten, „in Gebieten mit nachgewiesenen angespannten Wohnungsmärkten“ höhere Mieten bei Wiedervermietung auf höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete zu begrenzen. Davon sind „umfassende Modernisierungen“ auszunehmen; allerdings soll ihre Umlage auf die Miete begrenzt werden. Und damit der Mietwohnungsbau mehr Impulse erhält, ist ebenfalls für fünf Jahre die Wiedereinführung der degressiven Abschreibung vorgesehen – freilich eingeschränkt: „Dies gilt in von den Bundesländern festgelegten Gebieten mit nachgewiesenen angespannten Wohnungsmärkten.“

Da drängen sich gleich die dazu passenden Fragen auf: Wo befinden sich solche Gebiete? Im ganzen Münchner Ortsteil Lehel oder nur in Teilen? Im schon immer feinen Frankfurter Westend oder im angesagten hippen Ostend? Wozu taugt die ortsübliche Vergleichsmiete mit ihren Stellschrauben überhaupt noch? Wann ist eine Modernisierung umfassend, wann nicht? Wer bestimmt das? Hat sich die degressive Abschreibung nicht längst als Treibsatz für Immobilienpreise erwiesen? Und welcher Depp investiert noch in den Mietwohnungsbau, wenn mit den gedeckelten Mieten auch die Renditen eins auf den Deckel bekommen?

Eigentlich hätte sich die „Koalitionsgruppe 8“ ihre ganze Reformprosa ersparen können. Das eingangs erwähnte Beispiel aus München bezieht sich auf eine klassische Eigentumswohnung. Solche wie sie sind in den vergangenen drei Jahren, damals noch zu niedrigeren Preisen, wie Pilze aus dem Boden geschossen; Käufer mit gehobenem Einkommen haben sie den Bauträgern und Maklern förmlich aus den Händen gerissen. Also alles in allem kein Grund, Münchner und anderweitige Übertreibungen als Anlass für eine Reform zu nehmen. Deren Kern, die Deckelung der Mieten, wird in den kommenden Jahren unweigerlich zur Drosselung des Mietwohnungsbaus führen.

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