Gbureks Geld-Geklimper: Wohnen müsste in Deutschland teurer sein

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kolumneGbureks Geld-Geklimper: Wohnen müsste in Deutschland teurer sein

Kolumne von Manfred Gburek

Die SPD will das Mietrecht auf den Kopf stellen, beschränkt sich aber auf populistische Parolen. Vermieter sollten hellwach bleiben, Anleger nach dem nächsten Kurseinbruch ein Auge auf Immobilienaktien werfen.

Am vergangenen Montag erhielten Wohnimmobilienaktien einen Dämpfer. Doch am Mittwoch erholten sie sich wieder. Am Montag machte auch die Nachricht die Runde, LEG und Deutsche Annington wollten den Kurszettel dieser Aktienspezies um zwei klangvolle Namen erweitern, indem sie 2013 an die Börse gehen, folglich in den Wettbewerb um die Gunst der Anleger eintreten. Am Mittwoch kursierte außerdem ein SPD-Papier durch die Medien, wonach im Fall eines Sieges der Partei bei den kommenden Bundestagswahl die Mieten ausgebremst werden sollen.

Prognose für Mieten bis 2015

  • Hamburg

    Durchschnittspreis 2012: 10,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +10,5 Prozent

    Quelle: Feri Eurorating Services AG

  • München

    Durchschnittspreis 2012: 12,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,5 Prozent

  • Frankfurt am Main

    Durchschnittspreis 2012: 11,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,3 Prozent

  • Dresden

    Durchschnittspreis 2012: 6,1 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,3 Prozent

  • Berlin

    Durchschnittspreis 2012: 7,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,2 Prozent

  • Freiburg

    Durchschnittspreis 2012: 8,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,7 Prozent

  • Augsburg

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,5 Prozent

  • Bonn

    Durchschnittspreis 2012: 9,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,2 Prozent

  • Bremen

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Düsseldorf

    Durchschnittspreis 2012: 9,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Leipzig

    Durchschnittspreis 2012: 5,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Köln

    Durchschnittspreis 2012: 9,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,9 Prozent

  • Münster

    Durchschnittspreis 2012: 8,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,7 Prozent

  • Chemnitz

    Durchschnittspreis 2012: 4,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +5,4 Prozent

  • Bochum

    Durchschnittspreis 2012: 6,3 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +4,5 Prozent

Anleger reagierten also auf die Ankündigung der beiden Börsengänge – das heißt, mehr Aktien-Konkurrenz - konsequenterweise verschnupft, auf den Plan der SPD mit der Mietbremse dagegen nicht nur gelassen, sondern sogar positiv. Ignoranz gegenüber den vermeintlichen Gutmenschen von der SPD? Keineswegs, eher eine Trotzreaktion nach dem Motto: Wenn Peer Steinbrück schon für die Mieter Partei ergreift, dann soll er seine populistischen Parolen wenigstens zu Ende denken und sich dadurch eines Besseren belehren lassen.

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Höchstkurse für Immobilienaktien

Gehen wir vier Monate zurück. Da sagte Rolf Elgeti, Chef der Wohnungsgesellschaft TAG, in einem Wirtschaftswoche-Interview diesen Satz: „Wohnen ist in Deutschland zu billig. Es wird künftig etwas weniger billig werden.“ Seine Aktien spiegeln diese Erwartung wider, die seiner Konkurrenten GSW, Deutsche Wohnen, Gagfah und einiger weiterer ebenfalls: Ihre Kurse notieren nahe den Höchstkursen oder befinden sich auf dem Weg dorthin.

Elgeti habe „neulich den Bund ordentlich über den Tisch gezogen“, hieß es am 3. Januar in der Süddeutschen Zeitung. Dabei hatte er nichts Böses getan, sondern dem üppig wachsenden TAG-Wohnungsbestand den der bundeseigenen Immobiliengesellschaft TLG gegen einen nach seiner Meinung günstigen Preis hinzugefügt. Auf ähnliche Weise hatten schon in den vergangenen Jahren große Bestände aus bis dahin öffentlichem, genossenschaftlichem und privatem Besitz die Eigentümer gewechselt.

Rolf Elgeti im Interview „Wohnen ist in Deutschland zu billig“

Die Preise für Wohnungen schießen in die Höhe. Auch die Mieten werden deutlich steigen, meint Rolf Elgeti, Chef des Immobilienkonzerns TAG. Wo es noch Chancen gibt - und von welchen Immobilien er lieber die Finger lässt.

Rolf Elgeti, Vorstandsvorsitzender der TAG Immobilien AG. Quelle: Bernd Roselieb für Handelsblatt

Nach dem Wachstum durch Übernahmen gehören mit Gagfah, Deutsche Wohnen, GSW und zuletzt TAG bereits die Aktien von vier Wohnungsgesellschaften dem mittleren Börsensegment MDax an. Das verschafft Spielraum für die Finanzierung mittels Ausgabe neuer Aktien, also Eigenkapital, und Wandelanleihen, die letzten Endes in Aktien umgewandelt werden sollen. LEG und Deutsche Annington dürften den börsennotierten Unternehmen folgen.

Alternativen für die Verwaltung großer Bestände an preiswertem Wohnraum? Keine. Denn dem Staat fehlt dafür das Geld, älteren privaten Vermietern wächst die Verwaltung wegen bürokratischer Hürden und Mietminderungsattacken renitenter Mieter über den Kopf, und ihre Erben möchten Immobilien im Zweifel lieber heute als morgen loswerden.

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