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kolumne Gbureks Geld-Geklimper: Wohnen müsste in Deutschland teurer sein

Kolumne von Manfred Gburek

Die SPD will das Mietrecht auf den Kopf stellen, beschränkt sich aber auf populistische Parolen. Vermieter sollten hellwach bleiben, Anleger nach dem nächsten Kurseinbruch ein Auge auf Immobilienaktien werfen.

Die Bundesregierung will Eigenheimbesitzern das Energiesparen mit Zuschüssen schmackhaft machen. Dazu will sie ab dem Jahr 2014 acht Jahre lang jedes Jahr 300 Millionen Euro bereitstellen. Wer das Geld unter welchen Bedingungen bekommt, ist noch nicht klar.

Wer nicht warten kann, bis ein neuer Fördertopf gefüllt ist, kann den Staat schon jetzt über Förderprogramme und Steuervorschriften an der Sanierung seines Hauses beteiligen.

Bild: dpa

Am vergangenen Montag erhielten Wohnimmobilienaktien einen Dämpfer. Doch am Mittwoch erholten sie sich wieder. Am Montag machte auch die Nachricht die Runde, LEG und Deutsche Annington wollten den Kurszettel dieser Aktienspezies um zwei klangvolle Namen erweitern, indem sie 2013 an die Börse gehen, folglich in den Wettbewerb um die Gunst der Anleger eintreten. Am Mittwoch kursierte außerdem ein SPD-Papier durch die Medien, wonach im Fall eines Sieges der Partei bei den kommenden Bundestagswahl die Mieten ausgebremst werden sollen.

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Prognose für Mieten bis 2015

  • Hamburg

    Durchschnittspreis 2012: 10,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +10,5 Prozent

    Quelle: Feri Eurorating Services AG

  • München

    Durchschnittspreis 2012: 12,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,5 Prozent

  • Frankfurt am Main

    Durchschnittspreis 2012: 11,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +9,3 Prozent

  • Dresden

    Durchschnittspreis 2012: 6,1 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,3 Prozent

  • Berlin

    Durchschnittspreis 2012: 7,5 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +8,2 Prozent

  • Freiburg

    Durchschnittspreis 2012: 8,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,7 Prozent

  • Augsburg

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,5 Prozent

  • Bonn

    Durchschnittspreis 2012: 9,4 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,2 Prozent

  • Bremen

    Durchschnittspreis 2012: 7,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Düsseldorf

    Durchschnittspreis 2012: 9,6 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Leipzig

    Durchschnittspreis 2012: 5,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +7,1 Prozent

  • Köln

    Durchschnittspreis 2012: 9,2 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,9 Prozent

  • Münster

    Durchschnittspreis 2012: 8,7 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +6,7 Prozent

  • Chemnitz

    Durchschnittspreis 2012: 4,9 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +5,4 Prozent

  • Bochum

    Durchschnittspreis 2012: 6,3 Euro/qm
    Preisentwicklung bis 2015: +4,5 Prozent

Anleger reagierten also auf die Ankündigung der beiden Börsengänge – das heißt, mehr Aktien-Konkurrenz - konsequenterweise verschnupft, auf den Plan der SPD mit der Mietbremse dagegen nicht nur gelassen, sondern sogar positiv. Ignoranz gegenüber den vermeintlichen Gutmenschen von der SPD? Keineswegs, eher eine Trotzreaktion nach dem Motto: Wenn Peer Steinbrück schon für die Mieter Partei ergreift, dann soll er seine populistischen Parolen wenigstens zu Ende denken und sich dadurch eines Besseren belehren lassen.

Höchstkurse für Immobilienaktien

Gehen wir vier Monate zurück. Da sagte Rolf Elgeti, Chef der Wohnungsgesellschaft TAG, in einem Wirtschaftswoche-Interview diesen Satz: „Wohnen ist in Deutschland zu billig. Es wird künftig etwas weniger billig werden.“ Seine Aktien spiegeln diese Erwartung wider, die seiner Konkurrenten GSW, Deutsche Wohnen, Gagfah und einiger weiterer ebenfalls: Ihre Kurse notieren nahe den Höchstkursen oder befinden sich auf dem Weg dorthin.

Elgeti habe „neulich den Bund ordentlich über den Tisch gezogen“, hieß es am 3. Januar in der Süddeutschen Zeitung. Dabei hatte er nichts Böses getan, sondern dem üppig wachsenden TAG-Wohnungsbestand den der bundeseigenen Immobiliengesellschaft TLG gegen einen nach seiner Meinung günstigen Preis hinzugefügt. Auf ähnliche Weise hatten schon in den vergangenen Jahren große Bestände aus bis dahin öffentlichem, genossenschaftlichem und privatem Besitz die Eigentümer gewechselt.

Rolf Elgeti im Interview „Wohnen ist in Deutschland zu billig“

Die Preise für Wohnungen schießen in die Höhe. Auch die Mieten werden deutlich steigen, meint Rolf Elgeti, Chef des Immobilienkonzerns TAG. Wo es noch Chancen gibt - und von welchen Immobilien er lieber die Finger lässt.

Rolf Elgeti im Interview: "Wohnen ist in Deutschland zu billig"

Nach dem Wachstum durch Übernahmen gehören mit Gagfah, Deutsche Wohnen, GSW und zuletzt TAG bereits die Aktien von vier Wohnungsgesellschaften dem mittleren Börsensegment MDax an. Das verschafft Spielraum für die Finanzierung mittels Ausgabe neuer Aktien, also Eigenkapital, und Wandelanleihen, die letzten Endes in Aktien umgewandelt werden sollen. LEG und Deutsche Annington dürften den börsennotierten Unternehmen folgen.

Alternativen für die Verwaltung großer Bestände an preiswertem Wohnraum? Keine. Denn dem Staat fehlt dafür das Geld, älteren privaten Vermietern wächst die Verwaltung wegen bürokratischer Hürden und Mietminderungsattacken renitenter Mieter über den Kopf, und ihre Erben möchten Immobilien im Zweifel lieber heute als morgen loswerden.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.01.2013, 16:49 Uhrder_Mahner

    Man mag es zwar in Kreisen der Gutmenschen nicht hören aber aus Investoren Sicht(wobei jeder ETW Besitzer hierzu ebenfalls zählt) sind die Mieten tatsächlich sehr häufig zu niedrig. So gesehen ist die Aussage zwar unangenehm jedoch formal häufig richtig. Hierzu passt auch der heutige Bericht zu den gestiegenen Bau und Modernisierungskosten.
    Und dies unabhängig ob in München oder im Niemandsland. Mir ist es oft ein Rätsel welch astronomische Kaufpreise im Verhältnis zur zu erzielenden Miete bezahlen. Wenn jemand mahr als das 30 fache einer Nettokaltmiete bezahlt kann man bei den Risiken einer Immobilie und der dt. Rechtssprechung nur noch von Harakiri reden. Mit Investition hat dies längst nichts mehr zu tun.
    Staatliche Gebührenwillkür, Ökofaschismus als Zwangsdämmreligion und Einkassieren nahezu aller vertraglich vereinbarten Mietklauseln sollten mittlerweile jeden vernünftigen Rechner von einer Enzelinvestition als Vermietungsobjekt absehen lassen.

    Die großen Banken und investmentfirmen bezahlen max. 12-14 inkl. aller Erwerbskosten. Bei großen Beständen deutlich weniger. Somit sind die Immobilien nach spätestens 10-15 Jahren bezahlt.

    Da dies in den letzten Jahren immer mehr Private erkannt haben, finden immer weniger Immobilieninvestitionen statt, mit der Folge steigender Mieten.
    Aber es ist ja mal wieder Wahlkampf.

  • 11.01.2013, 16:36 UhrCui_bono

    Die Immobilie als Wertanlage - mal wieder.
    Leider in dieser, von mir geschätzten Kolumne.
    Woher kommts ? Die Notierungen der Immo-Aktien stehen auf Höchststand und das vor den wirtschaftlichen Aussichten.
    Die Zielrichtung des Kurstreibens sollte klar sein; die Story muss weiter laufen; schließlich steht man mit irrsinnigen Verschuldensquoten dar und die Ratingagenturen könnten ja auf dumme Gedanken kommen.
    Also kommt die Mär von den Renditen aus der Vermietung wieder aus der Kiste;
    wobei wir wieder bei den steigenden Mieten wären.
    Rechtlich lässt sich das bei den bestehenden Verträgen schlecht bis gar nicht nach oben anpassen - Gott sei dank !! -wer will schon wie bei bei TAG sein Geld amerikanischen Investment-Firmen in den Hals werfen, denen geht es nur ums ganz schnelle Geld - das ist schneller wieder weg als man schauen kann - siehe Gagfah.
    Und die Neuverträge... müssen auch bezahlt werden; dies setzt eine gesundene Wirtschaft voraus. Dies ist in Deutschland zukünftig mehr als zweifelhaft.
    Die SPD tut also gut daran für den Bürger für billigen Wohnraum zu sorgen.
    Es wird in diesem Land derzeit genug wider besseren Wissens geheuchelt über den alles zerstörenden Sozialstaat, der in den Augen der Banken und Finanzhassadeure, die Wurzel des aktuellen Übels sein soll.
    Wenn man in Berlin munkelt, dass die Regierung mit Hilfe der Versicherungs- und Energiewirtschaft die Inflation in diesem Land anheizen will, um ein weiteres Auseinanderdriften der Wettbewerbsfähigkeit in der Euro-Zone zu vermeiden, dann ist es auch legitimes Ziel einer demokratischen Partei anderer Auffassung zu sein.

  • 10.01.2013, 12:05 UhrAlteWerte

    Die Renditen bei Kapitalanlagen pendeln heute um Null. Dabei ist es völlig egal, um welche Form es sich handelt. Der Grund ist trivial: Sobald bei einer Anlageform A eine wesentlich bessere Rendite als bei einer Anlageform B auftritt, bildet sich automatisch ein Kapitalstrom von B nach A, der für einen Ausgleich sorgt.

    Mit Geldanlagen bei Banken erzielt man heute keine Renditen. Durch Inflation nimmt das Vermögen real sogar um einige Prozent pro Jahr ab. Damit ist eigentlich schon alles gesagt.

    Bei Aktien ist es für den Nicht-Insider daher nicht anders. Die Aktienhändler und Insider leben per se von den Verlusten der KnowNots, die wie alle kleinen Leute vom Lottogewinn träumen und fest an die Verheißung ‚keine Arbeit, trotzdem Geld’ glauben, speziell daran, daß man kaufen muß, wenn es günstig ist und verkaufen muß, wenn es ungünstig ist. Wann das der Fall ist, ist für sie aber nur eine Nebensache. Von Stochastik haben diese armen Teufel nämlich noch nie etwas gehört, und deshalb werden sie zur Freude der Insider, die deren Verluste einstreichen, auch immer verlieren.

    Bei Immobilien ist es nicht besser. Wer heute in München eine Vermietungsimmobilie kauft, versenkt sein Geld ebenfalls, denn die erzielbare Nettorendite ist nach Abzug aller Unkosten negativ. Grund sind die hohen Immopreise und die im Vergleich dazu viel zu geringen Mieten und die hohen, nicht umlegbare NK aller Art bis hin zu sinnlosen, unwirtschaftlichen und teuren Öko-Phantastereien. Der Ärger mit den Mietern, die als Wähler geradezu Heilige sind, kommt hinzu.

    Die Immobilienaktien des Beitrags kombinieren insofern nur die beiden letztgenannten Ideen: Aktien + Immobilien.

    Man steckt sein Geld besser in eine eigene, nicht zu große Immobilie, weiter in die Ausbildung der Kinder und dann stark diversifiziert in alle möglichen Klassen, wobei man sich niemals von der Finanzbranche beraten läßt, sondern sich am Rat der Älteren orientiert. Hinzu kommt Gettys Prinzip: äußerste Sparsamkeit!

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