Geldanlage: Deutsche Immobilienfonds investieren Milliarden in den USA

Geldanlage: Deutsche Immobilienfonds investieren Milliarden in den USA

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Deutsche Immobilienfonds stecken Milliarden in Büros, Hotels, Läden und Wohnungen in den USA.

Deutschlands Büroimmobilienmarkt ist überhitzt - Anleger suchen nach Alternativen. Offene Immobilienfonds aus Deutschland haben nun die USA entdeckt: Im vergangenen Jahr ging ein Drittel der Investition nach Nordamerika.

Auf der Suche nach lukrativen Anlagen für die Kunden haben offene Immobilienfonds aus Deutschland Nordamerika entdeckt. Mehr als ein Drittel der 6,2 Milliarden Euro, die die 16 Publikumsfonds im vergangenen Jahr für Ankäufe ausgaben, wurden in den USA investiert, wie die Ratingagentur Scope am Dienstag berichtete. Vor allem Union Investment habe dort zugeschlagen: mit allein 1,4 Milliarden Euro.

Die überhitzten Preise am Büroimmobilienmarkt machten Deutschland weniger attraktiv, sagte Scope-Analystin Sonja Knorr der Nachrichtenagentur Reuters. Auch der Brexit habe dabei eine Rolle gespielt. "Die Fonds haben viel investiert, als Europa im vergangenen Jahr sehr kritisch gesehen wurde."

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Hatten die offenen Fonds 2014 noch 40 Prozent ihrer Gelder in inländische Immobilien gesteckt, waren es 2016 gerade noch 17 Prozent. Dabei macht Deutschland immer noch ein Drittel des Bestandes aus, zehn Prozent stecken in US-Immobilien. Insgesamt kauften die Immobilienfonds weniger als 2015: Damals hatten sie noch 7,1 Milliarden für neue Büros, Hotels, Läden und Wohnungen ausgegeben. "Für Fondsmanager wird es immer schwieriger, Objekte mit attraktiven Risiko-Rendite-Profilen zu identifizieren", heißt es in der Scope-Studie. Statt zu überhöhten Preisen zu kaufen, nähmen die Fonds lieber in Kauf, dass ihre Liquidität steige.

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Fast sieben Milliarden Euro flossen im vergangenen Jahr neu in offene Immobilienfonds. Dabei geben viele Fonds nur noch dann neue Anteile aus, wenn sie bereits Objekte gefunden haben, die sie kaufen wollen. Bei der Deka etwa sind offene Fonds oft schon im Frühjahr "ausverkauft".

Von 13 deutschen Immobilienfonds, die Privatanleger kaufen können, seien derzeit nur fünf tatsächlich verfügbar, sagte Knorr. Das ist das Ergebnis der Euro-Krise, als mehrere Fonds abgewickelt werden mussten, weil die Anleger ihre Anteile in Scharen zurückgeben wollten. Die Fonds hatten danach ihre Liquiditätsquoten hochgefahren, um die Ansprüche bedienen zu können.

Im Schnitt lagen Ende des Jahres 23 Prozent des aggregierten Fondsvolumens von 80 Milliarden Euro auf der Bank. Durch die Drosselung der Zuflüsse sank die Quote laut Scope zuletzt aber wieder auf 21 Prozent. Immobilienfonds-Käufer müssen nach neuen regulatorischen Vorgaben ein Jahr warten, ehe sie die Anteile zurückgeben können.

Während Fonds mit einer großen Zahl von Altanlegern 15 bis 20 Prozent Liquidität vorhalten müssen, reichten bei neuen fünf bis zehn Prozent, sagte Knorr. Sie haben allerdings einen strategischen Nachteil: "Neue Fonds bauen ihr gesamtes Portfolio in einer Hochpreis-Phase auf."

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