Gerichtsurteile: Wie Gerichte bei Ärger mit Handwerkern und Bauträgern entscheiden

Gerichtsurteile: Wie Gerichte bei Ärger mit Handwerkern und Bauträgern entscheiden

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Silhouette eines Arbeiters auf einer Baustelle

Wo gebaut wird, gibt es oft Rechtsstreitigkeiten. Hier erfahren Sie, welche Urteile für Immobilienerwerber nützlich sind - und wann Bauträger oder Handwerker geradestehen müssen.

Unsaubere Schwarzarbeit

Ein Bauherr beauftragte einen Handwerker, seine Terrasse abzudichten. Als es im darunter liegenden Keller trotzdem zu einem Wasserschaden kam, machte er Gewährleistungsansprüche geltend. Doch der Handwerker hielt dagegen: Zwischen den beiden sei kein wirksamer Vertrag zustande gekommen, er habe schließlich ohne Rechnung gearbeitet. Falsch, sagte der Bundesgerichtshof (VII ZR 42/07). Auch bei schwarz erbrachten Leistungen könnten Auftraggeber Nachbesserungen fordern.

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Kritisches Verputzen

Auch Architekten müssen bisweilen für Baumängel geradestehen. So entschied das Brandenburgische Oberlandesgericht: Wenn ein Architekt das Verputzen nicht überwacht, haftet er für Risse im Außenputz (12 U 138/06). Das gelte zumindest, wenn das Verputzen keine „handwerkliche Selbstverständlichkeit“ sei. In dem Fall hatten Bauarbeiter den Putz auf Porenbeton aufgetragen, laut Gericht ein „extrem kritischer Putzgrund“.

Verhunzter Marmor

Ein Bauherr hatte für sein Badezimmer teuren spanischen Marmor ausgesucht. Doch der Elektriker benutzte bei der Montage des Spiegelschranks über dem Waschbecken einen ungeeigneten Bohrer – wodurch der Marmor rund um die Bohrlöcher beschädigt wurde. Der Bauherr forderte daraufhin 10.000 Euro Schadensersatz, aber das Oberlandesgericht Bamberg sprach ihm nur 2000 Euro zu (4 U 95/04). Die beiden beschädigten Marmorplatten seien schließlich von Spiegelfläche verdeckt.

Algenbewachsene Dächer, verfärbte Tapeten

Begrüntes Dach

Drei Jahre nach dem Bau eines Wohnhauses verfärbten sich die roten Dachziegel wegen Algenbewuchses grün. Der Besitzer verlangte die „Neueindeckung“ des Daches, hatte vor Gericht aber keinen Erfolg. Es sei unverhältnismäßig, wegen einer Verfärbung gleich das ganze Dach zu erneuern, entschied das Oberlandesgericht Frankfurt (12 U 241/03). Zudem spreche vieles dafür, dass der Algenbewuchs auf „bestimmte Umgebungsbedingungen“ zurückzuführen sei – und nicht auf eine fehlerhafte Verlegung der Dachziegel oder auf Materialfehler.

Chamäleonartige Tapete

Bereits kurz nach dem Einzug verfärbten sich die weißen Raufasertapeten im neu gebauten Haus: Erst wurden sie hellgrau, später anthrazit – Experten sprechen in solchen Fällen von „Fogging“. Der Bauherr verlangte daraufhin Schadensersatz vom Malermeister. Mit Erfolg: Eine komplette Tapetenverfärbung binnen kurzer Zeit nach dem Einzug sei nicht hinnehmbar, entschied das Oberlandesgericht Celle (14 U 192/03).

Schimmelige Wand

Drei Monate nach dem Hauskauf entdeckte ein Paar Schimmel an der Schlafzimmertapete, kurz darauf bildeten sich auch im Wohn- und im Kinderzimmer feuchte Flecken. Ein Sachverständiger konstatierte einen undichten Keller, woraufhin das Paar von den Vorbesitzern 11.000 Euro Schadensersatz verlangte – wegen des arglistigen Verschweigens der Feuchtigkeitsprobleme. Das Saarländische Oberlandesgericht gab ihnen recht (4 U 198/07 – 64). Dass die Verkäufer den Käufern bei der Hausbesichtigung den Keller gezeigt hätten, entbinde sie nicht von der Pflicht, auf den Mangel hinzuweisen.

Feuchter Estrich

Ein Hausbesitzer ließ im Keller Kacheln verlegen. Obwohl der Fliesenleger merkte, dass der von einem Estrichleger zuvor gegossene Belag teilweise feucht war, machte er sich ans Werk. Ergebnis: Wenig später lösten sich die Fliesen an den feuchten Stellen. Der Hausbesitzer forderte ihn auf, Belag und Fliesen zu erneuern. Das Oberlandesgericht Koblenz entschied: Der Mann sei lediglich verpflichtet, die Fliesen zu entfernen und neue zu verlegen (5 U 173/04). Wegen des Belags müsse sich der Hausbesitzer an den Estrichleger wenden.

Wasser marsch

Ein Brandenburger ließ eine neue Terrassentür einbauen. Als bei Regen plötzlich Wasser ins Hausinnere floss, forderte er eine kostenlose Nachbesserung. Der Glaser weigerte sich: Er habe die „anerkannten Regeln der Technik" und die Herstelleran-gaben gewissenhaft beachtet. Das reicht nicht, stellte der Bundesgerichtshof klar (VII ZR 147/04). Entscheidend sei das Resultat, und da die Tür ihren Zweck nicht erfülle, müsse der Handwerker nachbessern.

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