ThemaFonds & ETFs

alles zum Thema
_

Geschlossene Fonds: Schieflage in Jagdfelds Immobilien-Imperium

von Martin Gerth und Daniel Schönwitz

Hotel-Investor Anno August Jagdfeld kämpft mit mehreren Pleiteprojekten. Von den Investitionen profitiert haben oft Jagdfelds Unternehmen, seltener die Anleger seiner Fonds. Das Hotel Heiligendamm ist insolvent, Geschäfte im Umfeld des Berliner Adlon beschäftigen die Staatsanwaltschaft Köln.

Anno August Jagdfeld und die Fundus-Gruppe

Der Immobilieninvestor soll mit der von ihm gegründeten Fundus-Gruppe an die 800 Bauvorhaben in Deutschland realisiert haben. Das Geld dafür sammelte Jagdfeld meist über geschlossene Fonds ein, die er Anlegern und Investoren anbot. Aber nicht immer war das Geld gut investiert – zumindest nicht aus Sicht der Geldgeber. Das Grand Hotel Heiligendamm sollte sein Wirken krönen – und musste nun Insolvenz anmelden.

Bild: dpa

Luxusimmobilien sind die Leidenschaft von Anno August Jagdfeld, Chef des Immobilien-Unternehmens Fundus. Mit Allerweltsobjekten gibt er sich kaum zufrieden, vieles ist eine Nummer größer. Das gilt für das Hotel Adlon am Brandenburger Tor und erst recht für das Nobelhotel Heiligendamm an der mecklenburgischen Küste. Der glänzende Kommunikator hat es immer wieder geschafft, Investoren für seine Projekte zu begeistern, obwohl Fundus-Immobilien mit wirtschaftlichen Problemen zu kämpfen hatten. Zuletzt erwischte es das Hotel Heiligendamm, das der geschlossene Fundus-Fonds 34 finanzierte. Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum sucht derzeit nach einem Käufer für das Hotel.

Anzeige

Jetzt geht es auch um das persönliche Vermögen der Jagdfeld-Familie. Der Berliner Konsumtempel „Friedrichstadtpassagen Quartier 206“, in den Jagdfeld und seine Familie eigenes Geld gesteckt haben, macht Probleme. Derzeit läuft am Amtsgericht Berlin-Mitte ein Verfahren zur Zwangsversteigerung. Noch stehe kein Termin für die Versteigerung fest, so das Gericht. Im Luxuskaufhaus liefen die Geschäfte nicht immer wie gewünscht. Die AMJ Holding – Geschäftsführerin Anne Maria Jagdfeld – mietete die Verkaufsflächen an. Sie lässt dazu ausrichten, es gebe keinen Zusammenhang zwischen dem Engagement der AMJ und der Vermietungssituation im Quartier 206, und bestreitet, dass das Objekt zwangsversteigert werden soll. Es drohten keine wirtschaftlichen Nachteile für die Jagdfeld-Gruppe, es gebe lediglich Differenzen zwischen den Kreditgebern. Die Credit Suisse, die die Immobilie finanziert hatte, hat das Darlehen an einen Kreditaufkäufer abgestoßen.

Kunst als weiteres Standbein

Während Anno August Jagdfeld den Anlegern Sachwerte als Investment ans Herz legt, macht seine Familie Kunst zu Geld. In Hongkong ließ Anne Maria Jagdfeld chinesische Gemälde versteigern. Christie’s weist auf seiner Internet-Seite neun verkaufte Kunstwerke im Wert von 2,9 Millionen Dollar aus. Anne Maria Jagdfeld will bei Christie’s lediglich Gemälde angeboten, aber nicht verkauft haben. Sie sei seit Jahren bei allen großen Auktionshäusern gelistet und aktive Kundin im internationalen Kunstmarkt, teilt Jagdfelds Büro mit.

Konjunktur Oh, wie schön!

Sobald die Konjunktur anzieht, melden sich die Warner zu Wort. "Achtung! Die Blase platzt". Dabei verdanken wir der Spekulation viel Schönes. Ein Loblied auf die Übertreibung.

Konjunktur: Der Charme der Spekulation

Anno August Jagdfeld selbst will in Heiligendamm Kasse machen und die klassizistischen Villen der „Perlenkette“, die in unmittelbarer Nähe des Hotels Heiligendamm stehen, verkaufen. Die Villen gehören Jagdfeld privat, sie zählen nicht zur Insolvenzmasse des Fondsobjekts Grand Hotel Heiligendamm. Für einen Käufer des Hotels könnten die benachbarten Villen und Grundstücke aber attraktiv sein, im Paket mit ihnen wäre das Hotel womöglich besser zu verkaufen. „Einige Interessenten haben bereits klar signalisiert, dass sie nicht nur das Hotel, sondern auch die Perlenkette kaufen wollen“, sagt Insolvenzverwalter Zumbaum. Jagdfeld habe zwar seine Verkaufsbereitschaft erklärt. „Aber die Stunde der Wahrheit kommt, wenn wir erfahren, welchen Preis er fordert.“ Jagdfeld sagt dazu, die Objekte der „Perlenkette“ würden von der Jagdfeld-Gruppe saniert und wohnungsweise an Einzelkäufer veräußert.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 15.07.2012, 22:02 Uhrgegen_Jagdfeld

    Tja, so lange die Investoren so interessiert sind an Ihrer Investition, dass nicht einmal Gegenmaßnahmen im Vorfeld unterstützt werden, so lange werden auch weitere Jagdfeld-Fonds pleite gehen. Jagdfeld wird weiterhin seine Millionen auf die Seite bringen.

  • 29.06.2012, 23:40 UhrSmartStrategie

    Pfiffige Investoren kaufen physische Edelmetalle und Seltene Erden zur Wertsicherung! Die Gewinne machen sie mit den Arbitragen von http://www.smartstrategie.com … Zu den vielen Vorzügen zählen die steuerfreien Gewinne, die hohen Renditen, die sehr kurze Kapitalbindung, etc.

  • 29.06.2012, 11:01 Uhrcommonman

    so läuft das, wenn man ein schneeballsystem aufzieht und sich dabei noch privat aufhübscht. die reste des tacheles areals werden schon vom "gläubiger" hsh nordbank verramscht.

    gibt es überhaupt ein einziges "tragfähiges" jagdfeld projekt?

Alle Kommentare lesen

Tool: Immobilienscout24

Immobilien-Wertfinder

Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet.

weitere Fotostrecken

Blogs

Es kann bis 9000 gehen
Es kann bis 9000 gehen

Die Rally läuft, und sich dagegen zu stemmen, ist gefährlich. Mindestens ein kräftiger Schub sollte noch kommen – nach...

Das Aktuelle Heft

Wirtschaftswoche

WirtschaftsWoche 21 vom 18.05.2013

iTunes Vorschau - WirtschaftsWoche

    Folgen Sie uns im Social Web

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.