Hamburg: Kostenfaktor Klimaschutz

Hamburg: Kostenfaktor Klimaschutz

Bild vergrößern

Segelschulschiff der deutschen Marine "Gorch Fock" in Hamburg: Die Schifffahrts-Bürokratie läuft aus dem Ruder

von Martin Gerth

Die Preise für Immobilien ziehen in der Hansestadt an, auch bei den Bestandsimmobilien brummt es.

Dass einem im Hamburger Stadtteil Eppendorf ein Mann in Bademandel und Adiletten wie Olli Dittrichs Kunstfigur Dittsche über den Weg läuft, ist eher selten. Der tragikomische TV-Held wäre wohl besser im weniger angesehenen Stadtteil Niendorf aufgehoben, für dessen Fußballverein TSV Dittrich als Jugendlicher kickte. Eppendorf ist dagegen kein Hartz-IV-Land. Der Quadratmeter neugebaute Eigentumswohnung kostet im Schnitt 4500 Euro. Laut Immobilienmakler Grossmann & Berger ist der Quadratmeter Neubau in Eppendorf damit um 18 Prozent teurer als im Jahr 2009. Grund dafür seien vier Neubauprojekte, die sich zu höheren Preisen vermarkten ließen als geplant. 

Auch bei Bestandsimmobilien brummt es in Hamburg: plus 19 Prozent in den Top-Lagen hat Marktforscher Gerhard Feldmann von Maklerverband IVD Nord errechnet. Top sind unter anderem Winterhude, Rotherbaum und die Hafen City. Für eine Wohnung mit Hafenblick müssen Käufer 6400 Euro auf den Tisch legen. 

Anzeige

Es geht noch teurer

Auch wenn Hamburgs Villen rund um die Alster wieder ein gutes Stück teurer geworden sind, sieht Feldmann noch Luft nach oben: „Grundstücke am Wasser lassen sich nicht vermehren, dafür zahlen Interessenten auch in Zukunft Spitzenpreise.“ Sorgen bereiteten ihm dagegen die stark gestiegenen Preise in den einfachen Lagen, darunter Harburg, Neugraben, Horn und Billstedt. Schon jetzt sei der Quadratmeter in diesen Stadtteilen teurer als im Rekordjahr 1994. Grund dafür sei, dass sich jetzt auch Anleger mit kleinerem Budget in den Markt drängten. Während der Finanzkrise hätten vor allem Vermögende in teuren Lagen gekauft, die noch reichlich Kapital auf dem Tagesgeldkonto hatten. 

„Der Neubau in Hamburg kann den Bedarf nicht decken“, sagt Frank Stolz, Leiter Wohnprojekte beim Makler Grossmann & Berger. Wenn überhaupt gebaut werde, dann vor allem im hochpreisigen Segment, weil insbesondere die Energievorschriften ins Geld gingen. Zudem habe die Hansestadt die bundesweit geltenden Auflagen noch verschärft. Allein das städtische Wohnungsunternehmen Saga muss jährlich 70 Millionen Euro ausgeben, um 7000 Wohnungen zu dämmen.

Nicht nur die Klimaschutzauflagen hemmen den Neubau. Es fehlen im Stadtgebiet schlichtweg geeignete Flächen. Anders als etwa in Chemnitz sind in Hamburg kaum noch ungenutzte Industriegebiete vorhanden, die sich Wohnraum umwidmen ließen. Zu den wenigen Ausnahmen zählt das Gleisdreieck zwischen Ottensen und Eimsbüttel, westlich vom Zentrum. Auf dem ehemaligen Bahngelände sollen 1800 Wohnungen entstehen. Eimsbüttel zählt Marktforscher Feldmann noch zu den Vierteln, bei denen Wohneigentum in mittlerer bis gehobener Preislage, noch das größte Wertsteigerungspotenzial nach oben zu finden ist. Derzeit müssen Käufer etwa 2200 Euro pro Quadratmeter anlegen. 

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%