Haus und Geld: Neue Steuervorteile für Immobilienbesitzer

Haus und Geld: Neue Steuervorteile für Immobilienbesitzer

, aktualisiert 20. November 2011, 09:48 Uhr
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Dachdecker arbeiten in einem Baugebiet in Schwerin an einem Eigenheim.

von Anne WiktorinQuelle:Handelsblatt Online

Die Steuervorteile für Immobilienbesitzer sind rar geworden. Das will die Bundesregierung bald ändern. Auf welche Förderungen Besitzer von Häusern und Wohnungen hoffen können.

KölnSteuergeschenke für deutsche Eigenheimbesitzer sind selten geworden. Mit Ausnahme jener, die ein Denkmal bewohnen oder ihre Immobilie vermieten, müssen Eigentümer ihre Investition aus eigener Tasche zahlen. Das soll sich jetzt ändern. Anfang Juni legte das Kabinett einen Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung von energetischen Sanierungsmaßnahmen an Wohngebäuden vor. Wichtigster Inhalt: Ob Vermieter oder Selbstnutzer, wer sein Haus modernisiert und dadurch den Heizenergieverbrauch deutlich senkt, soll ab 2012 die Kosten zehn Jahre lang steuerlich absetzen können.

Doch dass es auch so kommt, ist keineswegs sicher. "Da ist noch nichts in trockenen Tüchern", sagt Holger Krawinkel, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV). Weil Länder und Gemeinden das 1,5 Milliarden schwere Steuergeschenk zu 60 Prozent finanzieren sollen, verweigerte der Bundesrat seine Zustimmung. Nun ist der Vermittlungsausschuss am Zug, und der lässt sich Zeit.

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Nachdem er eine Entscheidung in der vergangenen Woche vertagt hat, wird am kommenden Dienstag erneut verhandelt. Axel Gedaschko, Vorsitzender der Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI), macht Hauseigentümern Mut: "Bund und Länder müssen zu einer Lösung kommen. Alles andere wäre mit Blick auf die Energiewende ein Fiasko." In den Genuss von Vergünstigungen kämen Eigentümer aber nur dann, wenn sie eine Rundum-Sanierung ihres Hauses vornehmen. Denn nur so lässt sich der im Gesetz geforderte Mindeststandard erfüllen: Das Gebäude muss 15 Prozent weniger Energie zum Heizen benötigen, als nach der gültigen Energieeinsparverordnung maximal zulässig ist.

"Das erfordert hohe Investitionen von bis zu 800 Euro pro Quadratmeter", sagt VZBV-Experte Krawinkel. Die könne oder wolle nicht jeder Eigentümer auf einen Schlag aufbringen. "Daher plädieren wir dafür, dass auch Einzelmaßnahmen wie der Austausch von Heizung oder Fenstern steuerlich absetzbar wären." Das aber, sagt Ralph Brügelmann vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW), käme Bund und Ländern wohl noch teurer zu stehen als die derzeitige Variante.

Quelle:  Handelsblatt Online
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