Hypothekenkredite werden teurer: Ist das die Wende bei den Immobilienzinsen?

Hypothekenkredite werden teurer: Ist das die Wende bei den Immobilienzinsen?

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Steigende Zinsen könnten die Immobilienpreise noch mal anschieben.

von Saskia Littmann

Die steigenden Zinsen an den Anleihemärkten verteuern auch Immobiliendarlehen. Ob das schon die Wende am Hypothekenmarkt ist? Was das für Hauskäufer und Immobilienbesitzer bedeutet.

Gespräche in der S-Bahn. "Die sollten schnell das Haus kaufen, niedriger werden die Zinsen nicht mehr", sagt ein Mitfahrer. "Ach was, das wurde schon oft gesagt und trotzdem ging's noch weiter runter", meint die Frau ihm gegenüber - das Zinsniveau ist zum Alltagsthema geworden, insbesondere bei Immobilienbesitzern oder solchen, die es noch werden wollen. Spürbar ist vor allem die steigende Unsicherheit: wie lange bleiben die Zinsen noch niedrig? Muss ich jetzt reagieren, wenn ich die günstigen Zinsen noch mitnehmen will, oder habe ich doch noch Zeit? Spätestens seit die Nachricht der steigenden Bauzinsen am Montagabend über die "Tagesthemen" in Deutschlands Wohnzimmer flimmerte, spuken diese Fragen durch viele Köpfe.

Grund sind die zuletzt leicht gestiegenen Bauzinsen. Die zunehmenden Zinsen an den Anleihemärkten machen sich auch bei Pfandbriefen bemerkbar, und über diese finanzieren viele Banken ihre Hypothekendarlehen. Die Renditen auf die als "sicherer Hafen" geltenden zehnjährigen Bundesanleihen lagen zuletzt bei rund 0,7 Prozent, im April waren es aufgrund der starken Nachfrage durch die Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB) noch 0,05 Prozent. Doch mittlerweile haben vor allem internationale Investoren den Glauben an die sicheren Bunds verloren, US-Investoren wie Bill Gross oder Jeffrey Gundlach wetten auf einen Ausverkauf bei deutschen Staatsanleihen.

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"Seit Mitte April haben die Zinsen für zehnjährige Immobilienfinanzierungen um rund 0,4 Prozentpunkte angezogen", sagt Michiel Goris, Vorstandsvorsitzender des Baufinanzierers Interhyp. Ist das nur eine leichte Korrektur oder bereits die Wende?

Inflation als Treiber

"Erschreckend ist für Sparer vor allem der extrem kurze und starke Anstieg der Zinsen", sagt Max Herbst, Inhaber der Frankfurter FMH Finanzberatung. Die Beratung vergleicht regelmäßig die Zinsen der größten Banken und Baufinanzierer in Deutschland. Aktuell zeigt der FMH-Index für Hypothekenkredite mit einer Zinsbindung von zehn Jahren einen Durchschnittszins von 1,5 Prozent an, Anfang Mai waren es noch 1,27 Prozent. Ähnlich sieht es bei einer kürzeren Zinsbindung von fünf Jahren aus, hier liegen die Durchschnittszinsen mittlerweile bei 1,22 Prozent, vor gut zwei Wochen waren es noch 1,05 Prozent. Der Index errechnet den jeweiligen Mittelwert aus den Angeboten von 40 Anbietern.

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So schnell wie zuletzt werden die Zinsen laut Herbst wohl nicht gleich weitersteigen. Nach den naturgemäß volatilen Sommermonaten rechnet der Finanzexperte allerdings mit steigenden Zinsen am Immobilienmarkt. "Die Inflationsraten dürften in den kommenden Monaten zunehmen, darauf deutet schon allein der steigende Ölpreis hin", sagt Herbst. "Dann steigen automatisch auch die Hypothekenzinsen". Bis Ende des Jahres erwartet Herbst Zinsen von etwa zwei Prozent.

Auch Interhyp-Chef Goris rechnet mittelfristig mit steigenden Kreditkosten. "Vorerst werden wir uns aber auf eine höhere Zins-Volatilität am Markt einstellen müssen", sagt Goris. Diese müssten Immobilienkäufer ausnutzen. Baugeldkunden müssten sich die niedrigen Zinsen mit langen Zinsbindungen sichern, um langfristig planen zu können.

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