Immobilien: Aufgepasst bei Geschenken zum Eigenheim

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Immobilien: Aufgepasst bei Geschenken zum Eigenheim

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Ungebrochener Trend: Bei der derzeit günstigen Finanzierungsituation entscheiden sich immer mehr Deutsche für eigene vier Wände.

von Sascha Grundmann

Eigene Immobilien werden immer begehrter, auch bei jüngeren Leuten. Wenn das Geld aber knapp ist und Mama und Papa etwas zum Kauf beisteuern wollen, gibt es einiges zu beachten.

Während Sparer angesichts der finanziellen Repression und des damit einhergehenden Niedrigzinsniveaus zurzeit Frust schieben, frohlockt die wachsende Schar der Häuslebauer: Die Finanzierung ist günstig wie selten und immer mehr Deutsche entscheiden sich für eigene vier Wände.

Die Vorteile von Geldgeschenken

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Vor dem Hintergrund der guten Finanzierungskonditionen verwundert es nicht, dass sich mittlerweile auch diejenigen Bevölkerungsgruppen für den Erwerb eines Eigenheims interessieren, denen eine eigene Immobilie bislang schlicht und ergreifend zu teuer war: junge Erwachsene und junge Familien. Da aber selbst bei Niedrigstzinsen eine Komplettfinanzierung den finanziellen Spielraum dieser Gruppen über Jahre hinweg deutlich senken würde und zudem nicht sicher ist, dass die Zinsen derart niedrig bleiben, nehmen sie gern Hilfe in Anspruch.

Nicht selten greifen ihnen dabei die Eltern oder Großeltern unter die Arme und subventionieren den Immobilienkauf mit einer größeren Geldsumme. Es ist ja auch verführerisch: Geldgeschenke haben nicht nur den Vorteil, dass sie den Kauf der Immobilie erleichtern, sondern auch den, dass sie für eine höhere Bonität beim Beschenkten sorgen. So weit, so gut. Was viele aber nicht wissen: Auch bei Geldgeschenken von Mama und Papa  oder anderen Mitgliedern der Familie gilt es einiges zu beachten.

Mit billigem Baugeld zum Eigenheim

  • Warum lohnt sich derzeit der Bau oder Kauf eines Hauses?

    Langfristige Baukredite mit festen Zinsen für 20 Jahre gibt es laut Stiftung Warentest derzeit für drei Prozent Zinsen. Durch die Kombination mit Riester-Förderung vergeben Bausparkassen Darlehen mit Effektivzinsen zwischen 3,0 und 3,6 Prozent - bei festen Zinsen und Kreditraten über die Laufzeit von 18 bis 30 Jahren. Auch wenn die Preise zuletzt angezogen haben, sind Immobilien zudem im Zehn-Jahres-Vergleich laut Statistischem Bundesamt noch vergleichsweise günstig.

  • Sind Immobilien eine gute Geldanlage?

    Immobilien gelten nicht als Renditeknüller. Allerdings sind sie gerade in Krisenzeiten Verbraucherexperten zufolge eine solide Geldanlage. Der Wert einer Immobilie ist vergleichsweise sicher - vorausgesetzt, Preis, Qualität und Lage stimmen. In jedem Fall sollte ein Immobilienkauf gut überlegt sein.

  • Wie finde ich den günstigsten Kredit?

    Hier hilft nur ein Vergleich der verschiedenen Anbieter, wobei die Auswahl an Krediten laut Stiftung Warentest derzeit so groß wie nie ist. Bauherren und Käufer können dafür Vergleichsrechner im Internet nutzen. Auch Verbrauchermagazine und Zeitungen liefern immer aktuelle Zinskonditionen. Der Vergleich kann teils mehrere zehntausend Euro sparen.

  • Wie funktioniert ein Baudarlehen?

    Kredite für Häuser oder Wohnungen laufen meist über zehn, 20 oder 30 Jahre. Hierbei werden die Zinsen in aller Regel nur für einen begrenzten Zeitraum von mehreren Jahren festgelegt. Läuft diese sogenannte Zinsbindungsfrist beispielsweise nach zehn Jahren ab, verhandeln Bank und Kunde die Verlängerung des Darlehens. Der Bauherr kann dann auch umschulden und zu einem günstigeren Anbieter wechseln. Verbraucher sollten mehrere Monate vor Auslaufen der Frist neue Angebote einholen. Wegen der historisch niedrigen Zinsen gibt es derzeit auch besonders günstige Anschlusskredite.

  • Sind die Kreditraten immer festgeschrieben?

    An sich werden feste monatliche Raten vereinbart. Baukredite geben meist aber auch das Recht auf Sondertilgung, das heißt die Rückzahlung von Geld zusätzlich zu den vereinbarten Raten. Auch kann ausgehandelt werden, dass der Bauherr die Raten anpassen kann, etwa wenn sich das Einkommen verändert.

  • Wie viel Geld muss ich selbst aufbringen?

    Finanzexperten sehen ein Eigenkapital von 20 bis 30 Prozent des Hauspreises als eine solide Basis an. Für ihre angebotenen Top-Zinsen wollen die Banken häufig allerdings 40 Prozent Eigenkapital sehen. Teils sind Banken auch bereit, den vollen Kaufpreis zu finanzieren. Dafür verlangen sie aber oft happige Risikoaufschläge beim Zins.

  • Gibt es Geld vom Staat?

    Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es Darlehen etwa für den Kauf selbstgenutzten Wohneigentums, energieeffizientes Bauen und Sanieren oder auch für altersgerechtes Wohnen. Daneben zahlt der Staat die Wohnungsbauprämie von 8,8 Prozent beim Bausparen. Tilgungsraten von Krediten können zum Teil von der Steuer abgesetzt werden. Auch gibt es in Form des sogenannten Wohn-Riesterns staatliche Unterstützung für den Kauf selbstgenutzter Immobilien zur Altersvorsorge.

  • Was passiert, wenn ich arbeitslos oder arbeitsunfähig werde?

    Risiken wie diese können mit verschiedenen Versicherungen ganz oder zumindest teilweise abgedeckt werden. So gibt es Versicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Arbeitslosigkeit, Lebensversicherungen oder Restschuld-Versicherungen, die jeweils unterschiedliche Wechselfälle abdecken. Verbraucher sollten sich vor Abschluss einer Police und eines Baudarlehens gut über einen Versicherungsschutz beraten lassen.

Warum der Schenkungsvertrag sinnvoll ist

Allein um dem Vorwurf des Gestaltungsmissbrauchs, den das Finanzamt später erheben könnte, vorzubeugen, sollten Schenker und Beschenkter eine größere Geldschenkung in einem so genannten Schenkungsvertrag festhalten. Grundsätzlich sollte der Zweck des Geschenks, die Finanzierung einer Immobilie, angegeben werden. Stephan Scharfenorth vom Baufinanzierungsportal baufi24.de rät allein schon aus dem Grund dazu, dass man so „böse Überraschungen“ vermeiden kann.

Scharfenorth weist darüber hinaus auf den zeitlichen Aspekt hin. Für den Fall, dass die Schenkung angekündigt wird, aber erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll, rät er zu einem so genannten Schenkungsversprechen. Das diene zur Absicherung. „Wollen beispielsweise die Eltern ihre Kinder beim Erwerb von Wohneigentum unterstützen, so vergeht zwischen der Willensäußerung und der Umsetzung meist eine gewisse Zeit. Damit der Beschenkte dennoch die Sicherheit hat, zum Zeitpunkt X über den Geldbetrag für eine Immobilie zu verfügen, ist ein notarielles Schenkungsversprechen sinnvoll“, so Scharfenorth. Dadurch dass es notariell beurkundet wird, kann der Beschenkte das Versprechen im Fall der Nicht-Einhaltung einklagen. Das ist so im §518 des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) geregelt.

Scharfenorth erklärt zudem den Unterschied zwischen Geldgeschenk und Grundstücksgeschenk: „Wird beispielsweise ein Bauplatz verschenkt, so reicht ein Schenkungsvertrag nicht aus.“ Erst der Eintrag ins Grundbuch mache die Schenkung komplett.

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