Immobilien: Das sind die günstigsten Baugeld-Anbieter

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Immobilien: Das sind die günstigsten Baugeld-Anbieter

von Jens HagenQuelle:Handelsblatt Online

Schon kleine Zinsabschläge können bei der Baufinanzierung für großes Sparpotenzial sorgen. Ein Vergleich zeigt jetzt, wer konstant niedrige Zinsen anbietet. Mit welchen Kreditstrategien Immobilienbesitzer profitieren.

18.00 Uhr Hotel Jumeirah in Frankfurt. Der Zuschauerraum des Ballsaals ist gut gefüllt. Auf 364 Quadratmetern hat sich die Creme de la Creme der deutschen Baufinanzierungsszene unter Kristalllüstern versammelt. Auf der Gästeliste stehen Vorstände von Banken, Versicherern und Vermittlern, etwa Lars Stoy, Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse BHW, Ronald Slabke, Gründer des Vermittlers Dr.Klein, Peter Haueisen, Leiter Baufinanzierung der Allianz oder Bernhard Heinlein, Vorstand der Münchener Hypothekenbank. Das Ziel des Abends: Deutschlands günstigster Baugeld-Anbieter soll gekürt werden.

Auf der Bühne präsentiert Max Herbst die Sieger. Herbst gilt als einer der prominentesten Baugeld- Experten Deutschlands, seine FMH Finanzberatung erstellt bereits seit den Achtzigerjahren Zinsvergleiche. Zwölf Sieger zeichnet die FMH in diesem Jahr aus, sortiert nach bundesweiten und regionalen Anbietern sowie Vermittlern. Gekürt werden Baugeldanbieter, die für verschiedene Beleihungen im vergangenen Jahr die durchschnittlich niedrigsten Zinsen verlangt haben.

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Warum sollte ich einen Bausparvertrag abschließen?

  • Zinsgarantie

    Weil die späteren Darlehenszinsen bereits bei Abschluss des Bausparvertrages garantiert werden – selbst wenn das Darlehen erst in 20 Jahren oder später ausgezahlt werden sollte.

  • Renovierungen

    Weil Bausparverträge nicht nur bei Bau- oder Kaufvorhaben eingesetzt werden können, sondern auch bei Renovierungen und Modernisierungen.

  • Grundbuch

    Weil Bauspardarlehen auch nachrangig im Grundbuch abgesichert werden können, ohne dass dafür – wie bei einem Bankdarlehen – höhere Zinsen anfallen. Voraussetzung ist, dass Bank- und Bauspardarlehen zusammen nicht mehr als 80 Prozent des Beleihungswertes ausmachen. Das entspricht etwa 72 Prozent des Kaufpreises oder Verkehrswertes.

  • Niedrige Darlehenszinsen

    Weil die meisten Bausparkassen Darlehenszinsen zwischen 2,75 und 4,25 Prozent anbieten. Bei einigen wenigen Bauspartarifen liegen die Kreditzinsen bei fünf Prozent, dafür gibt es aber auch drei Prozent an Guthabenzinsen. Sollte die spätere Bankhypothek billiger sein als das Bauspardarlehen, kann man sich problemlos für das Bankdarlehen entscheiden und auf das Bauspardarlehen verzichten. Folglich sind hohe Guthaben- und Darlehenszinsen beim Bausparen nicht unbedingt falsch.

  • Keine Ansparraten

    Weil man keine festen Ansparraten hat, solange man den Vertrag nicht an eine Bank abgetreten hat. Man kann die Regelsparrate des Tarifs wählen oder jeden anderen beliebigen Betrag monatlich einbezahlen oder in einzelnen größeren Beträgen sein Bausparguthaben ansparen. Selbst wenn der Bausparvertrag jahrelang nicht bespart wird, schickt die Bausparkasse keine Mahnung.

  • Wohnungsbauprämie

    Weil man noch Wohnungsbauprämie vom Staat bekommt, wenn man als Lediger maximal 25.600 Euro zu versteuerndes Einkommen hat. Die Wohnungsbauprämie wird dem Bausparkonto jedoch nur dann gutgeschrieben, wenn das Guthaben für wohnwirtschaftliche Zwecke verwendet wird. Dazu zählt aber auch die Badrenovierung in einer Mietwohnung oder der Kauf einer neuen Einbauküche.

  • Hohe Rendite

    Wer die oben genannte Einkommensgrenze einhält, erzielt bei der optimalen Sparrate von monatlich 43 Euro nach sieben Jahren Sparzeit eine Rendite von drei bis fünf Prozent – je nach Bausparkasse. Die staatliche Förderung durch die Wohnungsbauprämie beträgt jährlich 45,06 Euro. Das sind 8,8 Prozent auf die maximal geförderte Jahressparrate von 512 Euro. Bei verheirateten Personen verdoppeln sich Einkommenshöhe und Sparrate – die Rendite ist fast identisch.

  • Sparen für Kinder und Enkel

    Wer für seine Kinder oder Enkel sparen will, kann das über einen Bausparvertrag tun. Ist das Kind mindestens 16 Jahre alt, hat es Anspruch auf die Wohnungsbauprämie, ohne dass das geförderte Bausparguthaben später für wohnwirtschaftliche Zwecke eingesetzt werden muss. Voraussetzung ist, dass das Kind bei Vertragsabschluss das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Daraus ergibt sich bei optimaler Bausparhöhe eine garantierte Rendite von bis zu fünf Prozent – ein Wert, der derzeit nur selten erzielt wird.

  • Zielgerichtetes Sparen

    Weil ein Bausparvertrag zielgerichtetes Sparen fördert. Man kündigt vermutlich kaum einen Bausparvertrag, um eine Urlaubsreise zu machen, da der Bausparvertrag helfen soll, den Wunsch nach einem Eigenheim zu verwirklichen. 

  • Unterstützung beim Eigenbau

    Weil man damit später seine Kinder oder Enkelkinder beim Eigenheimbau unterstützen kann. Dazu wählt man eine passende Vertragshöhe, die man bequem besparen und tilgen kann, und stellt später die Bausparsumme den Bauherren zur Verfügung.

  • Zinsrisiko absichern

    Man kann damit das Zinsrisiko beim Anschlussdarlehen absichern. Wer bereits ein Hypothekendarlehen hat, das weder eine Sondertilgung noch eine Tilgungsveränderung während der Zinsfestschreibung erlaubt, kann mit einem Bausparvertrag  sein Zinsrisiko beim Anschlussdarlehen reduzieren. Voraussetzung ist, dass der Bausparvertrag zum Ende der Zinsbindung sicher zugeteilt werden wird.

  • Fazit

    Ein Bausparvertrag eignet sich hervorragend zum Ansparen von Eigenkapital für ein späteres Bauvorhaben oder zur Bildung von Renovierungsrücklagen. Wer jedoch erst zum Zeitpunkt der Finanzierung einen Bausparvertrag abschließt, und damit später die Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf. Quelle: FMH.

Die Ergebnisse zeigen, wo Kunden eine gute Chance haben, konstant günstige Kredite zu ergattern. Besonders niedrige Zinsen bieten in diesem Vergleich regionale Banken, die wegen der gering verzinsten Kundeneinlagen die günstigsten Hypothekenzinsen bieten.(siehe „Die Gewinner auf einen Blick“). „Kreditnehmer sollten nicht nur bei den überregionalen Marktführern ein Angebot einholen, sondern im eigenen Interesse mal bei den PSD Banken und anderen regionalen Banken reinschauen“, sagt Herbst.

Wann sollte man keinen Bausparvertrag abschließen?

  • Anschlussdarlehen mit Bausparvertrag finanzieren

    Wenn der Banker beim Finanzierungsgespräch einen Bausparvertrag empfiehlt, um das spätere Anschlussdarlehen mit einem Bausparvertrag zu finanzieren. Denn: Würden die notwendigen Bausparraten in die erhöhte Tilgung das Bankdarlehens fließen, müsste der Zins des Anschlussdarlehens nach zehn Jahren meist bis auf acht Prozent und mehr steigen, damit sich der Bausparvertrag lohnen würde. Nur wer solche hohen Anschlusszinsen erwartet, ist mit einem zusätzlich besparten Bausparvertrag auf der sicheren Seite.

  • Tilgungsgeschwindigkeit

    Wenn man innerhalb von zwei oder drei Jahren über den zugeteilten Bausparvertrag verfügen möchte. Dann würde die Rückzahlungsrate so hoch ausfallen, dass man diese Rate kaum tragen kann. Bankdarlehen mit hohen Zinsen sollten schnell und Bausparverträge mit niedrigen Zinsen sollten eigentlich langsam getilgt werden.

  • Fehlender Zahlungsplan

    Wenn der Banker oder Vertreter keinen Zahlungsplan für die gesamte angedachte Laufzeit des Bausparvertrages liefert und/oder keinen gesamten Effektivzins für Bauspar- und Bankdarlehen nennt. Ein Beispiel zeigt, warum: Das Bankdarlehen mit zehnjähriger Zinsbindung  hat einen Effektivzins von 3,87 Prozent,  das Bauspardarlehen einen Effektivzins von 3,78 Prozent. Wer nun vermutet, der gesamte Effektivzins läge bei 3,82 Prozent, der irrt. Tatsächlich ergibt sich ein gesamter Effektivzins von 4,39 Prozent, wenn das Bankdarlehen nach zehn Jahren mit dem Bausparvertrag abgelösten werden soll. Der Grund für die Diskrepanz zwischen Annahme und Realität sind die niedrigen Guthabenzinsen in der Ansparphase.

  • Fazit

    Ein Bausparvertrag eignet sich hervorragend zum Ansparen von Eigenkapital für ein späteres Bauvorhaben oder zur Bildung von Renovierungsrücklagen. Wer jedoch erst zum Zeitpunkt der Finanzierung einen Bausparvertrag abschließt, und damit später die Bankhypothek ablösen will, zahlt in aller Regel drauf. Quelle: FMH-Finanzberatung e.K.

Ein Überraschungssieger ist die Allianz. Der Versicherer ist schon länger erfolgreich im Baufi-Geschäft, dass in Zeiten niedriger Anleihezinsen für Versicherer immer wichtiger wird. Bei langen Zinsbindungen von 15 Jahren war die Allianz sowohl bei niedrigen wie auch bei hohen Beleihungen besser als die mehr als 70 untersuchten Banken und Versicherer.

Weiteres interessantes Ergebnis des Vergleichs: Bei den bundesweiten Anbietern waren die Vermittler durchweg günstiger als Banken und Versicherer. Der Wettbewerb der Vermittler ist hart, bei den Top-Drei-Vermittlern entscheidet auf Jahressicht die dritte Nachkommastelle über den Sieger. Die ING-DiBa-Schwester Interhyp schaffte es zweimal knapp bei Zinsbindungen von zehn Jahren sowohl bei niedrigen wie auch bei hohen Beleihungen auf Platz eins. Einen Sonderpreis erhielt Europace, die eine Plattform betreibt, auf der die Banken ihre Modalitäten und Zusagekriterien einstellen können. So können Banken schnell und einfach Darlehen auch von fremden Instituten anbieten. Niedrige Zinsen sind aber nicht alles im Baufinanzierungsgeschäft. Nur wenn die Finanzierung zum Lebensentwurf passt, ist ein Kredit wirklich preiswert.

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