Immobilien: Der Mietpreisbremse fehlt das Bremspedal

ThemaImmobilien

Immobilien: Der Mietpreisbremse fehlt das Bremspedal

Die Mietpreisbremse sollte für preiswerten Wohnraum in den Städten sorgen. Aber die seit dem Sommer geltende Deckelung der Mieten erweist ist mehrheitlich als wirkungslos. Der Wohnungsmarkt bleibt weiter angespannt.

Die Mietpreisbremse sollte drastische Mieterhöhungen verhindern - insbesondere in Großstädten, in denen seit Jahren Immobilienpreise und Mieten dramatisch ansteigen. Bislang mussten Neumieter oft deutlich mehr für eine Wohnung zahlen als ihre Vormieter. Um das zu verhindern, dürfen Neumieten in ausgewiesenen Gegenden nur noch maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Bundesländer können seit dem 1. Juni die Mietpreisbremse in Gebieten mit „angespanntem Wohnungsmarkt“ einführen. Bisher haben das sechs Länder getan.

Aber die Neuregelung greift in den meisten Städten nicht. Drei Viertel der insgesamt 239 Städte mit Mietpreisbremse haben einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" zufolge nämlich keinen Mietspiegel, der zur Bestimmung der ortüblichen Vergleichsmiete das wichtigste Instrument ist. In 177 Kommunen fehle damit die Grundlage, um das Gesetz gegen sprunghafte Mieterhöhungen effektiv in die Tat umzusetzen. Lediglich 62 Gemeinden in Deutschland mit Mietpreisbremse hätten auch einen entsprechenden Mietspiegel.

Anzeige

Wie Vermieter die Mietpreisbremse umgehen können

  • Möbliert vermieten

    Eigentümer können befristete Mietverträge mit Arbeitnehmern abschließen, die etwa für die Dauer eines Projekts eine Bleibe suchen. Vorteil: Die Miethöhe kann der Vermieter unabhängig von der Mietpreisbremse vereinbaren. Nachteil: Eine reguläre Kündigung vor Vertragsende ist nicht möglich. Für möbliertes Wohnen gibt es nur begrenzte Nachfrage.

  • Indexmiete

    Die Miete steigt mit den allgemeinen Lebenshaltungskosten. Nur die erste Miete unterliegt der Mietpreisbremse. Danach steigt die Miete mit der Inflationsrate. Vorteil: Die Miete ist nicht gedeckelt. Nachteil: Derzeit ist die Inflationsrate so niedrig, dass die Mieten kaum steigen.

  • Ferienwohnung

    In den touristisch interessanten Großstädten werden Mietwohnungen vermehrt in Feriendomizile umgewandelt. Vorteil: Die Mietpreisbremse greift nicht. Nachteil: Kommunen verhindern, dass Wohnungen in Touristenquartiere umgewidmet werden.

Für Mieter und Vermieter ist es ohne Mietspiegel mit viel Aufwand verbunden, die ortsübliche Vergleichsmiete herauszufinden. Sie müssen dann vergleichbare Mietwohnungen und deren Mieten ermitteln oder ein teures Gutachten in Auftrag geben - ein Aufwand, den viele Vermieter scheuen.

Bundesregierung erwartet weitere Engpässe auf dem Wohnungsmarkt

Auch die Kommunen, die den Mietspiegel herausgeben, sind aufgrund klammer Haushalte oft nicht bereit, den Mietspiegel zu erstellen und aktuell zu halten. Der Immobilien-Ökonom Steffen Sebastian von der Universität Regensburg sagte der "SZ": „De facto läuft die Mietpreisbremse ohne Mietspiegel ins Leere.

PremiumTitelgeschichte Ausgabe 42 Die neue Immobilienblase

Viele Immobilien rentieren sich nicht, auch in Deutschland droht ein Crash.

Viele Immobilien rentieren sich nicht, auch in Deutschland droht ein Crash. Quelle: National Geographic Channels/Stewart Volland

Der Mietspiegel ist schon sein Langem umstritten. Zudem sind sich alle Beteiligten darin einig, dass er nichts am Problem der Wohnungsknappheit in den Städten ändert. Denn trotz niedriger Zinsen werden nicht genügend Mietwohnungen gebaut. Der Zuzug von Flüchtlingen verschärft das Problem zusätzlich.

Anzeige
Immobilien-Wertfinder:Was Mieten und Kaufen in Ihrer Region kostet
Immobilien-Wertefinder

Mit unserem interaktiven Tool finden Sie Interessierte Mieten und Kaufpreise in ihrem Viertel und ihrer Straße. Mehr...

Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%