Immobilien-Schwerpunkt: Staatliche Zuschüsse für Hausbauer

Immobilien-Schwerpunkt: Staatliche Zuschüsse für Hausbauer

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Neues Eigenheim: mit staatlicher Förderung bleibt Käufern mehr finanzieller Spielraum

Der Staat hilft bei der Finanzierung. Mit Förderprogrammen, allen voran dem neuen Wohn-Riester, sparen Käufer viele Tausend Euro.

Frank Thate hat Pech gehabt. Im neuen Reiheneckhaus in der Nähe von Stuttgart fühlen sich der Bankangestellte und seine Lebensgefährtin zwar wohl, doch den Kauf der Immobilie im Mai 2006 hat er extrem schlecht abgepasst: Die Anfang 2006 abgeschaffte Eigenheimzulage, die Hauskäufern bis zu 10.000 Euro staatliche Unterstützung brachte, hat er knapp verpasst. Die 2008 eingeführte Riester-Förderung für Immobilien („Wohn-Riester“) dürfen er und seine Partnerin auch nicht nutzen. „Eine durchaus schließenswerte Lücke“, nennt Thate das zeitliche Förderloch. Selbst mit dem Namensgeber der Riester-Vorsorge, dem Ex-Arbeitsminister Walter Riester, hat er über sein Anliegen schon gesprochen. „Der hat mir aber wenig Hoffnung auf eine Änderung gemacht“, sagt Thate.

Wohn-Riester, die Ausweitung der Riester-Förderung auf selbst genutzte Immobilien, hat seit der Einführung im vergangenen Jahr immer mehr Freunde gewonnen. „Das Ganze ist zwar ein bürokratisches Monster“, sagt Heinrich Bockholt, Leiter des Instituts für Finanzwirtschaft der Fachhochschule Koblenz und ausgewiesener Wohn-Riester-Experte, „doch ich bin inzwischen ein Anhänger geworden, weil sich die Förderung wirklich lohnt.“

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Wer ist Förderberechtigt?

Förderberechtigt sind alle gesetzlich Pflicht-Rentenversicherten und Beamte sowie deren Ehepartner. Wenn sie vier Prozent ihres Bruttoeinkommens in den Riester-Vertrag einzahlen, maximal 2100 Euro, bekommen sie vom Staat eine Zulage von 154 Euro pro Jahr. Für Kinder kommen 185 Euro hinzu, für seit 2008 geborene Babys sogar 300 Euro. Außerdem ist der komplette Beitrag von 2100 Euro pro Person steuerlich absetzbar. Ist der Steuererstattungsbetrag größer als die Summe der staatlichen Zulagen, gibt es auch noch einen Steuerbonus. Weitere staatliche Unterstützung für selbst genutzte Immobilien bietet die Förderbank KfW. Angesichts niedriger Bauzinsen – besonders solvente Käufer zahlen derzeit im besten Fall nur um die vier Prozent pro Jahr – ergibt sich eine gute Ausgangslage.

Die Förderung ist für die Immobilienkäufer „eine tolle Sache, aber der Beratungsbedarf ist enorm“, sagt Bockholt. Interessenten haben die Qual der Wahl, außerdem kommt es auf den Kaufzeitpunkt an:

- Wer für die Zukunft einen Haus- oder Wohnungskauf plant, kann in speziellen staatlich geförderten Wohn-Riester-Bausparverträgen das Startkapital ansparen.

- Wer demnächst ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, kann dafür einen Wohn-Riester-Kredit aufnehmen und wird bei der Rückzahlung des Darlehens unterstützt. Außerdem dürfen die Immobilienkäufer aus bestehenden Riester-Verträgen, etwa einem Riester-Banksparplan, Geld für den Immobilienkauf entnehmen. Bis Ende des Jahres geht das aber nur, wenn bereits mehr als 10.000 Euro angespart worden sind.

- Wer nach dem 1. Januar 2008 eine selbst genutzte Immobilie gekauft hat, kann ebenfalls schon von Wohn-Riester profitieren. Ist die Finanzierung noch nicht Riester-zertifiziert, muss der Käufer bis zum Ablauf der Zinsbindungsfrist warten. Dann kann er das alte Darlehen durch einen Wohn-Riester-Kredit ersetzen. Spätestens nach zehn Jahren ist das immer möglich: Auch bei längerer Zinsbindung gibt es bei Baukrediten ein Sonderkündigungsrecht.

- Wer vor 2008 eine Immobilie gekauft hat, kann Wohn-Riester vorerst nicht nutzen. Erst mit Ruhestandsbeginn können diese Immobilienbesitzer Geld aus klassischen Riester-Verträgen entnehmen, um eine Restschuld abzuzahlen. Ausnahme: Wenn der Kaufvertrag vor 2008 unterschrieben wurde, die Käufer aber erst nach Jahresbeginn einziehen konnten, weil der Neubau noch nicht bezugsfertig war, ist die Förderung nach Wohn-Riester möglich. Bei Altbauten kommt es darauf an, wann die Käufer wirtschaftliche Eigentümer geworden sind. Ein Indiz liefert der Zeitpunkt der Zahlung von Grunderwerbsteuer.

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