Immobilien-Trends 2016: B-Städte wie Leipzig und Dresden im Visier

Immobilien-Trends 2016: B-Städte wie Leipzig und Dresden im Visier

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Investoren weichen gerne aus – zum Beispiel nach Leipzig.

von Leonidas ExuzidisQuelle:Handelsblatt Online

Wohnimmobilien bleiben 2016 eine lukrative Anlageform. Berlin ist nach wie vor das Maß aller Dinge. Doch das Angebot ist rar, die Preise scheinen überhitzt. Investoren weichen aus – unter anderem nach Leipzig.

Es kann in diesen Tagen angenehmere Beschäftigungen geben, als sich in Berlin-Mitte auf Wohnungssuche zu begeben. Denn Angebot und Nachfrage auf dem Berliner Immobilienmarkt sind momentan nicht in Einklang zu bringen. Die Folge: Mieten und Kaufpreise für Wohnimmobilien steigen von einem Rekord zum nächsten.

In Berlin dürfte es so weitergehen. Denn Profi-Investoren sehen die Hauptstadt als den attraktivsten Investmentmarkt Deutschlands. Das belegt eine Umfrage der Unternehmensberatung EY Real Estate unter 150 Versicherern, Bestandshalten, Fonds und anderen Immobilieninvestoren. 16 Prozent sehen Berlin besonders im Fokus von privaten Investoren aus dem In- und Ausland, gefolgt von Hamburg (13 Prozent) und Frankfurt (12 Prozent).

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Welche Städte Investoren 2016 favorisieren

  • Platz 8

    Region Nürnberg/Erlangen/Fürth (B-Standort): 8 Prozent.

    Quelle: Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2016 (EY Real Estate)

  • Platz 7

    Köln (A-Standort): 9 Prozent.

  • Platz 6

    München (A-Standort): 10 Prozent.

  • Platz 6

    Düsseldorf (A-Standort): 10 Prozent.

  • Platz 4

    Leipzig/Dresden (B-Standort): 11 Prozent.

  • Platz 3

    Frankfurt (A-Standort): 12 Prozent.

  • Platz 2

    Hamburg (A-Standort): 13 Prozent.

  • Platz 1

    Berlin (A-Standort): 16 Prozent.

„In Berlin werden zwar viele Wohnungen neu geschaffen, doch der aktuelle Wohnungsbau wird die gestiegene Nachfrage nicht kompensieren können“, glaubt Jan Hebecker, Leiter Märkte und Daten bei ImmobilienScout24. Den anhaltenden Trend bestätigt auch eine aktuelle PwC-Befragung unter 550 internationalen Marktteilnehmern. Dabei konnte Berlin seinen Spitzenplatz als europäischer Immobilienmarkt mit den besten Investitions- und Entwicklungschancen verteidigen.

Auch der starke Zuzug von Flüchtlingen verstärkt den ohnehin schon großen Druck auf dem Wohnungsmarkt um ein Vielfaches. 83 Prozent der Befragten sehen durch Zuwanderung  wesentliche Auswirkungen auf die Immobilienwirtschaft. „Inwieweit die Flüchtlingskrise und weitere Krisen den Standort Deutschland beeinflussen werden, lässt sich heute noch nicht vorhersagen“, sagt ein Umfrageteilnehmer.

Aber nicht nur die Metropolregionen der sogenannten A-Städte profitieren. Da die Preisklassen dort – in Berlin, Hamburg, München, Frankfurt, Köln, Düsseldorf, Stuttgart – teils überhitzt und die Angebote rar sind, weichen immer mehr Investoren auf mittelgroße und kleinere Städte aus. „Den Trend beobachten wir bereits seit einigen Jahren. Ausweichreaktionen wird es auch in diesem Jahr geben“, sagt Christian Schulz-Wulkow, Partner bei EY Real Estate und Leiter der Immobiliensparte.

Welche Gruppen 2016 kaufen und verkaufen

  • Verkäufer: Platz 3

    Sonstige internationale Fonds: zu 40 Prozent aktiv.

    Quelle: Trendbarometer Immobilien-Investmentmarkt 2016 (EY Real Estate)

  • Verkäufer: Platz 2

    Offene Fonds: zu 46 Prozent aktiv.

  • Verkäufer: Platz 1

    Opportunity-/PE-Fonds: zu 67 Prozent aktiv.

  • Nachfrager: Platz 3

    Staatsfonds: zu 67 Prozent aktiv.

  • Nachfrager: Platz 2

    Private/Family Offices: zu 74 Prozent aktiv.

  • Nachfrager: Platz 1

    Versicherungen/Pensionsfonds: zu 79 Prozent aktiv.

Daher sahen zuletzt viele Investoren in diesen Städten vergleichsweise hohes Renditepotenzial. Symbolisch für diese Entwicklung stehen Leipzig und Dresden. Die Profis erhoffen sich dort mehr Rendite als in einigen Top-7-Städten. Auch 2016 dürften viele Investoren aufgrund geringer Rendite und hoher Preise auf B-Standorte setzen. Acht von zehn Experten erwarten dort steigende Wohnimmobilienpreise.

Da der Bestand in vielen Städten knapper wird, denken viele Investoren vermehrt über Neubauentwicklungen nach. 81 Prozent der Befragten erwarten eine spürbare Zunahme spekulativer Projektentwicklungen – vor Jahresfrist waren es noch 62 Prozent. „Das kann ein neuer Trend sein, den es zu beobachten gilt“, sagt Schulz-Wulkow.

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