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Immobilienfirma: Finanzinvestoren steigen bei GSW komplett aus

Quelle: Handelsblatt Online

Vor nicht einmal einem Jahr ist das Immobilienunternehmen GSW an die Börse gegangen, doch schon jetzt sind seine beiden Hauptfinanzinvestoren komplett ausgestiegen. Wie der Konzern nun weiter wachsen will, ist ungewiss.

Einfamilienhäuser in einer Neubausiedlung: Das Berliner Immobilienunternehmen GSW ist inzwischen im Nebenwerteindex MDax gelistet. Quelle: picture-alliance
Einfamilienhäuser in einer Neubausiedlung: Das Berliner Immobilienunternehmen GSW ist inzwischen im Nebenwerteindex MDax gelistet. Quelle: picture-alliance

FrankfurtEin Dreivierteljahr nach dem Börsengang der GSW haben sich die beiden früheren Eigentümer ganz aus dem Immobilienunternehmen verabschiedet. Der Finanzinvestor Cerberus, Goldman Sachs und die von der US-Investmentbank verwalteten Whitehall-Fonds warfen nach eigenen Angaben am Donnerstagabend 7,9 Millionen GSW-Aktien zu je 22,18 Euro auf den Markt. Sie mussten damit keinen Abschlag auf den Schlusskurs vom Donnerstag hinnehmen.

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Mit den erlösten 175 Millionen Euro machten sie noch einmal ordentlich Kasse. Insgesamt strichen die Investoren mit dem Verkauf ihrer GSW-Anteile seit dem Börsengang im April 2011 knapp 700 Millionen Euro ein.

Die GSW war der größte Börsengang des vergangenen Jahres in Deutschland, das Listing klappte wegen der Griechenland-Krise und der Marktturbulenzen allerdings erst im zweiten Anlauf. Bei ihrem Debüt kostete die Aktie 19 Euro. Das Berliner Unternehmen ist inzwischen im Nebenwerteindex MDax gelistet.

Schon im Oktober hatten Cerberus und Goldman ihre Beteiligung auf 20 Prozent halbiert. Die weitere Platzierung durch die Alteigner war am Markt erwartet worden, da in dieser Woche die Haltefrist ablief. Anleger waren erleichtert, dass nun kein Verkaufsdruck mehr auf der Aktie lastet: Die GSW-Aktie verteuerte sich am Freitag im frühen Handel um fast drei Prozent auf 22,75 Euro und war damit einer der größten Kursgewinner im MDax. Der Streubesitz dürfte sich mit der Platzierung bei institutionellen Investoren erhöht haben, womit die GSW ein größeres Gewicht im MDax bekäme.

Die GSW ist mit rund 53.000 Wohnungen in der Hauptstadt einer der größten Immobilieneigentümer und konkurriert dort vor allem mit Gagfah und Deutsche Wohnen. Die Mittel aus dem Börsengang sind mit dem Kauf von 4800 Berliner Gagfah-Wohnungen Ende 2011 aufgebraucht.

Analysten treibt nun die Frage um, wie der Konzern weiter wachsen will. Eine Kapitalerhöhung bleibe auf dem Radar, schrieb Berenberg-Analyst Kai Klose in einem Kurzkommentar. Um die Investoren zu überzeugen, müsste das Unternehmen allerdings konkrete Angebote für Portfolio-Zukäufe auf dem Tisch haben.

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