Immobilienmarkt: Frankfurt: Wohnen im Büroklotz

Immobilienmarkt: Frankfurt: Wohnen im Büroklotz

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Frankfurter Bankenviertel

von Heike Schwerdtfeger

Das Neubauangebot in Frankfurt ist groß und aus leerstehenden Büros könnten Wohnungen werden. In gefragten Vierteln bleiben die Preise trotzdem hoch. Manche Schmuddelecke hat Potenzial.

Der Vulkanausbruch in Island war eine einzigartige Chance für Hausverkäufer im Frankfurter Prominentenviertel Lerchesberg. Wo ansonsten die Flieger über die Villenanwesen donnern, herrschte dank des Flugverbots ein paar Tage Ruhe. Durch den ansonsten üblichen Lärmpegel sind die Preise in den vergangenen Jahren dort zwar gesunken. Aber die Unternehmervilla aus den 70er Jahren mit 15 Zimmern soll noch immer 2,3 Millionen Euro kosten. Umgerechnet auf die 560 Quadratmeter Wohnfläche wären das rund 4100 Euro pro Quadratmeter. Dass ist die Größenordnung, an die sich auch die Wohnungs- oder Hauskäufer gewöhnen müssen, die keine Millionen investieren können.

„Immer mehr Eigentumswohnungen und Häuser werden zu Preisen zwischen 3500 und 5000 Euro pro Quadratmeter verkauft“, sagt Michael Debus, Vorsitzender des Gutachterausschusses der Stadt Frankfurt. Bei den Wohnungen steigen die Preise, weil vor allem in guten Lagen neue Wohnungen entstünden oder saniert würden. Und da mittlerweile bei den verkauften Wohnungen die durchschnittliche Größe von 82 Quadratmetern im Jahr 2002 auf inzwischen 109 Quadratmeter gestiegen ist, müssen Käufer einiges hinblättern. Das Geld fließt – vielfach aus Angst vor dem Geldverzehr durch eine erwartete künftige Inflation – sogar in einst ungeliebte Viertel: Das Bahnhofsviertel zählte mit den umliegenden Stadtteilen Gutleut und Gallus bislang zu den Schmuddelecken der Mainmetropole.

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Wohnen wie auf dem Mond

Die Stadt bemüht sich um eine Aufwertung und das zahlt sich langsam aus. An der Kaiserstraße, die den Bahnhof mit der Innenstadt verbindet, ging kürzlich ein kernsanierter Altbau zum Preis von 4000 Euro pro Quadratmeter an einen neuen Eigentümer. Mit dem Westhafen hat sich in Bahnhofsnähe ein teures Wohnviertel mit Bootsanlegestegen und Mainblick etabliert. Im neuen Europaviertel, das sich zwischen dem Hauptbahnhof und der Messe entwickelt, sind in der vergangenen Woche die ersten Häuser mit 112 Miet- und 51 Eigentumswohnungen fertiggeworden. Nach Angaben der Immobiliengesellschaft Vivico sind bereits 80 Prozent der Eigentumswohnungen verkauft.

Käufer kommen hier zu Preisen zwischen 2700 bis 3500 pro Quadratmeter zum Zuge – müssen aber noch jahrelang Baustaub und -lärm ertragen können. Denn auf dem Gelände entstehen nicht nur insgesamt 2500 Wohnungen sondern auch noch Bürogebäude. Derzeit ist das Viertel einem Mondkrater ähnlicher als einem heimeligen Wohnquartier. Damit sich das bald ändert, wird in Kürze die Grünfläche „Europapark“ angelegt.

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