Immobilienweise: Keine Preisblase am Immobilienmarkt

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Immobilienweise: Keine Preisblase am Immobilienmarkt

von Saskia Littmann

Die Immobilienweisen erwarten auch für 2014 einen weiteren Preisanstieg am Immobilienmarkt. Warum von einer Preisblase trotzdem keine Rede sein kann.

Obwohl die Preise am Immobilienmarkt auch 2014 weiter steigen werden, gibt es keine Anzeichen für eine Blase. Das schreibt der Rat der Immobilienweisen in seinem Frühjahresgutachten über die Immobilienwirtschaft in Deutschland, welches die Weisen am Dienstag der Bundesregierung überreichen. "Trotz gestiegener Immobilienpreise gibt es kaum Anzeichen gesamtwirtschaftlicher Fehlentwicklungen", so der Rat, dem unter anderem der Ökonom Lars Feld angehört. Der Preisanstieg deute eher auf Nachholeffekte hin als auf eine breit angelegte Übertreibung, so die Weisen.

Insgesamt erwartet der Rat, dass sich die Trends am Immobilienmarkt auch in diesem Jahr weiter verfestigen werden. Beispielsweise das Stadt-Land-Gefälle: "Miet- und Eigentumswohnungen werden noch expliziter in den zentralen Lagen rund um die wirtschaftlichen Ballungszentren gesucht", so die Gutachter. Der Bestand in ländlichen Regionen werde dagegen immer weniger beachtet.

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Gleichzeitig dürfte der Markt weiterhin vom allgemeinen Zinsumfeld profitieren. Es sei davon auszugehen, dass die Zinsen auch in den kommenden Monaten sehr niedrig blieben, alternative Kapitalanlagen wie Immobilien profitierten weiter von dieser Entwicklung. Im vergangenen Jahr sind die Mieten in Deutschland um gut drei Prozent gestiegen, laut den Immobilienweisen ein moderater Anstieg. Ähnlich sah es bei den Kaufpreisen aus, sie stiegen um 3,5 Prozent für Wohnungen sowie 4,3 Prozent für Einfamilienhäuser. "Weiterhin sind aber, zumindest im deutschen Mittel, Kaufpreise und Mieten für Wohnungen vergleichsweise niedrig", konstatieren die Autoren.

Dennoch verweist das Gutachten auf die Top-Lagen, in denen der tatsächliche Preisanstieg 2013 deutlich über den Prognosen lag. Vorne liegen vor allem die üblichen Verdächtigen. Den höchsten Mietanstieg verzeichnete weiterhin München mit einem Plus von 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Erwartet worden waren lediglich drei bis vier Prozent. Auch in Berlin (6,6 Prozent), Hamburg (vier Prozent) und Frankfurt (3,2 Prozent) mussten Mieter erneut mehr bezahlen. Ein ähnliches Bild ergibt sich bei den Kaufpreisen für Eigentum. Erneut liegt München mit einem Anstieg der Kaufpreise um satte zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr an der Spitze. Auch in Berlin machten sich die höheren Preise bemerkbar, sie legten ebenfalls um 8,5 Prozent zu. Dahinter folgen Frankfurt (8,2 Prozent) und Hamburg (7,5 Prozent). Auch in Köln trieb die Nachfrage die Kaufpreise nach oben, sie stiegen deutlich um 7,6 Prozent und lagen damit deutlich über den Prognosen.

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Wie spürbar der Preisanstieg ausfällt zeigt vor allem der Vergleich über viele Jahre. Seit 2005 sind die Kaufpreise in München um fast 50 Prozent gestiegen. Auch insgesamt fällt der Kaufpreisanstieg höher aus als der Zuwachs bei den Mieten. Auch das deute allerdings nicht auf eine Überhitzung hin, so die Gutachter. "Der stärkere Anstieg der Preise relativ zu den Mieten ist – zumindest auf bundesdeutscher Ebene – kein Indiz für eine Immobilienpreisblase", schreiben die Immobilienweisen. Vielmehr sei der Anstieg fundamental begründet. Die Nachfrage nach Immobilien steigt weiter schneller als das Angebot, so komme es automatisch zu Preissteigerungen. Auch die zunehmende Bautätigkeit könne da noch nicht entscheidend gegenlenken. Daher gehen die Immobilienweisen auch für 2014 von einem weiteren Anstieg bei Mieten und Kaufpreisen aus, der allerdings etwas schwächer ausfallen könnte als zuletzt.

Angesichts des knappen Wohnungsangebots und dem Investitionsbedarf warnen die fünf Immobilienweisen vor der von der schwarz-roten Bundesregierung geplanten Mietpreisbremse. Diese störe die Signalfunktion des Preises mit der Folge, dass Investitionen am Immobilienmarkt weniger attraktiv würden. Auch die Anhebung der Grunderwerbssteuer durch einige Bundesländer wird von den Weisen kritisiert, sie stelle ebenfalls ein Investitionshemmnis dar.

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