Karlsruhe: Dynamisch, jung

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Die Karlsruher Innenstadt mit dem Schloss an der Spitze der Fächerstadt

von Niklas Hoyer

Karlsruhe lockt neue Einwohner an, vor allem Wohnraum für Familien ist begehrt. Die Fächerstadt hat einiges zu bieten und das schlägt sich auch in den Preisen nieder.

Mit einem Bevölkerungsanteil von 12 Prozent prägen Studenten Karlsruhe. Rund um das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) hat sich eine internationale Kunstszene entwickelt. Der Imagewandel bringt neue Einwohner: In den vergangenen zehn Jahren ist Karlsruhe um fast fünf Prozent gewachsen.

Vor allem Familien müssen jetzt oft lange suchen, bevor sie Haus oder Wohnung finden. Vier- und Fünf-Zimmer-Wohnungen sind selten und sehr begehrt. Für Neubauwohnungen zahlen Käufer laut Gutachterausschuss etwa 3000 Euro pro Quadratmeter. Schöne Altbauwohnungen, ab 2000 Euro pro Quadratmeter, finden sie vor allem in der Südstadt, wo Gründerzeitbauten ganze Straßenzüge prägen. Die Toplagen für Einfamilienhäuser sind Rüppur und Durlach, im Süd-Osten des Stadtzentrums. Unter 400.000 Euro werden Interessenten dort kaum noch fündig. 

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Neubauten auf altem Bahngelände

Entspannung ist nicht in Sicht. Stadtweit wird die Nachfrage das Angebot noch bis 2020 übersteigen, prognostiziert selbst das Amt für Stadtentwicklung. Damit ähnelt die Situation der im 80 Kilometer entfernten Stuttgart, wo die Kessellage den Bauraum stark beschränkt und die Preise deshalb besonders stark anziehen. In der Landeshauptstadt zahlen Käufer mit durchschnittlich 2100 Euro pro Quadratmeter für eine Wohnung schon deutlich mehr als in Karlsruhe (1750 Euro). 

Ein Grund: Karlsruhe hat in den vergangenen Jahren große Neubaugebiete ausgewiesen. In der Südstadt-Ost, auf dem Gelände eines ehemaligen Bahnbetriebs, entsteht zum Beispiel der Citypark. Einige Hundert Bewohner sind eingezogen, bis 2017 sollen insgesamt 2800 Wohnungen entstehen. Dabei bleiben die Wohnungen mit rund 2500 Euro pro Quadratmeter auch für junge Familien bezahlbar. Kapitalanleger setzen auf ganze Blöcke mit Studentenwohnungen (zum Beispiel das Projekt „student@home“, rund 3000 Euro pro Quadratmeter). Sie dürften in Karlsruhe Zukunft haben.

Ein ähnliches Neubaugebiet, „Mannheim 21“, entsteht auch südlich des Hauptbahnhofs von Mannheim, ebenfalls auf einem ehemaligen Betriebsgelände. In den nächsten Jahren soll hier ein urbanes Stadtquartier mit 600 Wohnungen wachsen. Nachdem Pläne für einen Bahnhofsumbau schon vor einigen Jahren beerdigt wurden, gibt es – anders als in Stuttgart – keine größere Kritik am Projekt. Die luxuriösen Wohnungen sollen rund 3000 Euro pro Quadratmeter kosten – fast das Doppelte des Durchschnittswerts.

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