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Konjunktur: Lebenszeichen vom Wohnungsbau

von Bert Losse

Der Wohnungsbau macht ein Großteil der Bauinvestitionen aus und ist seit Jahren rückläufig. Der Indikator Eigenheimbau der WirtschaftsWoche signalisiert eine leichte Besserung der Situation. Eine Trendwende?

Grafik: Wohnungsbau
Grafik: Wohnungsbau

Wie und wo sie künftig wohnen wollen, davon haben die Bundesbürger klare Vorstellungen: 71 Prozent lieben es urban. Das Häuschen im Grünen wollen hingegen nur 27 Prozent der Haushalte, sagt eine Studie des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) zu den Wohntrends der kommenden zehn Jahre.

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Mittelfristig halten Experten eine deutliche Erhöhung der Neubauzahlen von derzeit knapp 150 000 pro Jahr für geboten. Im Rezessionsjahr 2009 allerdings ist der Wohnungsbau, der mehr als die Hälfte aller Bauinvestitionen ausmacht, um real 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesunken. Damit schnitt er immer noch besser ab als der Wirtschaftsbau, der konjunkturbedingt um 2,6 Prozent schrumpfte.

2010 leichte Belebung

2010 dürften die Aktivitäten der Häuslebauer wieder leicht zulegen: Der von der KfW Bankengruppe exklusiv für die WirtschaftsWoche berechnete Indikator Eigenheimbau (KIEB) sank im Februar zwar um 1,7 Punkte gegenüber dem Vormonat, er liegt allerdings deutlich über seinem Vorjahresnievau (plus sieben Punkte). Im Februar 2010 planten saisonbereinigt 35,1 Prozent der im Rahmen des KfW-Wohneigentumsprogramms geförderten Kreditnehmer einen Neubau oder den Erwerb eines neu gebauten Eigenheims.

Eigenheime haben am Wohnungsneubau einen Anteil von gut zwei Dritteln; die Zahl der privaten Bauherren lässt daher gute Rückschlüsse auf die gesamte Branchenkonjunktur zu. Die KfW-Ökonomen erwarten in diesem Jahr insgesamt eine „leichte Belebung des Wohnungsneubaus“. Allerdings sei es noch zu früh, hieraus eine dauerhafte Trendwende abzuleiten.

Zitterpartie

Dass der Aufschwung im Wohnungsbau eine Zitterpartie werden könnte, legen auch die amtlichen Frühindikatoren nahe: 2009 ist die Zahl der Baugenehmigungen zwar erstmals seit 2006 wieder gestiegen und lag mit rund 157.400 Wohnungen um 3,8 Prozent über dem Wert des Vorjahres. Der Index für die Auftragseingänge im Wohnungsbau sank im vierten Quartal aber drei Monate hintereinander.

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1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 04.04.2010, 16:16 UhrAnonymer Benutzer: Wohnungsbau

    Warum wohl wurden von ehemals öffentlichen
    und privaten istitutionen innerhalb Deutschlands
    während des vergangenen Jahrzehnts Millionen
    Wohnungen verkauft ?
    Warum baut man z. b. in Hamburg, in einer der vielen Hafenstädte und nicht Hauptstädte dieser Welt, ein Konzerthaus, dessen voraussichtliche
    Erstellungskosten, ungeachtet der hohen zu
    erwartenden betriebskosten, bei konservativer
    betrachtung etwa dem Preis von 1500 - 2000
    Wohnungen mittlerer Ausstattung entsprechen
    wird ?
    Warum wohl entscheiden sich Politiker, mit den ihnen noch nicht einmal zur Verfügung stehenden Steuergeldern in dieser Zeit der höchsten Staats-
    verschuldung für diesen Weg obwohl ihnen bekannt ist, das bezahlbare Wohnungen z. b. für junge Menschen gerade in Metropolregionen fehlen ?

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