Krötenwanderung : Mehr Sicherheit für Immobilienbesitzer

kolumneKrötenwanderung : Mehr Sicherheit für Immobilienbesitzer

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Anke Henrich: Krötenwanderung

Kolumne von Anke Henrich

Wenn die Hausbank den eigenen Immobilienkredit plötzlich an Finanzinvestoren weiterverkauft, sind die Bankkunden künftig besser vor bösen Überraschungen geschützt. Endlich, meint WirtschaftsWoche-Reporterin Anke Henrich.

Wer einen Immobilienkredit aufnimmt - gleich ob eine Privatperson oder eine Firma - muss der Bank in der Regel den Eintrag einer Grundschuld zugestehen. Soll heißen: Wenn der Schuldner säumig wird, darf das Geldinstitut die beliehene Immobilie verkaufen respektive zwangsversteigern lassen. So weit, so nachvollziehbar.

Doch wer mit der Bank A einen Vertrag abgeschlossen hat, kann sich ohne Vorwarnung als Kunde der Bank B wiederfinden: Bank A hat seinen Kredit weiterverkauft. Es ist das Prinzip, dass uns schon die Finanzkrise eingebrockt hat: Um das Risiko in der eigenen Bilanz zu reduzieren, werden notleidende Kredite gebündelt und an Investoren weiterverkauft. Um das Bündel aufzuhübschen, werden gerne bisher gut bediente Kredite beigelegt.  

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Im Umkehrschluß heißt der Wechsel: Auch der neue Kreditgeber kann die sofortige Rückzahlung des Kredits verlangen oder gar die Immobilie verkaufen, wenn der Kreditnehmer seinen Zins nicht rechtzeitig überweist. In dem Kontext haben viele Bankkunden schon die böse Überraschung erlebt, dass der neue Investor ihren Kredit fällig stellt - ohne dass der Kunde sich etwas zu Schulden hat kommen lassen.

Der Vertrag gilt - immer.

Dieser Wildwuchs wurde schon 2008 gesetzlich eingedämmt. Nach einer Studie des Instituts für Finanzdienstleistungen hatten deutsche Banken und Sparkassen bis dahin Immobilienkredite über 15 Milliarden Euro ohne Zustimmung der Kunden weiterverkauft, darunter Kredite für rund 800 Millionen Euro, die bestens bedient wurden.

Jetzt hat der Bundesgerichtshof den Schutz der Kunden weiter verbessert. Selbst bei notleidenden Krediten kann der Aufkäufer sich nicht mehr aller Grausamkeiten bedienen. Zunächst muss er im  Einzelfall prüfen, welche Rechte und Pflichten aus dem ursprünglichen Vertrag er konkret übernommen hat. Nur wenn dort schon festgeschrieben ist, dass der Kreditgeber sofort Ansprüche aus der Grundschuld vollstrecken darf, gilt das auch für den Aufkäufer. Enthält der Vertrag aber Stundungsklauseln oder Vollstreckungsaufschub, gilt das auch weiterhin - für alle Alt- und Neuverträge.

Das Aktenzeichen lautet Bundesgerichtshof XI ZR 200/09.  

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