Leipzig: Noch Überangebot

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Wasserwerke Leipzig

von Martin Gerth

In Leipzig brummt es, aber auf den Wohnungsmarkt schlägt sich das kaum nieder. Vor allem im mittleren Segment herrscht Stagnation, Single- und Familienquartiere sind zunehmend begehrt.

Leipzig hofft auf den Cajun. Der kleine Bruder des Gelände-Porsche Cayenne soll künftig in der Messestadt gefertigt werden. Die ersten Modelle kommen 2013 auf den Markt. Mit dem Cajun will Porsche 1000 neue Arbeitsplätze nach Leipzig bringen. Makler Andreas Köngeter rechnet auf dem Leipziger Mietmarkt mit einem ähnlichen Schub wie durch die 3800 Jobs, die die Post-Tochter DHL in der Messestadt schuf. Im vergangenen Jahr schlug sich Köngeters Optimismus jedoch statistisch kaum nieder. 2009 zahlten Mieter in guten Lagen im Schnitt sechs Euro pro Quadratmeter. Im vergangenen Jahr waren es mit 6,10 Euro kaum mehr. Vielleicht kommt mit dem Cajun die Wende. 

Beim ewigen Konkurrenten Dresden hat das schon geklappt. Dank IT- und Biotech-Boom wächst die Stadt seit Jahren. Die Mieten liegen durchschnittlich 20 Prozent höher, die Kaufpreise mit 1450 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen gar ein gutes Viertel über dem Leipziger Niveau.

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Am Wasser gebaut

Die schon ansässigen Porsche-Mitarbeiter seien bislang kaum als wichtige Kunden aufgefallen, weil sie eher mieten als kaufen, so Makler Andreas Köngeter. Auch die Nachfrage westdeutscher Kapitalanleger habe nachgelassen. Grund sei, dass die Bauträger kaum noch denkmalgeschützte Altbauten in Top-Lagen im Angebot haben, mit denen sich Steuervorteile erzielen ließen. 

„Derzeit kaufen vor allem die Leipziger, bevorzugt im sanierten Altbau“, sagt Köngeter. Noch bis vor drei Jahren hätten die Einheimischen Eigentumswohnungen weitgehend links liegen lassen. Lediglich Einfamilienhäuser seien gefragt gewesen. Seit 2009 habe sich die Scheu der Leipziger vor Wohneigentum in der Innenstadt gelegt, so Makler Köngeter. Das liege vor allem an den schlechten Erfahrungen mit Wertpapieren während der Finanzkrise, so Makler Köngeter. Nun seien wieder Sachwerte gefragt.

Doch nicht alles wird von einheimischen als auch ortsfremden Anlegern gekauft. „Das größte Überangebot am Markt haben wir bei Wohnungen in der mittleren Preislage zwischen 60 und 100 Quadratmetern. Gefragt sind dagegen kleinere Einheiten für Studenten und Singles oder deutlich größere Wohnungen im oberen Preissegment für Familien“, sagt Stefan Heinig, Abteilungsleiter Stadtentwicklungsplanung in Leipzig.

Noch hält sich der Preisauftrieb für Eigentumswohnungen in Leipzig in Grenzen. In den Top-Lagen Gohlis-Süd, Waldstraßenviertel, Bachstraßenviertel sowie das Musikerviertel seien die Preise um bis zu fünf Prozent gestiegen, so Makler Köngeter. Köngeter hält denn auch die Top-Lagen, was die Rendite angeht, nicht mehr für die erste Wahl. Mehr Chancen sehe er in Vierteln mit mittlerem Wohnwert, beispielsweise Plagwitz, das westlich des Stadtzentrums liege. Dort seien Eigentumswohnungen in Nähe des Flusses Elster noch für 1000 Euro je Quadratmeter zu bekommen. Wassernähe sei für Käufer allerdings Pflicht, anderenfalls könnte der Wertzuwachs in den kommenden Jahren eher bescheiden bleiben.

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