Niedrige Zinsen als Lockangebot: Hier lauern große Schuldenfallen

Niedrige Zinsen als Lockangebot: Hier lauern große Schuldenfallen

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Damit Ihnen die Eigenheimfinanzierung nicht um die Ohren fliegt, sollten Sie einige Hinweise beachten.

Vom Kaufrausch zum Immobilienkredit: Niedrige Zinsen und Nullfinanzierungen verlocken Verbraucher dazu, sich zu überschulden. Vor diesen Fallen sollten Sie sich hüten.

Die Angebote klingen verlockend: Nur 2,4 Prozent Kreditfinanzierung für ein Eigenheim! Nullfinanzierung für eine neue Waschmaschine! Doch so gut die Angebote klingen, viele Verbraucher überschreiten damit ihre finanziellen Kapazitäten - und überschulden sich. Die Konsequenzen sind Stress, Scham und Angst.

2012 waren laut Creditreform-Schuldneratlas 6,59 Millionen Deutsche überschuldet. Das heißt: Sie hatten nach Abzug aller Kosten nicht genug zum Leben. Ihre Schulden belaufen sich auf durchschnittlich rund 35.000 Euro, belegt der Überschuldungsreport des Instituts für Finanzdienstleistungen. "Finanzielle Krisen haben nur selten einen einzigen Grund", so der Bericht. Im Schnitt stehen rund 13 Forderungen aus. Fast die Hälfte der Forderungen machen Schulden bei Banken aus. Die schlimmsten Schuldenfallen im Überblick.

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Immobilienkredit: Die Zinsen für Immobilienkredite sind historisch niedrig. Gerade in Städten mit hohen Mietpreisen überlegen viele Mieter, jetzt ein Eigenheim zu bauen oder zu kaufen. Das ist grundsätzlich nicht verkehrt. Doch Christian Schmid-Burgk, Finanzierungsexperte der Verbraucherzentrale Hamburg, warnt: "Wenn die Hausfinanzierung den Bach runtergeht, ist das was anderes, als wenn man die Miete nicht mehr zahlen kann." Denn wer seinen Kredit vorzeitig auflösen muss, dem droht eine Vorfälligkeitsentschädigung von bis zu 20 Prozent der Kreditsumme. Wer keine Reserven mehr hat, ist schnell überschuldet.

Schmid-Burgk rät daher, dass Tilgungsraten und Nebenkosten beim Hauskauf nicht mehr als 40 Prozent des Einkommens ausmachen sollten. Auch sollten Kreditnehmer ihre eigene Familienplanung im Blick behalten. Wenn von zwei vollen Einkommen nur noch anderthalb übrig bleiben, weil ein Partner auf die Kinder aufpassen muss, kann es mit der Finanzierung eng werden.

Arbeitslosigkeit: Wer seinen Job verliert, muss oft schlagartig mit weniger Geld auskommen - bei gleichbleibenden Kosten. Nach Abzug der fixen Kosten wie Miete und Nebenkosten bleibt Schuldnern häufig nicht mehr genug zum Leben.

Scheidung und Trennung: Eine neue Wohnung zu suchen und einzurichten, kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld. Dazu kommen eventuell Kosten für einen Rechtsanwalt. Laufende Kreditverträge nehmen darauf keine Rücksicht. Sie müssen weiterhin bedient werden.

Baufinanzierung Banken legen Hauskäufer an die Kette

Die Banken wollen bei der Vergabe von Immobilienkrediten strenger werden. Für Hauskäufer besteht aber kein Grund zu Panik. Hypothekendarlehen bleiben günstig.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Dispo: Wer sein Konto überzieht, wird von seiner Bank in der Regel deftig zur Kasse gebeten. Bis zu 14 Prozent verlangen einzelne Geldinstitute für eine Überziehung des eigenen Kontos. Wird der Dispo-Rahmen gesprengt, kann es noch teurer werden. Schuldner können ihre Bank bitten, die Schulden aus dem Dispokredit in einen günstigeren Ratenkredit umzuschulden. Dem muss die Bank allerdings nicht zustimmen.

Kauf auf Pump: Das Wort "Nullfinanzierung" führt in die Irre. Nur weil der Preis für eine Waschmaschine ohne Zusatzkosten auf zwölf Monate gestreckt wird, wird sie dadurch nicht billiger. Dazu kommt: Je mehr solcher Angebote jemand wahrnimmt, desto unübersichtlicher wird es auf dem Konto. Damit steigt das Risiko, seine finanziellen Möglichkeiten zu überschreiten.

Handy-Vertrag: Das Handy ist für viele unverzichtbarer Bestandteil des Alltags. Dementsprechend häufig wird es genutzt. Doch Vorsicht: Wer keine Flatrate hat, die Telefonate in alle Netze, Sms und Internetnutzung abdeckt, verliert schnell den Überblick über die Kosten. Dazu kommt, dass viele Verträge eine Laufzeit von 24 Monaten haben. Wer einmal verschuldet ist, muss weiterhin die Grundgebühr zahlen - selbst wenn er das Handy gar nicht mehr nutzt. Experten raten Schuldnern zu einer Prepaid-Karte.

Kredit- und EC-Karten: Sie machen das Bezahlen einfach und bequem. Aber Vorsicht: Wer bargeldlos bezahlt, verliert schnell den Überblick über seinen Kontostand. Dieser wird nämlich nur zeitverzögert aktualisiert, bei Kreditkarten häufig erst am Monatsende. Das verleitet dazu, mehr zu kaufen, als das Budget hergibt.

Krankheit: Wer für längere Zeit krank wird, muss oft tief in die Tasche greifen. Nicht nur das fehlende Einkommen setzen dem Kontostand zu, auch teure Medikamente, Arztbesuche und Unterstützung im Alltag wie Pflegepersonal kosten den Kranken oft viel Geld. Die Krankenkassen übernehmen häufig nicht sämtliche Ausgaben.

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Laut einer Studie zur Immobilienkrise in den USA sind Menschen, die gut rechnen können, auch besser geschützt vor Überschuldung. Wer sich das selbst nicht zutraut, ist in Deutschland aber nicht der Überschuldungsgefahr ausgeliefert. Die Verbraucherzentrale, zum Beispiel, hilft Kreditangebote und Verträge durchzurechnen. Wer bereits überschuldet ist, findet Hilfe bei der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung. In immer mehr Städten gibt es mittlerweile auch Selbsthilfegruppen für Privatinsolvente und deren Angehörige.

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