Offene Immobilienfonds: Anleger müssen weiter um ihr Geld zittern

Offene Immobilienfonds: Anleger müssen weiter um ihr Geld zittern

, aktualisiert 12. Dezember 2011, 19:54 Uhr
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Für das „Quartier Potsdamer Platz“ finden sich nur schwer Käufer.

Quelle:Handelsblatt Online

Es sind bittere Zeiten für Offene Immobilienfonds. Die beiden Flagschiffe haben nicht genug Mittel, um wieder zu öffnen. Sechs weitere Fonds werden abgewickelt, auch jener der Fondsgesellschaft DWS.

FrankfurtFür die beiden größten eingefrorenen Immobilienfonds CS Euroreal und SEB ImmoInvest wird das Überleben zum Wettlauf gegen die Zeit. Der CS Euroreal musste am Montag einräumen, dass er noch nicht über ausreichend Mittel verfügt, um wie geplant in diesem Jahr wieder zu öffnen. Das hat eigentlich auch der SEB ImmoInvest vor, bei dem drei Wochen vor Jahresende noch keine endgültige Entscheidung gefallen ist. Die beiden deutschen Flaggschiffe - jeweils rund sechs Milliarden Euro schwer - müssen bis spätestens Mai 2012 aufmachen oder für immer schließen. Gleiches gilt für den kleineren KanAm Grundinvest. Denn in allen Fällen läuft im Frühjahr die zweijährige Gnadenfrist ab.

Sechs Fonds werden in Deutschland schon abgewickelt. Hinzu kommt nun auch der Dachfonds db ImmoFlex der Fondsgesellschaft DWS, wie diese am Montag ankündigte.
Die Entscheidung von Credit Suisse Asset Management kam überraschend. CS-Euroreal-Fondsmanager Karl-Heinz Heuß hatte noch im November davon gesprochen, den Fonds 2011 wieder zu öffnen. Nun betonte er: „Für uns geht Sicherheit vor Geschwindigkeit.“ Ziel sei es, den Fonds dauerhaft zu öffnen. Dazu müsse die für eine Rückgabe von Anteilen durch die Kunden zur Verfügung stehende Liquidität bei etwa 30 Prozent liegen. Im Moment seien es erst 25 Prozent - der jüngsten Verkaufsoffensive zum Trotz.
Um Geld in die Kasse zu bekommen, sind sowohl der CS Euroreal als auch der SEB ImmoInvest dabei, Immobilien aus ihren Beständen zu verkaufen. Doch je weiter die europäische Schuldenkrise um sich greift und Investoren verunsichert, desto schwerer lassen sich Immobilien mit Gewinn veräußern. „Der Markt ist im Moment nicht so, dass einem die Objekte aus den Händen gerissen werden“, beschreibt ein Branchenvertreter die Stimmung. „Verkäufe sind deutlich schwieriger geworden.“ Beim SEB ImmoInvest kommt hinzu, dass die erhofften Partner für das Filetstück des Fonds, das „Quartier Potsdamer Platz“ in Berlin, schwer zu finden sind. Der ImmoInvest kam zuletzt auf eine Liquiditätsquote von 21 Prozent.

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Der Grundinvest der Fondsgesellschaft KanAm fängt mit den Verkäufen gerade erst an. Er hatte sich allerdings auch nie auf 2011 festgelegt.
Die Anleger des CS Euroreal müssen mit einer Ausschüttung von 1,80 Euro pro Anteil für das Geschäftsjahr 2010/11 bescheiden - so wenig wie noch nie. Die Rendite entspricht mit 1,2 Prozent im Einjahresvergleich dem Branchendurchschnitt. Allerdings lockt Fondsmanager Heuß mit dem Versprechen, dass es nach einer erfolgreichen Fondsöffnung mittelfristig wieder mehr werden soll.

Die DWS will so lange nicht mehr warten, sie wickelt ihren Dachfonds ImmoFlex - der seit gut einem halben Jahr auf Eis liegt - nun bis Mai 2014 ab. Die Marktsituation habe sich in den vergangenen Monaten nicht beruhigt, erklärte die Gesellschaft. Das Produkt ist in neun eingefrorenen Offenen Immobilienfonds investiert, darunter in beträchtlichem Umfang im CS Euroreal und im SEB ImmoInvest. Die Liquiditätsquote des ImmoFlex lag zuletzt bei gerade einmal 10,3 Prozent.

Spätestens seit der ersten Finanzkrise 2008 haben Offene Immobilienfonds ihren Status als sichere Anlageklasse verloren. Damals nutzten Profi-Anleger die tägliche Verfügbarkeit der Gelder und zogen binnen kurzer Zeit Milliarden ab. Um nicht völlig in Schieflage zu geraten, nahmen etliche Fonds keine Anteilsscheine mehr zurück. Auf der Strecke blieben Kleinsparer, die nicht mehr an ihr Geld kamen. Zwar öffneten manche Fonds zwischenzeitlich wieder. Doch dann sorgte die Novelle des Anlegerschutzgesetzes für Verunsicherung und neue Schließungen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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