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Offene Immobilienfonds: Giftpfeile vom Ministerialrat?

von Heike Schwerdtfeger

Ob offene Immobilienfonds ins Museum wandern, muss der Gesetzgeber noch entscheiden. Geschlossene Fonds sind eine schlechte Alternative.

Die Auf- und Absteiger im Immobilienranking nach Chancen und Risiken

Platz 5 unter den Aufsteigern: Bochum / Punktzahl: 3,0 von 5. Veränderung zum Vorjahr: 0,8

In Bochum hat sich das Bild auf dem Immobilienmarkt ein wenig aufgehellt. Doch mit einer 3,0 von 5 möglichen Punkten ist das Chance-Risiko-Verhältnis insgesamt immer noch nicht top. Angesichts dieses niedrigen Preisniveaus hat sich die Entwicklung nun stabilisiert. In den nächsten Jahren dürften die Preise stagnieren – und nicht mehr weiter fallen. Immerhin.

Durchschnittspreise je Quadratmeter für bestehende Immobilien:

Wohnungen: 1200 Euro

Einfamilienhäuser: 1900 Euro

Bild: Presse

Seit Jahren stehen die Anbieter offener Immobilienfonds und der Ministerialrat im Bundesfinanzministerium (BMF), Uwe Wewel,  auf Kriegsfuß. Deshalb ist es kein Wunder, dass ein neuer Richtlinienentwurf zur Umsetzung von EU-Vorschriften in deutsches Gesetz wieder ein paar Gemeinheiten gegen die Fondsbranche enthält.

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Wewel ist im BMF-Referat VII B2 für Investmentwesen; Unternehmens- und Kapitalbeteiligungsgesellschaften zuständig. Und angesichts zahlreicher Skandale um offene Immobilienfonds in den vergangenen Jahren ist es kein Wunder, dass er die Fonds auf dem Kieker hat.

Doch eigentlich sollten die Fonds schon durch das bereits in Kraft getretene Anlegerschutzgesetz strenger reguliert werden, das unter anderem Mindesthaltefristen für Anleger sowie Kündigungsfristen vorschreibt und die Probleme beseitigen sollte, die die Fonds in Liquiditätsnöte gebracht haben. Jetzt könnte es aber doch noch ganz anders kommen. 

Zukünftig nur mit fixem Kapital

Neue offene Immobilienfonds könnte es ab der Einführung der AIFM-Richtlinie (Alternative Investment Fund Manager) in Deutschland ab Juli 2013 nicht mehr geben. Bereits bestehende Fonds dürften gnädigerweise weitergeführt werden. Wer also heute einen offenen Immobilienfonds im Depot hat, der kann investiert bleiben.

Künftig aber müssten neue Produkte in der Rechtsform einer Immobilienaktiengesellschaft mit fixem Kapital oder einer neuen Investment-Kommanditgesellschaft aufgelegt werden. Die sonstigen Regelungen zur Risikostreuung über eine Vielzahl von Gebäuden, der Bewertung der Immobilien durch Sachverständige sowie Beschränkung der Kreditaufnahme, würden bestehen bleiben.

Der Schwenk zu anderen Rechtsformen für die offenen Publikumsfonds ist eine neue Variante aus Berlin und würde dem klassischen offenen Immobilienfonds den Garaus machen. Die schwachen Kandidaten aus der Branche werden derzeit sowieso abgewickelt und müssen ihre Immobilien verkaufen  und die Erlöse Anlegern auszahlen. Am Markt bleiben allerdings die Töchter der großen Bankengruppen übrig: Deka (Sparkassen), Union Investment (Volks-, Raiffeisenbanken), RREEF (Deutsche Bank), CommerzReal (Commerzbank) werden ihr Oligopol behalten, wenn es keine neuen Anbieter offener Immobilienfonds mehr geben würde.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 26.07.2012, 14:57 UhrPepe

    Vermutlich verdanken viele Kleinanleger, die auf ihren geschlossenen offenen Immofonds sitzen diesem Herrn ihre jetzige mieslige Lage. Er war es wohl der im Mai letzten Jahres die angedachten Änderungen für offene Immofonds aus dem Finanzminesterium hat heraussickern lassen, worauf die institutionellen Anleger sofort reagierten und alles verkauften und die Kleinanleger mangels Informationen nach 5 Tagen auf ihren Fonds sitzen blieben. Diesem Mann müßte man regreßpflichtig machen. Es wird Zeit, dass solche Positionen nach Qualifikation und nicht nach Parteibuch vergeben werden

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