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Photovoltaik-Boom: Hochzins-Anlage auf dem Dach

von Mario Brück

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland so viele Solar-Anlagen auf Dächer und Äcker geschraubt wie nie zuvor. Gründe des Klimaschutzes treten dabei jedoch in den Hintergrund. Das zeigt eine exklusive Umfrage.

Photovoltaik Quelle: dpa
Auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberose bei Cottbus prüft ein Techniker Solarmodule. Laut Bundesnetzagentur wurden 2011 Module mit einer Leistung von insgesamt 7500 Megawatt montiert. Quelle: dpa

Insgesamt wurden im vergangenen Jahr Module mit einer Leistung von 7500 Megawatt auf Dächer, Industriebrachen oder Felder geschraubt. Auf diese Schätzung kommt die Bundesnetzagentur auf Basis einer vorläufigen Auswertung der gemeldeten Daten.

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Hinter dem außerordentlich großen Zubau von Photovoltaik-Anlagen im Umfang von 3000 Megawatt allein im Dezember 2011 stehen weit überwiegend finanzielle Motive. Gründe des Klimaschutzes treten dabei in den Hintergrund. Das ergab eine bundesweite Stichproben-Untersuchung des Zentrums für Solarmarktforschung (ZSF) in Berlin.

Klimaschutz nur Begleitmotiv

Als wichtigste Vertriebspartner für Solaranlagen erwiesen sich nicht die Photovoltaik-Handelsunternehmen und Elektrohandwerksbetriebe, sondern Banken und Sparkassen.

„Die Solaranlage ist ein Finanzprodukt. Als solches wurde sie auch vertrieben. Klimaschutz ist nur ein Begleitmotiv“, kommentiert Wolfgang Hummel, Leiter des Zentrum für Solarmarktforschung in Berlin, die Umfrageergebnisse.

Sein Institut hatte im Rahmen der Untersuchung zwischen Juli und Dezember 2011 bundesweit 516 private Käufer von Solaranlagen befragt. Dabei habe für die Käufer einer Solaranlage nicht die Unterstützung der Energiewende im Vordergrund gestanden, sondern die attraktive und zudem risikolose Rendite von mindestens sieben Prozent.

Niedrige Zinsen machten Kredite attraktiver

Drei finanzielle Motive trafen bei Käufern zusammen: Durch sehr niedrige Zinsen war die Anschaffung einer Photovoltaik-Anlage für viele Käufer auch über einen Kredit attraktiv. Aufgrund der nach wie vor hohen EEG-Vergütung ergab sich eine Amortisation für Eigenheimbesitzer teilweise bereits nach sieben Jahren.

Hinzu kamen Inflationsängste. Hauptmotiv aber war die hohe Profitabilität der Solaranlagen über einen Zeitraum von zwanzig Jahren. Die hohe Verzinsung wird vor allem auch im Vergleich mit Bundesanleihen deutlich. 10-jährige Bundesanleihen erbringen gegenwärtig einen Zins von nicht einmal zwei Prozent (1,98 Prozent im November 2011, 1,93 Prozent im Januar 2012).

4 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 11.01.2012, 18:42 UhrAnonymer Benutzer: skeptiker33

    Ist bei Ihrer Rechnung auch der Energiebedarf für die Erwirtschaftung der Subventionen für den nutzlosen Zufallsstrom aus Photovoltaikanlagen enthalten?
    Warum überhaupt noch Subventionen, wenn alles so toll ist - die Sonne stellt doch keine Rechnung?

    Der Öko-Sozialismus wird genauso enden wie der nationale und der marxistische. Und die Gierköpfe wird man an den Photovoltaikanlagen auf ihren Dächern leicht erkennen und finden.

  • 11.01.2012, 15:27 UhrAnonymer Benutzer: arnoldberens

    Kapitalistengegner haben die Wirtschaftswoche unterwandert. Der Artikel über Photovoltaik beweist dies eindrücklich. Nicht nur, dass falsche Fakten genannt werden. Der Einsatz von Privatkapital für die Energiewende wird in polemischer Weise verurteilt. Das Greifen von Marktmechanismen, die zu sinkenden Preisen und damit zu einer steigenden Wettbewerbsfähigkeit von Solarstrom führen, wird ignoriert. Ein unverdächtiger Zeuge ist dagegen RWE: "Die zuletzt deutlich gesunkenen Preise für Photovoltaik-Solaranlagen hat jedoch die Wirtschaftlichkeit der noch recht jungen Technologie gesteigert..."

  • 10.01.2012, 17:20 UhrAnonymer Benutzer: derEnergiewender

    Das sind gleich mehrere Unwahrheiten. Eine Fotovoltaikanlage ist mittlerweile nach 2 Jahren energieneutral was heißt dass die benötigte Primarenergie bereits nach zwei Jahren wieder aus der Sonnenenergie zurückgeholt worden sein wird. Dieser Faktor verbessert sich zunehmend. Die Lebensdauer von Fotovoltaikanlagen beträgt mittlerweile deutlich über 30 Jahre

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