Solvency II: Versicherer drosseln Immobilieninvestments

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Solvency II: Versicherer drosseln Immobilieninvestments

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Versicherer wollen ihre Immobilien-Investments drosseln.

Solvency II macht jetzt nicht mehr nur Versicherern und Pensionskassen das Leben schwer - auch die Immobilienbranche bekommt die verschärften Regeln zu spüren. Sie verliert einen wichtigen Investor.

Deutsche Versicherer drohen nach einem Zeitungsbericht mit einem teilweisen Ausstieg aus der Finanzierung von Immobilien. Mehrere vom Handelsblatt befragte Vorstände kündigten an, ihre Kapitalanlage-Planungen zu überprüfen und notfalls in großem Stil umzuschichten. Grund seien die neuen Aufsichtsregeln der Branche, das Programm "Solvency II".

Im Februar 2012 stellte die EU-Kommission nämlich fest, dass die Pensionskassen versicherungsähnliche Organisationen sind und dementsprechend behandelt werden sollten. Die Solvency-II-Regeln seien "ein nützlicher Ausgangspunkt", urteilte die Kommission. Das bedeutet, dass sich auch private Rentenversicherer strengeren Eigenkapitalregeln unterwerfen müssten. "Die Krise hat deutlich gemacht, dass die Überarbeitung der regulatorischen Rahmenbedingungen Not tut, um die Sicherheit privater Renten zu verbessern", heißt es in dem Entwurf der Kommission. Zwar sind Versicherungen keine Banken und zocken auch nicht mit riskanten Papieren. Aber sie gehören eben zu den größten institutionellen Investoren der Welt. Schließlich investieren sie die Gelder von Milliarden von Kunden. Da ist die Frage nach der Sicherheit der jeweiligen Anlageklasse schon nicht unberechtigt. Sonst sind im schlimmsten Fall die Beiträge der Versicherten futsch.

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Deshalb müssen Versicherer riskante Anlagen mit mehr Eigenkapital unterlegen - und das trifft in diesem Fall die Immobilienbranche. Den derzeitigen Plänen zufolge müssten Versicherer Immobilien-Investments mit 25 Prozent Schutzkapital unterlegen. "Das wird uns zwingen, dieses lukrative Geschäft zurückzufahren", sagte Herbert Schneidemann, Chef von "Die Bayerische".

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Allein die deutschen Versicherer haben nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) 42,4 Milliarden Euro in Gebäude investiert. Die "Bayerische ist mit gut 500 Millionen Euro im Raum München in Immobilien investiert.

Die Provinzial Nordwest und Rheinland prüften derzeit ebenfalls, Kapital aus diesem Bereich abzuziehen. Allein bei der Nordwest könnten sich Verschiebungen "im hohen dreistelligen Millionenbereich" ergeben, sagte ihr Chef Ulrich Rüther der Zeitung. Generali Deutschland überprüfe seine Kapitalanlage "aktuell in allen Bereichen", so Finanzvorstand Torsten Utecht.

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