Spanien: Talfahrt des Immobilienmarkts vorerst gestoppt

Spanien: Talfahrt des Immobilienmarkts vorerst gestoppt

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Nach siebenjähriger Krise scheint sich der spanische Immobilienmarkt nun zu erholen.

Sieben Jahre nachdem Spaniens Immobilienmarkt in die Krise stürzte, zeichnet sich erstmals eine deutliche Erholung ab. Auch die restliche Wirtschaft scheint im Aufschwung - bis auf den Arbeitsmarkt.

Erstmals nach etwa sieben Krisenjahren erlebt der Immobilienmarkt in Spanien eine merkliche Erholung. Im Februar 2015 seien die Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 15,5 Prozent auf 29 714 gestiegen, teilte die Statistikbehörde INE am Donnerstag mit. Es sei der sechste Anstieg in Folge, hieß es. Die höchsten Wachstumsraten wurden den Angaben zufolge in den Autonomen Gemeinschaften Aragonien (49,2 Prozent), Katalonien (29,2), Balearen (21,7) und Andalusien (20,4) registriert.

Sprecher von großen Immobilienagenturen sagten der Deutschen Presse-Agentur, man habe dank Konjunkturerholung und zunehmender Kredite die Wende geschafft. Zum Feiern sei es aber noch zu früh.

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Das abrupte Ende des Baubooms 2007 und das Platzen der Immobilien-Blase 2008 hatten die Wirtschafts- und Finanzkrise in Spanien ausgelöst. Um einen Zusammenbruch des Finanzsystems zu verhindern, hatte das Euro-Land 2012 von der EU und vom Weltwährungsfonds (IWF) Hilfskredite für etwa 41 Milliarden Euro in Anspruch nehmen müssen.

Ausverkauf an Spaniens Küste

  • Torrevieja

    März 2014: 1050 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -5 %

    Seit 5 Jahren: -33 %

    Quelle: Branchenportal idealista.com

  • Almería

    März 2014: 1350 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -6 %

    Seit 5 Jahren: -30 %

  • Dénia

    März 2014: 1400 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -6 %

    Seit 5 Jahren: -30 %

  • Puerto de la Cruz

    März 2014: 1400 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -6 %

    Seit 5 Jahren: -25 %

  • Estepona

    Seit März 2014: 1450 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: 0 %

    Seit 5 Jahren: -25 %

  • Peniscola

    Seit März 2014: 1500 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -7 %

    Seit 5 Jahren: -27 %

  • Las Palmas de Gran Canaria

    Seit März 2014: 1500 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -8 %

    Seit 5 Jahren: -25 %

  • Terremolinos

    März 2014: 1550 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -9 %

    Seit 5 Jahren: -32 %

  • Calpe

    März 2014: 1750 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -3 %

    Seit 5 Jahren: -19 %

  • Benidorn

    März 2014: 1850 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -6 %

    Seit 5 Jahren: - 27 %

  • Palma de Mallorca

    März 2014: 1850 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -4 %

    Seit 5 Jahren: -13 %

  • Marbella

    März 2014: 2250 Euro/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: +4 %

    Seit 5 Jahren: -8 %

  • Calvià

    März 2014: 2300/Quadratmeter

    Seit 1 Jahr: -6 %

    Seit 5 Jahren: -18 %

  • Sitges

    März 2014: 3000 Euro/Quadratmeter

    seit 1 Jahr: -20 %

    seit 5 Jahren: -31 %

Spanische Wirtschaft boomt

Auch aus der spanische Wirtschaft allgemein kommen positive Nachrichten: Sie wächst dank kauffreudiger Verbraucher so kräftig wie seit 2007 nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März um Prozent 0,9 zum Vorquartal zu, teilte das Statistikamt am Donnerstag in Madrid mit. Neben Irland dürfte Spanien in diesem Jahr so stark wachsen wie kein anderes Euro-Land. Trotz des Wiedererstarkens ist ein Sieg der konservativen Volkspartei von Ministerpräsident Mariano Rajoy bei der Parlamentswahl am Jahresende nicht sicher. Grund dafür ist die trotz des Aufschwungs hohe Arbeitslosigkeit: Sie liegt immer noch bei 23,0 Prozent. In der Europäischen Union ist sie nur in Griechenland noch höher.

"Die Konjunktur hat die Wende geschafft", sagte Ökonom Raj Badiani von IHS Global Insight. "Die nächste Herausforderung liegt darin, dass die Erholung auch stärker bei den Menschen ankommt." Die Regierung rechnet sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent, gut doppelt so viel wie 2014. Zum Vergleich: Die Bundesregierung erwartet für Deutschland ein Wachstum von jeweils 1,8 Prozent. Eine halbe Million neue Jobs sollen dabei entstehen.

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Hinter dem Aufschwung steckt vor allem die wiedererwachte Kauflaune der Spanier. Angekurbelt wird sie von fallenden Verbraucherpreisen: Diese gaben zuletzt um 0,7 Prozent nach. Vor allem billigeres Tanken und Heizen lassen mehr Geld für andere Ausgaben übrig. "Die im Januar umgesetzte Steuerreform entlastet zudem die Haushalte und auch die Unternehmen", sagte ING-Ökonom Geoffrey Minne. Zweiter Treiber des Aufschwungs ist der Export. Dieser profitiert von der Abwertung des Euro, der binnen eines Jahres rund ein Fünftel zum Dollar verloren hat. Das macht spanische Produkte in Übersee billiger.

Ein Risiko für den Aufschwung bleibt der ungewisse Ausgang der Parlamentswahlen. Investoren fürchten ein Zurückdrehen der Reformen, sollte die Volkspartei Rajoy die Mehrheit verlieren. Die Volkspartei, die oppositionellen Sozialisten sowie die beiden Neulinge Ciudadanos und Podemos kommen derzeit in Meinungsumfragen auf jeweils auf 18 bis 22 Prozent der Stimmen

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