Studie zu Niedriglohnempfängern: In Berlin bleiben Geringverdiener unter sich

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Studie zu Niedriglohnempfängern: In Berlin bleiben Geringverdiener unter sich

Berlin, Hamburg und München ticken unterschiedlich - das zeigt nun auch eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Demnach siedeln sich Arbeitnehmer mit Niedriglöhnen in den Metropolen unterschiedlich an.

Das Arbeits- und Berufsforschungsinstitut in Nürnberg wollte der Frage nachgehen, wie sich Niedriglohnbezieher kleinräumig innerhalb einer Stadt verteilen. Das Ergebnis: Die räumliche Verteilung von Niedriglohnbeziehern ist in deutschen Großstädten sehr unterschiedlich ausgeprägt.

In Deutschland beziehen 25 Prozent der Arbeitnehmer Niedriglöhne. Das heißt, sie verdienen weniger als zwei Drittel des mittleren Lohns. Auffallend ist immer noch ein Einkommensgefälle zwischen Ost- und Westdeutschland. In Süddeutschland – in den Städten München, Stuttgart und Frankfurt, ist die geringste Zahl an Niedriglohnverdienern angesiedelt. Hohe Niedriglohnanteile gibt es allerdings in Berlin und Leipzig. Bremen und Hamburg liegen dazwischen.

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Um die Segregation von Niedriglohnbeziehern sichtbar zu machen, berechneten die Forscher den Anteil an allen Beschäftigten innerhalb kleiner Stadtgebiete. Dabei zeigten sich zum Teil deutliche Unterschiede im Ausmaß der lokalen Segregation. Heißt konkret: In Berlin bleiben Geringverdiener unter sich, in München sind Stadtteile meist stärker durchmischt und in Hamburg gibt es punktuell ein hohes Aufkommen an Niedriglohnbeschäftigen.

"In München sind lediglich bestimmte Straßenzüge betroffen, in der Regel allerdings keine Stadtteile". Trotzdem ist im Norden Münchens ein erhöhter Anteil mit Niedriglohnbeziehern vorzufinden: Insbesondere Feldmoching-Hasenbergl, Milbertshofen-Am Hart, Berg am Laim, Ramersdorf-Perlach, Aubing-Lochhausen-Langwied und das Bahnhofsviertel im nördlichen Teil der Ludwigsvorstadt sind betroffen.

In Berlin sei der hohe Anteil an Niedriglohnbeziehern von 29 Prozent durch den Rückgang der Industrie begründet. Eine Akzentuierung liege stattdessen auf dem öffentlichen Dienst und dem Gastgewerbe. Außerdem seien in den letzten Jahren sozialer Wohnungsbau reduziert worden.

In den Bezirken Neukölln, Marzahn, Wedding/Gesundbrunnen wohnen überwiegend Niedriglohn-Beschäftigte. „In diesen Stadtteilen gibt es geschlossene Flächen von mehreren Quadratkilometern, wo mindestens jeder dritte Beschäftigte einen niedrigen Lohn bezieht.“, so eine Erkenntnis aus den Berechnungen der Forscher.

Der Niedriglohnanteil in Hamburg ist bei 20 Prozent angesiedelt und liegt somit im durchschnittlichen Bereich. Die Berechnung zeige hier eine eher ungleiche räumliche Verteilung der Niedriglohnanteile innerhalb der Stadt. Obwohl Hamburg die reichste Region Deutschlands ist, gibt es in den Bezirken ausgehend von Harburg über Teile von Hamburg-Mitte wie Wilhelmsburg und Horn, hin zum südlichen Teil des Bezirks Wandsbek (z. B. Jenfeld) Wohngegenden mit einem ausgeprägt hohen Niedriglohnanteil. „Aber auch in den anderen Bezirken gibt es punktuell hohe Niedriglohnanteile (z. B. Lurup im Bezirk Altona)“, so die Aussage der Forscher.

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Vor allem die Qualität der öffentlichen Güter sei ein entscheidender Grund, in eine bestimmte Wohngegend zu ziehen. Ein Kriterium sei vor allem die Lebensqualität, die durch den Ruf der Schulen, Anbindung, kulturelle Einrichtung gekennzeichnet sei.

Mit dem Bezug eines Niedriglohns gehe gleichzeitig nicht auch immer ein Armutsrisiko einher, dennoch sind die Forscher überzeugt: „Eine Häufung von Niedriglohneinkommen kann auf Rückschlüsse eines gesteigerten Armutsrisikos von Teilen der Bevölkerung hindeuten.“

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