S&K-Chefs vor Gericht: Betrugsprozess auf Dienstag vertagt

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S&K-Chefs vor Gericht: Betrugsprozess auf Dienstag vertagt

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Ein Polizeifahrzeug steht im Jahr 2013 in Frankfurt auf dem Gelände einer Villa der Firmengruppe S&K.

von Melanie Bergermann

Die Gerichtsverhandlung gegen die beiden S&K-Gründer Stephan Schäfer und Jonas Köller musste noch vor Beginn vertagt werden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen bandenmäßigen Betrug vor.

Es war ein Auftritt wie bei "Germany's Next Topmodel". Stephan Schäfer betritt den Gerichtssaal mit einem breiten Lachen. Vor ihm baut sich eine Schar an Fotografen auf. Er schaut einmal in jede Kamera. Sein Geschäftspartner Jonas Köller schreitet ebenso selbstbewusst in den Saal und lässt sich genauso bereitwillig ablichten. Nur sein Lächeln fällt deutlich dezenter aus.

Seit mehr als zweieinhalb Jahren sitzen die beiden bereits in Untersuchungshaft. Nun sollte der Prozess endlich beginnen. Doch die Richter unterbrechen die Sitzung erst mehrfach – bevor sie die Verhandlung für diesen Tag endgültig absagen.

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Rund 240 Millionen Euro hatten Privatanleger Köller und Schäfer anvertraut, etwa über Fonds des Hamburger Anbieters United Investors. Der „Deutsche S&K Sachwerte Nr. 2“ etwa lockte Investoren mit stolzen zwölf Prozent Zinsen pro Jahr. Lukrative Immobiliendeals sollten die traumhafte Rendite ermöglichen. Untermauert wurde die Story mit einem in Leder eingefassten Katalog, der den wertvollen Immobilienbestand zeigte und einer Bestätigung vom TÜV Süd, der die Werthaltigkeit vermeintlich testierte.

Dass der S&K-Gutachter den Immobilien unrealistische Werte zuschrieb und der TÜV sich allein auf diese Gutachten stützte, ahnten zunächst wohl weder Anleger noch Fondsverkäufer.

Anwalt der Lebensgefährtin erwirkte Vertagung

Allem Anschein nach haben die beiden Jungunternehmer mit dem Geld der Anleger vor allem ihr Luxusleben finanziert. Beide wohnten in großzügigen Villen, der S&K-Fuhrpark war üppig, Jonas' Party zum 30. Geburtstag gilt als legendär. Für die Staatsanwaltschaft war S&K ein Schneeballsystem. Bei einem Schneeballsystem werden Auszahlungen an Anleger nicht erwirtschaftet, sondern aus immer neuen, frisch eingeworbenen Anlegergeldern gespeist.

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Dass der Prozess auf Dienstag vertagt werden musste, hatte der Anwalt von Schäfers Lebensgefährtin erwirkt. Seine Mandantin wurde von Schäfer einst reich beschenk, bekam etwa eine Armbanduhr von Rolex und einen 1er BMW. Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft hatte Schäfer die Geschenke aber mit Geld aus seinen Betrügereien bezahlt. Die Behörde forderte von ihr deshalb ursprünglich 93.000 Euro zurück. Später wurde die Summe auf 71.000 Euro reduziert.

Das Gericht fordert laut einem Beschluss von ihr aber nun wieder den ursprünglichen Betrag von 93.000 Euro ein. Der Anwalt von Schäfers Freundin zog daraus den Schluss, dass das Gericht die Anklage offenbar nicht gelesen habe und beantragte, die Richter für befangen zu erklären. Darüber muss nun erst entschieden werden, bevor es kommenden Dienstag (29.9.) weitergehen kann.

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