Teures Wohnen: "Eine Mietpreisbremse ist falsch"

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Teures Wohnen: "Eine Mietpreisbremse ist falsch"

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Die Mieten in beliebten Städten wie München, Hamburg oder Frankfurt haben in den letzten Jahren deutlich angezogen. Gerade Altbauten sind beliebt und teuer.

von Saskia Littmann

Fast alle Parteien wollen sich nach der Wahl für eine Mietpreisbremse einsetzen, um Deutschlands Mieter zu entlasten. Wohnungsbaugesellschaften sehen das mit gemischten Gefühlen.

Die Mietpreisbremse ist ein prominentes Element im Wahlkampf. SPD und Grüne wollen den Anstieg von Mieten regulieren, SPD-Spitzenkandidat Peer Steinbrück hat das bei seiner Vorstellung seines 100-Tage-Programms am Donnerstag in Berlin noch einmal bestätigt. Und selbst die Unionsparteien haben solche Pläne in ihrem Wahlprogramm verankert.

Zwar freuen sich Mieter über die Pläne freuen - gerade in beliebten Städten wie Frankfurt, München oder Hamburg wird es selbst für Normalverdiener bereits schwer, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Kritiker warnen allerdings, die Bremse würde potenziellen Investoren sämtliche Anreize für Investments nehmen. Angesichts gleichzeitig steigender Kaufpreise sehen auch Wohnungsbaugesellschaften derartige Regulierungsversuche durchaus kritisch. "Die Mietpreisbremse im Bestand hat durchaus ihre Berechtigung, vor allem für die langfristige Stadtentwicklung", erklärte Stavros Efremidis, geschäftsführender Direktor des Österreicher Wohnimmobilienkonzerns Conwert Immobilien Invest, am Donnerstag auf einer Veranstaltung in Frankfurt.

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Allerdings warnte Efremidis davor, das Instrument überzogen einzusetzen, das bremse nämlich die Investitionstätigkeit. Es könne schließlich nicht im Sinne der Politik sein, wenn der Markt gelähmt würde. Das könnte fatale Folgen haben, denn schon jetzt wird vor allem in den Ballungszentren dringend mehr Neubau benötigt. "Die steigende Nachfrage nach Wohnraum lässt sich ohne die Errichtung von Wohnungen nicht mehr decken", sagt Stefanie Frensch, Geschäftsführerin der Berliner Wohnungsbaugesellschaft HOWOGE. Insbesondere günstige Mietwohnungen drohten zu einem knappen Gut zu werden. Ziel müsste es dagegen sein, Wohnraum für alle Bevölkerungsschichten zu errichten.

Wohnungsknappheit hält auch Marcus Cieleback von der Patrizia Immobilien AG für ein großes Problem. Allerdings könne das Problem nur langfristig gelöst werden. "Die Verwerfungen auf dem Wohnungsmarkt werden frühestens in fünf Jahren korrigiert sein", sagt Cieleback. Aufgrund der Knappheit hält Cieleback eine Mietpreisbremse für falsch. "Die Begrenzung der Miethöhe würde das Problem nur verschärfen", so der Forschungsvorstand von Patrizia. Die Maßnahme wäre demzufolge nur ein kurzfristiges Korrigieren des Symptoms. Im Gegenteil: Eine Begrenzung des Mietwachstums sei nur durch verstärkten Neubau und die Verdichtung von Wohnungen möglich, so Cieleback.

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