Tipps für Hauskäufer: Wie man den Wert von Immobilien steigert - Seite 2

Tipps für Hauskäufer: Wie man den Wert von Immobilien steigert

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Teures Hessen, günstiger Osten
Wo Immobilienkäufer deutlich mehr (+) oder weniger (–) als das durchschnittliche regionale Einkommen zum Hauserwerb benötigen

Die so günstig gewonnene Flexibilität hat einen weiteren Vorteil: Soll die Immobilie irgendwann tatsächlich verkauft oder vermietet werden, kann sie mit unterschiedlicher Zimmeranzahl inseriert werden und so mehr Interessenten ansprechen.

Denn Anpassungsfähigkeit hat ihren Wert. „Derzeit sinkt die Nachfrage nach Fünfziger- und Sechzigerjahre-Immobilien, wenn ihr Zuschnitt sich nur schwer verändern lässt“, sagt IVD-Experte Johns.

Doch selbst ein zukunftstaugliches Objekt muss noch lange keine Zukunft haben, zumindest nicht überall. Beispiel: Lofts. Die umgebauten und modernisierten Lagerhallen gelten als Paradetyp einer Single-Wohnung: weiträumig, offen, eben das Gegenteil eines zerklüfteten Reihenhauses. „In Berlin mögen Lofts sehr gut gehen“, sagt Brey. „In Mainz hingegen braucht man die nicht anbieten.“ Wer ein zukunftsfähiges Objekt sucht, sollte also auch ein Gespür für den in der jeweiligen Stadt herrschenden Zeitgeist haben. Sonst müssen Immobilienkäufer hilflos dem generellen Preisverfall zusehen.

Ob Eigentumswohnungen, Einfamilien- oder Reihenhaus – im Durchschnitt ist schon lange nichts mehr zu holen: In den vergangenen 30 Jahre schafften Immobilien nicht einmal einen Ausgleich der Inflation. Eine mögliche Preisstütze ist immerhin der lahmende private Bau – zwischen 1995 und 2005 sank die Zahl neu gebauter Wohnungen um gut sieben Prozent jährlich. Makler weisen deshalb gerne auf ein drohendes Defizit hin, das Potenzial für eine Preiserholung biete.

Doch die Preisprognosen für die 50 größten Städte verheißen weiter nichts Gutes. Da, wo es schon teuer ist, in Stuttgart, Wiesbaden oder Karlsruhe etwa, dürfte es in ein paar Jahren noch teurer sein. Schon in Mittelstädten wie Mönchengladbach, Osnabrück oder Bielefeld bleiben die Aussichten meist mau, das sonnenverwöhnte Freiburg dürfte als recht teurer, mittelgroßer Ort eine mit guter Prognose ausgestattete Ausnahme bleiben. Städte, in denen Immobilien günstig sind, aber teurer werden dürften, sind ebenfalls rar. Leipzig gilt als günstiger Geheimtipp, in Münster und Dortmund sind die Preise auch für mittlere Einkommen finanzierbar – bei positiver Prognose für die künftige Entwicklung.

Der Markt driftet auseinander

Doch selbst wer das Glück hat, in einer beliebten Stadt zu leben oder dort hinziehen zu können, hat damit nur den ersten Schritt getan. Das richtige Viertel zu identifizieren wäre der nächste. Das Problem: Besonders gute Lagen sind oft deutschlandweit bekannt, Immobilien dort rar, weil immer begehrt. Ob im Berliner Grunewald, im Münchner Grünwald, in Düsseldorf-Oberkassel oder in den Elbvororten von Hamburg – selbst wer Top-Preise stemmen kann, findet nicht so schnell ein zukunftsfähiges Objekt. „Wir sehen, wie der Markt auseinanderdriftet. Die günstigen Immobilien sind weiter gefragt und die sehr hochwertigen. Aber in der Mitte sinkt die Nachfrage“, sagt Johns. Dabei definiert nicht allein der Preis, welche Immobilie hochwertig ist und welche nicht: „In Großstädten können 400.000 Euro die Grenze der mittleren Preisklasse nach oben markieren, in weniger gefragten Lagen ist das preislich schon das Top-Segment“, so Johns.

Familien, Singles oder Paare, die nicht gerade ein paar Millionen für eine Jugendstil-Villa an der Hamburger Elbchaussee übrig haben, dennoch citynah leben wollen und sich ihren Traum vom Haus erfüllen wollen, müssen zwangsweise einen Kompromiss eingehen und ein paar Fahrkilometer zu Arbeitsplatz, Museen und Bars in Kauf nehmen. „Im Speckgürtel der Städte sehe ich weiter Nachfrage, auch nach Reihenhäusern, denn die sind einfach am günstigsten. Aber das Land weiter weg wird zum Verlierer“, sagt Johns. Doch ob im Speckgürtel oder in der City-Top-Lage: Im letzten Schritt zählt das Objekt selbst.

Nicht am Gutachter sparen!

Straßenlage. Mögliche Wertentwicklungen unterscheiden sich schon von Straße zu Straße. Stimmt die Mikrolage – wenig Lärmbelästigung bei trotzdem guter Verkehrsverbindung, Dienstleistungen vor Ort und möglichst ein bisschen Grün – gilt es innerhalb der Straße noch das bestmögliche Objekt zu ergattern. Ein Blick auf das Internet-Programm Google Earth ist hilfreich, um einen ersten Eindruck von der groben Lage zu bekommen, mehr aber nicht. Denn die Bilder sind teils veraltet, vermeintlich wenig bebaute Straßenzüge können in Realität längst ein anderes Gesicht haben.

Mühevoll, aber notwendig ist deshalb die Suche vor Ort. Ist eine Auswahl getroffen, sollten potenzielle Käufer Geld in die Hand nehmen und einen unabhängigen Gutachter einschalten. Denn im Detail erkennt nur der Fachmann verborgene Mängel der Traumimmobilie, die den Preis – unabhängig von Lage und Ausstattung – maßgeblich beeinflussen. Wer am neutralen und guten Gutachter spart, spart am falschen Ende. Vor der größten Investition des Lebens sollten ein paar Hundert Euro nicht fehlen.

6 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 05.12.2008, 00:21 UhrAnonymer Benutzer: Gerhard Kauth

    Wenn jemand meint das eigene Haus sei die Pforte zum Glück,dann kann das ganz schön in die Hose gehen.Wenn Euch der Traum aber nicht mehr los lässt,dann bereitet es gut vor und tut es

  • 15.08.2008, 17:45 UhrAnonymer Benutzer: Eisenschuh

    ich finde so´ne kleine kleine innenstadt ganz knorke, nur Hausbesetzer mit Überhang zu Spaghetti-essen und schmuddeliger Kuschelecke finde ich blöd, noch blöder, wenn sie dann mit Geknickbruch ins Krankenhaus müssen und man kriegt die ganze Scheiße ab. Geh doch mal joggen.....-------

  • 23.07.2008, 20:57 UhrAnonymer Benutzer: amutal

    diesem ersten Absatz kann ich voll zustimmen, dann kommt der erste Einspruch. Wer kann sich in 10 -15 Jahren Lebensstile mieten oder gar kaufen. Das zunehmende obere Viertel, das zunehmende untere Viertel sicher nie mehr. Gaskessel, Fenster kann man sehr leicht ersetzen. Daß der Trend zunehmen wird und muß am Arbeitsplatz zu wohnen ist sicher. Ob das war werden wird, daß der Trend zu Singlehaushalten zunehmen wird bezweifle ich, die Wohnkosten werden zu Mehrpersonenhaushalten zwingen, unten versteht sich. Die Lebenserwartung wird sich für Menschen erhöhen mit positivem Lebensverlauf, wer heute von 20 bis 67 Jahren arbeiten muß mit brüchiger Erwerbsbiographie, der wird das statistische Mittel nach unten " abrunden " . Ob die Nachfrage nach immobilien der 50er u. 60er so sinken wird ist fraglich, Siedlungsobjekte schon, Objekte in Altbauvierteln sicher nicht. Diese Häuser lassen sich billig von außen isolieren. Daß immobilien in den letzten 30 Jahren nicht einmal den inflationsausgleich geschafft haben sollen ist eine absurde Feststellung. Wenn man nur das Mittel betrachtet, auf dem Land Verluste bis zu 40%, in Städten z.T. 15% der sollte sich dann die Preisentwicklung ansehen in Frankfurt-Nordend oder Wiesbaden-Sonnenberg, dort gibt es dann Steigerungen um das Mehrfache. Die Lage eben, das Land ist der absolute Verlierer. Wenn ich diese Artikel immer lese, dann kommt mir zunehmend der Gedanke auf, als gebe es ein Meinungskartell gegen den Kauf einer Wohnung. 10 Mio abgeschlossene Riesterverträge machen schon nachdenklich.

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