Trend: Mietwohnungen werden wieder billiger

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Trend: Mietwohnungen werden wieder billiger

Der Gipfel scheint vorerst erreicht: Ein Preisindex zeigt, dass in den deutschen Metropolen die Kosten für Mietwohnungen - anders als für Baugrund und Neubauten - nicht weiter steigen. Ausnahme ist Berlin.

Egal ob München, Hamburg oder Frankfurt: Wer in bester City-Lage wohnen will, muss lange suchen - und dann tief in die Tasche greifen. Trotzdem ist Wohnen in Deutschland vergleichsweise erschwinglich, betont der Immobilienverband IVD. Denn nach dem Immobilienboom der 1990er Jahre purzelten die Preise über Jahre hinweg. IVD-Vizepräsident Jürgen Michael Schick sieht nach teils kräftigen Sprüngen zuletzt nun eine „moderate“ Entwicklung.

Tatsächlich seien die Mieten im Bundesschnitt in den vergangenen 20 Jahren real sogar gesunken. Das Preisniveau habe sich in dem Zeitraum um 38 Prozent erhöht, die Mieten aber nur um 5,8 Prozent: „Im Ergebnis liegen die inflationsbereinigten Mieten 2013 im bundesweiten Schnitt 23,3 Prozent und die Mieten der zehn größten Städte um 15,9 Prozent unter dem Niveau von 1993“, so Schick. Das bestätigt jetzt auch der Immobilienpreisindex IMX des Onlineportals Immobilienscout24.

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"Im September zeichnet sich bei den Angebotsmieten in den meisten Metropolen immer mehr eine Seitwärtsbewegung ab", sagt auch Michael Kiefer, Chefanalyst bei Immobilienscout24. Lediglich in Hamburg setzt sich der leichte Preisrückgang der Vormonate weiter fort. Das heißt: In den deutschen Großstädten sind die Preisobergrenzen - zumindest teilweise - erreicht. "Vermieter können nicht mehr jeden Preis in jeder Lage durchsetzen", fasst Kiefer zusammen. Spürbare Preissteigerungen seien deshalb in diesen Städten mittelfristig nicht zu erwarten.

Was ist ein Mietspiegel?

  • Was ist ein Mietspiegel?

    Ein Mietspiegel ist eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete. Er soll es dem Mieter erleichtern, die Angemessenheit von Mieterhöhungen zu überprüfen. Es gibt einfache und qualifizierte Mietspiegel. Letzterer muss nach wissenschaftlichen Grundsätzen erstellt worden sein. Mieterhöhungen müssen sich an solchen Übersichten orientieren. Der Mieter muss der Mieterhöhung zustimmen.

    Stand: Juli 2013

  • Was hat der BGH entschieden?

    Bei den Verfahren ging es darum, ob manche Stadtteile so außergewöhnlich sind, dass bei ihnen ein eigener Mietspiegel gerechtfertigt ist. Das hat der BGH verneint. In den Fällen ging es um eine ehemalige Zechen- und eine ehemalige Soldatensiedlung. Solche Siedlungen sind in der Regel immer noch deutlich billiger als andere Mietwohnungen. Mit seinen Urteilen hat der BGH nun entschieden, dass auch für solche Siedlungen der Mietspiegel der Gemeinde maßgeblich ist.

  • Hat dies etwas zu tun mit der Frage nach bezahlbaren Wohnraum?

    Wegen der großen Nachfrage gibt es vor allem in Großstädten, Ballungszentren und angesagten Universitätsstädten zu wenig günstige Wohnungen. Da Vermieter bei Neuvermietungen nicht an Mietspiegel gebunden sind, erhöhen sie nach Angaben des Deutschen Mieterbundes die Mietpreise um bis zu 40 Prozent gegenüber der ortsüblichen Vergleichsmiete. Auf Dauer werden sich die höheren Preise auf die Mietspiegel auswirken und damit auf die Mieten aller.

  • Für wen ist das Urteil relevant?

    Unmittelbar für die Mieter der Zechen- und ehemaligen Soldatensiedlung, über deren Fall entschieden wurde. Aber letztlich ist die Entscheidung für alle Mieter von Bedeutung - zumindest überall da, wo es Mietspiegel gibt, aber Vermieter mit Sachverständigengutachten arbeiten.

  • Was fordert der Deutsche Mieterbund?

    Der Deutsche Mieterbund sieht den sozialen Frieden durch die ständig steigenden Mieten gefährdet. Er fordert daher, dass vor allem im mittleren und unteren Preissegment deutlich mehr Wohnungen gebaut werden. Er möchte außerdem eine Obergrenze für Wiedervermietungen und Mieterhöhungen. Außerdem fordert der Mieterbund, dass bei der ortsüblichen Vergleichsmiete künftig alle Mieten berücksichtigt werden und nicht nur die teuren Abschlüsse der letzten Jahre.

Eine große Ausnahme gibt es jedoch: In Berlin steigen die Preise weiter an. Im September sind laut IMX die Neuvertragsmieten um 0,9 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat gestiegen. "Die Mieten in Berlin werden wahrscheinlich so lange weiter steigen, bis eine Anpassung an das Niveau anderer deutscher Großstädte erreicht ist", glaubt Kiefer. Dann ist es vorbei mit billigem Wohnraum in der Bundeshauptstadt.

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